Airbus A300-600 von Iran Air: Zwei Maschinen des Typs fliegen noch.

System von Schein-AirlinesWarum der Iran mehr Airlines hat als Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen

Ein System aus Subventionen, Sanktionen und Schwarzmarkt fördert die Luftfahrt im Mullah-Staat. Der Iran hat Dutzende Airlines - die kaum flugtaugliche Flugzeuge haben.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz
Pilatus Logo

Junior Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz
Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

Wer heute noch erleben möchte, wie sich das Fliegen in den 1980er-Jahren angefühlt hat, muss in den Iran. Kaum ein anderes Land setzt noch regelmäßig Airbus A300 und A310 ein. Westliche Sanktionen verhindern seit Jahren, dass der Iran seine Flotte modernisiert oder neue Flugzeuge erwirbt.

Mit 27 Fluggesellschaften gibt es im Iran mehr Airlines als in den meisten anderen Ländern der Welt. Zum Vergleich: In Indien sind es nur vier große Fluglinien für 1,5 Milliarden Menschen, und selbst in Luftfahrtnationen wie Deutschland, Frankreich oder Großbritannien sind es weniger als zehn.

Doch die Flotten sind klein: Laut Germany Trade & Invest verfügen 27 iranische Airlines gemeinsam über rund 330 Flugzeuge – doch nur knapp die Hälfte ist einsatzbereit. Die meisten Fluggesellschaften betreiben gerade mal zwei bis fünf Maschinen, die im Durchschnitt 28 Jahre alt sind. Gleichzeitig ist der Personalaufwand enorm: Aseman Airlines etwa beschäftigt beispielsweise rund 2500 Mitarbeitende – für aktuell nur vier einsatzfähige Flugzeuge.

Es geht bei iranischen Airlines nicht ums Fliegen

Wie kann dieses System funktionieren? Laut einer Recherche des Portals Iranwire geht es bei vielen dieser Airlines gar nicht primär um den Betrieb von Flugzeugen. Stattdessen handelt es sich oft um eine Mischung aus Subventionsbetrug und Scheinbeschäftigung – eine Mischung, die den iranischen Staat letztlich Millionen Dollar kostet.

Fluglinien des Landes müssen nur 30 Prozent der Kerosinkosten selbst tragen – die restlichen 70 Prozent übernimmt der Staat in Form direkter Subventionen, die sich auf jährlich eine Milliarde Dollar summieren. Das Kerosin, dass sie nicht selbst verbrauchen, verkaufen viele Airlines auf dem Schwarzmarkt weiter – zu Preisen von bis zu 19.000 Toman (ca. 0,45 Dollar) pro Liter. Damit lohnt sich der Handel mit Kerosin mehr als das eigentliche Passagiergeschäft. Luftfahrt wird zur Nebensache.

Neugründungen profitieren

Besonders lukrativ ist dieses Vorgehen für neu gegründete Airlines mit kaum Flugbetrieb: Ihre Betriebserlaubnis wird so zur Gelddruckmaschine durch Treibstoffhandel – statt Fluggäste zu transportieren, profitieren sie vor allem vom Weiterverkauf des billigen Staats-Kerosins.

Auch spielt das iranische Bankensystem eine zentrale Rolle: Der Staat stuft Fluggesellschaften als «strategische Priorität» ein. Daher profitieren Gründungen von finanziellen Sonderkonditionen – von Krediten mit de facto negativen Realzinsen (bei über 40 Prozent Inflation sind selbst 12 bis 25 Prozent Zinsen ein Schnäppchen) bis hin zu zinslosen Devisenkrediten für Flugzeugkäufe.

Sanktionen führen zu zahlreichen Neugründungen

Und auch die westlichen Sanktionen, die unter Donald Trump nochmal verschärft wurden, verschärfen das Problem: Um sie zu umgehen, entstehen zahllose kleine Airlines – denn kleinere, unbekanntere Betreiber fallen weniger auf und können die Restriktionen leichter unterlaufen als große, etablierte Fluggesellschaften.

Mehr zum Thema

Der Airbus A310 von Taban Airlines: Stand lange am Boden.

Iranische Fluggesellschaft startet Modernisierung - mit Rückkehr eines 35 Jahre alten Airbus A310

Die HZ-AKJ, hier zu sehen 2005 in Frankfurt: Fliegt die Boeing 777-200 künftig im Iran?

Iran beschafft sich mehrere Boeing 777 - und Ex-Betreiberin Saudia distanziert sich

ticker-mahan-air

Iran und Vereinigte Arabische Emirate nehmen Linienflüge schrittweise wieder auf

Bild des verstorbenen Präsidenten: Bald findet die Trauerfeier statt.

Iran setzt obersten Führer bei - und schließt dafür die größten Flughäfen

Video

erste boeing 737 max tarom
Die rumänische Fluglinie steht kurz vor der Übernahme ihrer ersten Boeing 737 Max. Das Flugzeug von Tarom trägt schon seine Bemalung - und die zeigt neue Designelemente.
Timo Nowack
Timo Nowack
fiat panda mailand linate hawker
Ungewöhnlicher Unfall am Flughafen Mailand-Linate: Ein Fiat Panda ist dort ungebremst mit einem rollenden Privatjet kollidiert, wie ein Video einer Überwachungskamera zeigt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Flughafen Pereria: Massive Schäden am Terminal.
Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hat im Westen Kolumbiens schwere Zerstörungen angerichtet und mindestens 110 Menschen das Leben gekostet. Auch der Luftverkehr ist betroffen: Sieben Flughäfen mussten ihren Betrieb einstellen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin