Bericht über Tanken in Nordkorea: Heikel für Air China.

Auftanken in PjöngjangVerletzt Air China Sanktionen gegen Nordkorea?

Bilder zeigen, dass Maschinen von Air China regelmäßig in Pjöngjang aufgetankt werden. Das weckt einen brisanten Verdacht.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

Bilder aus Nordkorea gibt es selten. Und noch seltener gibt es sie, ohne, dass das Regime darüber Kontrolle hat. Doch das auf Analysen über das hermetisch abgeriegelte, kommunistische Land spezialisierte Portal NK Pro hat dieser Tage Aufnahmen veröffentlicht, die auf dem Pyongyang International Airport der nordkoreanischen Hauptstadt aufgenommen worden sind.

Sie sehen auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär aus, haben es aber in sich. Die Aufnahmen zeigen, wie aus Peking kommende Boeing 737-700 von Air China von Tanklastern der Staatsairline Air Koryo aufgetankt werden. Laut NK Pro wurden die Bilder an mindestens sieben verschiedenen Tagen seit 2016 aufgenommen.

Wurde Kerosin nach Pjöngjang gebracht?

Warum ist das von Interesse? Resolution 2270 des Uno-Sicherheitsrats vom März 2016 verbietet es Nordkorea mit wenigen Ausnahmen, wie etwa zu humanitären Zwecken, Flugzeugtreibstoff zu importieren. Das sorgt dafür, dass Kerosin ein rares Gut ist - und Auftanken in Pjöngjang für Air China entsprechend teuer wäre.

Die von Air China eingesetzten Boeing 737-700 sind außerdem problemlos in der Lage, die rund 1600 Kilometer weite und insgesamt dreieinhalb Stunden dauernde Reise von Peking nach Pjöngjang und zurück mit einer einzigen Tankfüllung zurückzulegen. Die Nordkorea-Experten sind deshalb der Frage nachgegangen, ob die Bilder, die vermeintlich ein Auftanken zeigen, in Wahrheit das Gegenteil abbilden: Nämlich ein Entladen eines Teils des in Peking getankten Kerosins in die Tanklaster von Air Koryo.

USA-Sanktionen sind strenger

Das wäre unter den von der Uno verhängten Sanktionen strengstens verboten. Auf Anfrage von NK Pro wies Air China diesen Verdacht weit von sich: «Die Boeing 737-700 werden in Peking für den Hinweg und in Pjöngjang für den Rückweg aufgetankt». Von NK Pro befragte Experten, die sich die Bilder angeschaut haben, schenken der Darstellung von Air China mehrheitlich Glauben.

Dafür spreche, dass die Kerosinmenge sehr tief wäre. Außerdem müssten dafür technische Installationen an den eingesetzten Flugzeugen angebracht werden, die bei der Landung in Drittländern rasch Fragen aufwerfen würden. Allerdings lässt sich der Verdacht auch nicht vollständig entkräften.

In Dollar gezahlt?

Doch selbst im Fall, dass sich alles so abspielt, wie es Air China darstellt, werfen die regelmäßigen Tankstopps in Pjöngjang rechtliche Fragen auf. Denn sowohl die USA als auch Südkorea haben Air Koryo unilateral mit Sanktionen belegt, die über jene der Uno hinausgehen. Geschäftet Air China durch das Auftanken also direkt mit der nordkoreanischen Staatsairline, könnte ihr das in den USA und in Südkorea juristische Probleme einbringen.

Und sollte Air China das in Pjöngjang getankte Kerosin in Dollar bezahlen, würde die chinesische Staatsairline zusätzlich gegen weitere Sanktionen der USA verstoßen. Mit denen wird versucht, das nordkoreanische Regime daran zu hindern, an ausländische Devisen zu kommen. Zu entsprechenden Fragen von NK Pro wollte Air China keine Stellung nehmen.

Mehr zum Thema

Air Koryo bemüht sich um neue russische Flugzeuge

Air Koryo bemüht sich um neue russische Flugzeuge

Tupolev Tu-154 von Air Koryo: Bald könnten noch mehr Flieger der Airline auf dem Flugzeugfriedhof landen.

Air Koryo reduziert das Angebot

Air-Koryo-Mitarbeiter unter Verdacht - Büro verschwunden

Air-Koryo-Mitarbeiter unter Verdacht - Büro verschwunden

Lufthansa Cargo rechnet mit Wachstum und setzt auf Asien

Lufthansa Cargo rechnet mit Wachstum und setzt auf Asien

Video

Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
delta kapitaen verlaedet gepaeck
Der Flug ab Atlanta hatte schon Verspätung und es war nur ein Mitarbeiter da, um das Gepäck ins Flugzeug zu laden. Da stieg ein Pilot von Delta Air Lines aus und packte mit an.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies