Bericht über Tanken in Nordkorea: Heikel für Air China.

Auftanken in PjöngjangVerletzt Air China Sanktionen gegen Nordkorea?

Bilder zeigen, dass Maschinen von Air China regelmäßig in Pjöngjang aufgetankt werden. Das weckt einen brisanten Verdacht.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Bilder aus Nordkorea gibt es selten. Und noch seltener gibt es sie, ohne, dass das Regime darüber Kontrolle hat. Doch das auf Analysen über das hermetisch abgeriegelte, kommunistische Land spezialisierte Portal NK Pro hat dieser Tage Aufnahmen veröffentlicht, die auf dem Pyongyang International Airport der nordkoreanischen Hauptstadt aufgenommen worden sind.

Sie sehen auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär aus, haben es aber in sich. Die Aufnahmen zeigen, wie aus Peking kommende Boeing 737-700 von Air China von Tanklastern der Staatsairline Air Koryo aufgetankt werden. Laut NK Pro wurden die Bilder an mindestens sieben verschiedenen Tagen seit 2016 aufgenommen.

Wurde Kerosin nach Pjöngjang gebracht?

Warum ist das von Interesse? Resolution 2270 des Uno-Sicherheitsrats vom März 2016 verbietet es Nordkorea mit wenigen Ausnahmen, wie etwa zu humanitären Zwecken, Flugzeugtreibstoff zu importieren. Das sorgt dafür, dass Kerosin ein rares Gut ist - und Auftanken in Pjöngjang für Air China entsprechend teuer wäre.

Die von Air China eingesetzten Boeing 737-700 sind außerdem problemlos in der Lage, die rund 1600 Kilometer weite und insgesamt dreieinhalb Stunden dauernde Reise von Peking nach Pjöngjang und zurück mit einer einzigen Tankfüllung zurückzulegen. Die Nordkorea-Experten sind deshalb der Frage nachgegangen, ob die Bilder, die vermeintlich ein Auftanken zeigen, in Wahrheit das Gegenteil abbilden: Nämlich ein Entladen eines Teils des in Peking getankten Kerosins in die Tanklaster von Air Koryo.

USA-Sanktionen sind strenger

Das wäre unter den von der Uno verhängten Sanktionen strengstens verboten. Auf Anfrage von NK Pro wies Air China diesen Verdacht weit von sich: «Die Boeing 737-700 werden in Peking für den Hinweg und in Pjöngjang für den Rückweg aufgetankt». Von NK Pro befragte Experten, die sich die Bilder angeschaut haben, schenken der Darstellung von Air China mehrheitlich Glauben.

Dafür spreche, dass die Kerosinmenge sehr tief wäre. Außerdem müssten dafür technische Installationen an den eingesetzten Flugzeugen angebracht werden, die bei der Landung in Drittländern rasch Fragen aufwerfen würden. Allerdings lässt sich der Verdacht auch nicht vollständig entkräften.

In Dollar gezahlt?

Doch selbst im Fall, dass sich alles so abspielt, wie es Air China darstellt, werfen die regelmäßigen Tankstopps in Pjöngjang rechtliche Fragen auf. Denn sowohl die USA als auch Südkorea haben Air Koryo unilateral mit Sanktionen belegt, die über jene der Uno hinausgehen. Geschäftet Air China durch das Auftanken also direkt mit der nordkoreanischen Staatsairline, könnte ihr das in den USA und in Südkorea juristische Probleme einbringen.

Und sollte Air China das in Pjöngjang getankte Kerosin in Dollar bezahlen, würde die chinesische Staatsairline zusätzlich gegen weitere Sanktionen der USA verstoßen. Mit denen wird versucht, das nordkoreanische Regime daran zu hindern, an ausländische Devisen zu kommen. Zu entsprechenden Fragen von NK Pro wollte Air China keine Stellung nehmen.

Mehr zum Thema

Air Koryo bemüht sich um neue russische Flugzeuge

Air Koryo bemüht sich um neue russische Flugzeuge

Tupolev Tu-154 von Air Koryo: Bald könnten noch mehr Flieger der Airline auf dem Flugzeugfriedhof landen.

Air Koryo reduziert das Angebot

Air-Koryo-Mitarbeiter unter Verdacht - Büro verschwunden

Air-Koryo-Mitarbeiter unter Verdacht - Büro verschwunden

Lufthansa Cargo rechnet mit Wachstum und setzt auf Asien

Lufthansa Cargo rechnet mit Wachstum und setzt auf Asien

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack