Gäste in der First Class Suite Plus: Lufthansa rudert zurück.

First ClassLufthansa rudert zurück und streicht Reservierungsgebühr für Doppelsuite

Bis zu 1900 Euro extra verlangte die deutsche Fluggesellschaft bislang von Einzelreisenden für ihre Doppelsuite in der First Class. Jetzt fällt der Zuschlag weg. Damit reagiert Lufthansa offenbar auf Kritik von den Reisenden.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Mit Allegris will Lufthansa die First Class neu definieren. Als Sinnbild steht dabei die First Class Suite Plus: eine Doppelsuite in der Mitte der Kabine, mit hohen Trennwänden, verschließbarer Tür, großem Tisch und zwei Sitzen, die sich zu einem Doppelbett verbinden lassen. Die Fluggesellschaft beschreibt das Produkt selbst als «privaten Rückzugsort» für bis zu zwei Personen, der «eher an ein Wohnzimmer als an ein Flugzeug» erinnere.

Doch ausgerechnet dieses Vorzeigeprodukt ist offenbar schwierig zu vermarkten. Wer allein reist, musste bisher für die Nutzung der Suite Plus einen deutlichen Aufpreis zahlen. Bis zu 1900 Euro fielen dafür an. Wer zu zweit reist, benötigt zwei First-Class-Tickets, wobei das zweite allerdings stark vergünstigt ist.

Lufthansa hat wohl Zahlungsbereitschaft überschätzt

Wie das Portal One Mile At A Time berichtet, ändert Lufthansa diese Logik nun: Für Buchungen ab sofort und Reisen ab 1. Juli 2026 wird die Suite Plus für First-Class-Passagiere ohne zusätzliche Sitzplatzgebühr wählbar. Die Änderung ist mehr als eine kleine Anpassung im Sitzplan. Sie zeigt, dass Lufthansa die Zahlungsbereitschaft für dieses sehr spezielle Produkt wohl überschätzte.

Eine Doppelsuite klingt spektakulär, ist für viele Alleinreisende aber nur dann attraktiv, wenn sie nicht mehrere Hundert Euro zusätzlich kostet. Genau hier setzt die neue Regelung an: Wer früh bucht oder Glück hat, kann sich die Suite Plus künftig ohne Zusatzgebühr sichern - wenn er sie denn will.

Gäste haben andere Erwatung in der First Class

In der Business Class mag ein Aufpreis für mehr Privatsphäre, ein längeres Bett oder zusätzliche Ablagefläche funktionieren. In der First Class ist die Erwartung eine andere: Wer bereits für ein Ticket der höchsten Klasse bezahlt, erwartet das beste verfügbare Produkt nicht als weiteres Zusatzpaket.

Für Lufthansa Group ist der Schritt -neben Lufthansa bietet sie auch Swiss an - deshalb ein stilles Eingeständnis: Nicht jedes Premium-Angebot lässt sich beliebig zusätzlich monetarisieren. Gleichzeitig kann die neue Regelung kommerziell sinnvoll sein. Eine kostenfrei auswählbare Doppelsuite macht die First Class insgesamt attraktiver und schafft Buchungsanreize.

Auch Crews übten Kritik an der Doppelsuite

Man habe sich «für eine einheitliche Bepreisung» aller First-Class-Suiten entschieden, sagt eine Sprecherin von Lufthansa Group. «First-Class-Reisende können sich künftig zum gleichen Preis für eine der beiden Suiten-Optionen entscheiden: First Class Suite Plus mit besonders viel Platz oder First Class Suite mit etwas weniger Platz, dafür mit Fenster.» Die Änderung betreffe Lufthansa- und Swiss-Flüge ab Juli 2026.

An der neuen Doppelsuite in der Mitte gab es allerdings früh auch andere Kritik - von Crews. Sie sei für Reisende gedacht, die gemeinsam essen oder schlafen wollen. In der Praxis habe sich das Modell jedoch nicht immer bewährt: Paare hätten selten dieselben Schlafrhythmen oder Filmvorlieben. Statt exklusiver Wohlfühlatmosphäre könne so eher ein Gefühl von Enge und Abstimmungspflicht entstehen.

Wir lieben Flugzeuge – und guten Journalismus. Unser Team aus erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren recherchiert, prüft, erklärt. Unterstützen Sie uns für weniger als einen Cappuccino im Monat – und lesen Sie aeroTELEGRAPH ohne Werbung. Jetzt hier klicken und abonnieren. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Die nach vorne gekippte Boeing 787 von Lufthansa: Das Heck ragt in den Himmel.

Lufthansa-Dreamliner: Wie lange dauert die Reparatur nach dem Fahrwerksunfall?

ticker-lufthansa

Passagierin greift andere Passagierin an: Airbus A380 von Lufthansa muss außerplanmäßig in Boston landen

ticker lufthansa group

Lufthansa Group und Airbus feiern 50 Jahre Partnerschaft

ticker lufthansa group

Lufthansa-Aktionär stockt Anteile auf

Video

König Felipe VI. und Prinzessin Leonor: Flogen gemeinsam.
Prinzessin Leonor befindet sich auf der letzten Etappe ihrer militärischen Ausbildung. Ein Höhepunkt folgte nun in San Javier: Die spanische Thronfolgerin flog gemeinsam mit König Felipe VI. in einer Formation – mit einer Pilatus PC-21.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Cessna 182 nach der Landung: Der Propeller fehlt.
Nachdem er einen ungewöhnlichen Geruch bemerkt hatte, brach ein Fluglehrer den Flug mit einer Cessna 172 ab. Im Landeanflug spitzte sich die Lage dann dramatisch zu.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die Alternativroute für Project Sunrise: Sie führt am Nordpol vorbei.
Wenn die australische Fluggesellschaft ab 2027 nonstop zwischen Sydney und London fliegt, führt ein Teil der Flüge über eine der entlegensten Regionen der Erde. Die nördliche Alternativroute über die Polarregion bringt Qantas mehr Flexibilität und den Passagieren außergewöhnliche Ausblicke.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin