Neue Codeshare-Partnerschaften mit DAT
Derweil wird beim Umsteigen von der Lang- auf die Kurzstrecke der Unterschied zwischen beiden Erlebnissen größer. Und das nicht nur dadurch, dass Lufthansa das Angebot in ihren Langstreckenjets aufgewertet. Sondern auch dadurch, dass sie nun auch darauf setzt, kurze Zubringerflüge in ihren Heimatmärkten über Codeshare-Partnerschaften anzubieten.
Den Anfang machte die Route Paderborn/Lippstadt - München, die von der Initiative Skyhub PAD bedient wird. In deren Auftrag fliegt DAT mit ATR 72. Lufthansa selbst hatte die Route zuvor aufgegeben. Mittlerweile bedient die dänische für Skyhub PAD auch die Strecken Lübeck - München und Pécs - München. Seit Ende April gibt es für diese drei Routen eine Codeshare-Partnerschaft mit Lufthansa, so dass die Flüge auch LH-Flugnummern tragen.
«Kein freier Nebensitz, auch nicht für Business- oder First-Class-Umsteiger»
Ebenfalls im Codeshare mit Lufthansa fliegt DAT nun zwischen Linz und Frankfurt. Diese Strecke hatte zuvor Lufthansa-Group-Tochter Austrian Airlines aufgegeben. Die dänische Wet-Lease-Spezialistin bedient sie jetzt dank Subventionen. Auf allen vier Routen gibt es an Bord der ATR 72 der Airline mit dem Iata-Code DX aber kein Premium-Erlebnis, nicht mal den sonst üblichen freien Nebensitz.
«Die Flüge von DX werden ausschließlich in der Economy Class durchgeführt, sodass unsere Premium-Kunden auf diesen Zubringerstrecken eine gemischte Reiseklasse erleben», bestätigt ein Lufthansa-Sprecher. «Das bedeutet, dass in der Economy Class bei DX kein freier Nebensitz angeboten wird, auch nicht für Business- oder First-Class-Umsteiger.»
Lufthansa weist transparent auf niedrigere Reiseklasse hin
Der Sprecher verweist darauf, dass Lufthansa dabei auf «maximale Transparenz» setze. So informiere man die Kundinnen und Kunden «sehr klar auf unserer Website darüber, welches Produkt sie auf dem jeweiligen Zubringerflug erwartet». Das heißt, dass bei der Buchung einer entsprechenden Umsteigeverbindung bei den Premium-Reiseklassen der Vermerk «Gemischte Reiseklassen» zu lesen ist sowie zum Beispiel bei einem Flug von Paderborn über München nach Bangkok: «PAD - MUC: Economy, MUC - BKK: Business».
Screenshot lufthansa.com
Wenn man die Flüge ausgewählt hat, erscheint vor der Buchung zudem eine Einblendung, durch gelben Hintergrund sowie ein Ausrufezeichen hervorgehoben: «Wichtiger Hinweis: Mindestens einer der Flüge könnte in einer niedrigeren Reiseklasse durchgeführt werden.»
Auch kein Essen für Premium-Gäste
Das Angebot an Bord variiert laut Lufthansa je nach Strecke und Saison. Demnach bietet DAT zwischen Linz und Frankfurt derzeit Kaffee und Tee an, auf den drei München-Routen zusätzlich auch stilles und sprudelndes Wasser. «Zeitweise gibt es zusätzlich eine kleine Aufmerksamkeit wie ein Stück Schokolade», sagt der Sprecher. Als aeroTELEGRAPH im Herbst 2025 den Flug von Paderborn nach München absolvierte, gab es für jeden Fluggast eine Scheibe Marmorkuchen. Von einem kleinen Business-Class-Essen, wie es zum Beispiel in den Bombardier CRJ 900 von Lufthansa Cityline serviert wurde, ist das aber weit entfernt.
Eine gute Nachricht gibt es für Premium-Gäste aber auf der Paderborn-Strecke: Auch am Flughafen Paderborn/Lippstadt gibt es eine kleine Lounge. Und das aktuell sogar exklusiv, wie es auf der Webseite des Flughafens heißt: «Momentan ist die Lounge nur für Lufthansa Statuskunden (FTL, SEN, HON) sowie Weiterflieger (Business-, First Class) geöffnet.»
Lounge am Flughafen Paderborn am frühen Morgen. aeroTELEGRAPH
Lufthansa kann sich mehr solcher Strecken vorstellen
So manchen Premium-Kunden dürfte all das enttäuschen, trotz der Transparenz, die Lufthansa bietet. Und es ist denkbar, dass es in Zukunft nicht nur auf diesen vier Strecken so sein wird. So sprach Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr kürzlich von einem «neuen kommerziellen System», als er in einem nach den Codeshare-Anbindungen an Paderborn und Lübeck gefragt wurde. «Wir können uns durchaus vorstellen - weil die innerdeutschen Flüge, wie wir alle wissen, aufgrund der hohen Gebühren und Steuerbelastung sehr schwierig durchzuführen sind profitabel -, diese Partnerschaften zu erweitern», so Spohr.
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