ATR42 von Air Zimbabwe: Die Fluglinie betreibt aktuell ein Flugzeug.

Air ZimbabweWenn die Airline nicht weiß, wem ihre Flugzeuge gehören

Air Zimbabwe steht erneut unter Druck. Der simbabwische Rechnungsprüfungsausschuss wirft der Staatsairline vor, Flugzeuge zu betreiben, deren Eigentumsstatus bis heute ungeklärt ist. Hinzu kommen schwerwiegende Steuerverstöße.

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Nach Jahren der Krise startete Air Zimbabwe mit einer positiven Nachricht ins neue Jahr. Die Nationalairline des afrikanischen Landes gab Anfang Januar bekannt, dass ihre Flotte in den kommenden drei Jahren um sechs Flugzeuge wachsen soll. Zwei davon sollen für Inlandsstrecken, zwei für regionale Verbindungen und zwei Langstreckenflugzeuge für intrnationale Flüge eingesetzt werden.

Knapp vier Monate später ist davon nichts mehr zu hören. Aktuell sorgt die Fluglinie wieder für Negativschlagzeilen. Das Portal Newsaero.com berichtet, dass der simbabwische Rechnungsprüfungsausschuss der staatlichen Airline vorwirft, Flugzeuge betrieben zu haben, die in den offiziellen Büchern der Airline gar nicht auftauchen. Damit ist rechtlich unklar, wem die Flugzeuge gehören.

Airbus A320 steht seit fast zwölf Jahren in Johannesburg

Konkret geht es um zwei Airbus A320. Der erste trägt das Kennzeichen Z-WPM und steht seit 2014 in Johannesburg. Der zweite Airbus mit der Registrierung Z-WPN ist seit 2017 am Flughafen Harare geparkt. Laut dem Luftfahrtdatenportal CH-Aviation soll das Flugzeug mittlerweile verschrottet sein. Beide Maschinen stammen aus einem Deal, den Simbabwes Ex-Präsident Robert Mugabe eingefädelt haben soll. Abgewickelt wurde die Transaktion über zwei auf der Isle of Man ansässige Offshore-Gesellschaften.

«Der Eigentumsstatus dieser Flugzeuge bleibt unklar» sagt der Abgeordnete Wilson Maposa gegenüber der lokalen Zeitung Business Times. Die Abgeordnete warnen deshalb vor drohenden Pfändungen und zusätzlichen Verbindlichkeiten, vor allem aus Südafrika, wo der Airbus A320 geparkt ist. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse könnten für die Airline teuer werden. Steht ein Flugzeug nicht in den Büchern, ist im Streitfall unklar, wer rechtlich Eigentümer ist und wer für damit verbundene Schulden haftet.

Air Zimbabwe hat Steuererklärungen nicht abgegeben

Gegenüber dem Ausschuss teilte Air Zimbabwe mit, dass aktuell alle Standgebühren für die Z-WPM in Johannesburg bezahlt seien. Gleichzeitig habe man die Wartungsfirma SAA Technical damit beauftragt herauszufinden, wie hoch die Kosten wären, um das Flugzeug wieder in betrieb zu nehmen. Gerechnet wird mit hohen Kosten.

Darüber hinaus wirft der Ausschuss der Airline schwerwiegende Verstöße gegen die Steuerpflicht vor. Einkommensteuerberechnungen seien nie durchgeführt und vorgeschriebene Steuererklärungen habe die Airline nie eingereichtn. Die Fluggesellschaft ist aufgefordert, ihre ausstehenden Jahresabschlüsse bis zum 31. August 2026 beim Rechnungshof nachzureichen. Aktuell betreibt die Airline eine ATR-42.

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