Flugzeug von Belavia: Unklare Zukunft auf der Paradestrecke.

Russland und Weißrussland: Eklat

Weil sie sich nicht einigen konnten, stoppten die Nachbarländer den Flugverkehr. Nun wird ein Kompromiss gesucht.

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Zwischen Weißrussland und Russland fliegen die Fetzen. Am Montagmorgen (26. März) stellten die beiden Nachbarländer kurzfristig und völlig überraschend den gegenseitigen Flugverkehr ein. Rund 360 Passagiere strandeten dadurch in Minsk und Moskau, wie die Zeitung Iswestija berichtet. Auslöser der Maßnahme war ein Streit um die Anzahl der Direktverbindungen zwischen den Staaten. Die Regierung Weißrusslands versuche durch administrative Maßnahmen die Anzahl der wöchentlichen Flüge in beide Richtungen von heute 35 auf 28 zu verringern, begründete das russische Luftverkehrsamt Rosawiatsia den Stopp in einer Medienmitteilung. Und es fügte an: «Die russische Seite unterstützte dagegen stets die Beseitigung aller Beschränkungen im Flugverkehr zwischen der Russischen Föderation und der Republik Belarus.» Dadurch würden die Preise für die Passagiere sinken.

Am Nachmittag hoben zwar nach einer Intervention auf Ministerebene wieder Flieger zwischen den beiden Hauptstädten ab. Doch gelöst ist das Problem damit noch nicht. Russland zeigt sich unnachgiebig. Es will die Anzahl der Flüge unangetastet lassen. Doch der entsprechende Staatsvertrag sieht eine gleiche Zahl von Flügen in beide Richtungen vor. Und darauf beruft sich Minsk, weil die weißrussische Staatsairline Belavia nur 28 Mal pro Woche fliegt. Vizechef Igor Tscherginez begründete den Wunsch nach weniger Flügen mit «kommerziellen Interessen». «Die durchschnittliche Auslastung ist 55 Prozent zu tief und führte zu Verlusten», erklärte er gemäß der Nachrichtenagentur Itar-Tass.

Früher einmal Bruderstaaten

Belavia ist die einzige Airline in Weißrussland. Von Russland aus bedienen Aeroflot 21 Mal wöchentlich, sowie UT Air und S7 je sieben Mal pro Woche die Strecke zwischen Moskau und Minsk und zurück. Die Streitigkeiten zwischen den beiden Staaten sollen nun am Donnerstag in einem bilateralen Treffen beigelegt werden. Die Beziehungen zwischen den einstigen Bruderstaaten haben sich aber in den letzten Monaten merklich abgekühlt.

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