Präziosionsarbeit: Die beiden Flieger der Jubiläumsflüge LH2026 und LH1926 rollen in Berlin ans Gate - synchron.

Jubiläumsflug 100 JahreLH1926: Eine Reise zurück in die Anfänge von Lufthansa

Vor 100 Jahren startete eine kleine Fokker-Grulich F.II mit fünf Menschen an Bord. An Sotermontag hebt ein Dreamliner mit fast 300 Gästen ab – exakt auf derselben Route. Lufthansa inszeniert ihr Jubiläum mit parallelen Starts, historischen Anklängen und viel Symbolik.

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Üblicherweise fliegt Flug LH1926 täglich um 11 Uhr von München nach Berlin. Es ist eine ganz gewöhnliche Inlandsverbindung von Lufthansa, wie es noch viele andere gibt. Doch am Ostermontag ist alles anders. Flug LH192 ist da etwas ganz Besonderes. Das liegt am Datum: Am 6. April 1926 führte die deutsche Fluggesellschaft ihren allerersten Flug durch, damals noch Luft Hansa geschrieben.

Die Flugnummer LH1926 gehört an diesem historischen Tag dem Sonderflug, der den allerersten Flug der deutschen Fluglinie nachstellt. Er führt von Berlin nach Zürich. Gegenüber dem Original gibt es freilich Unterschiede. An Gate B17 des BER steht zum Abflug um 15 Uhr die Boeing 787-9 mit dem Taufnamen Berlin bereit. Sie ist 62,8 Meter lang und bietet 287 Passagieren Platz. Beim Erstflug vor hundert Jahren stand eine elf Meter lange Fokker-Grulich F.II auf dem Vorfeld, die vier Gästen in der Kabine und einem weiteren im offenen Cockpit Platz bot. Und gestartet ist sie seinerzeit in Tempelhof, dem Berliner Flughafen, den es inzwischen nicht mehr gibt.

«Pioniergeist, Innovation und Verbindung von Menschen»

Die Boeing 787-9 mit dem Kennzeichen D-ABPU wurde nicht zufällig für den Sonderflug gewählt. Sie trägt die imposante Kranich-Sonderlackierung zum 100. Jubiläum. Alles andere wäre nicht angemessen gewesen. Den Passagierinnen und Passagieren und den geladenen Gästen bekommen vor dem Abflug zudem noch eine Schau mit Musik aus den Zwanzigerjahren (zumindest teilweise), Spiele und ein reichhaltiges Speiseangebot geboten.

Natürlich werden auch Reden gehalten - von Berlins Bürgermeister Kai Wegner und Flughafenchefin Aletta von Massenbach, die der Jubilarin gratulieren und zugleich nochmals den Wunsch nach mehr Langstreckenverbindungen ab der deutschen Hauptstadt platzieren. Auf den geht Lufthansa-Chef Jens Ritter nicht ein. Vielmehr betont er den Grund zum Feiern. Der Blick zurück auf die Anfänge zeige, wofür seine Airline stehe: «Pioniergeist, Innovation und Verbindung von Menschen.»

Airbus A350 und Boeing 787 kommen synchron in Berlin an

Die Gäste haben da bereits einen Höhepunkt erlebt. Die Boeing 787-9 von Sonderflug LH1926 und der Airbus A350 des gleichzeitig stattfindenden Sonderfluges LH2026 nach Köln/Bonn sind zuvor aus Frankfurt und München kommend synchron gelandet und synchron zu ihren Gates gerollt. Auf dem Weg dorthin sind sie von der Feuerwehr mit einer Wasserfontäne begrüßt worden.

Als der Dreamliner von Flug LH1926 schließlich kurz nach 15 Uhr vom Gate zurückgestoßen wird und auf Startbahn 25L Schub gibt, bietet sich den Passagierinnen und Passagieren und den Schaulustigen am Flughafen Berlin-Brandenburg ein zweites Spektakel. Denn gleichzeitig startet auf der parallelen Piste 25R der Airbus A350 mit dem Kennzeichen D-AIXL als gleichzeitiger Sonderflug gleichzeitig Richtung Köln/Bonn.

Sonderflug von Lufthansa bekommt Wasserfontäne

Auf dem Flug wird den Gästen sein Spezialmenü serviert (auf den ersten Flügen gab es übrigens noch kein Essen). Die Stimmung ist locker, mit dabei sind neben Mitarbeitenden und geladenen Gästen vor allem auch viele Luftfahrtfans. Und man tauscht seine Erlebnisse untereinander aus. Die Boeing 787 fliegt der originalen Strecke nach, lässt aber etwas aus.

Die Fokker-Grulich F.II machte am 6. April 1926 noch Zwischenlandungen in Halle, Erfurt und Stuttgart aus. Die drei Städte überfliegt der Dreamliner von Flug LH1926 aber immerhin, bevor er zuerst eine Zusatzrunde über dem Schwarzwald, über Konstanz und dem Rheinfall dreht und schließlich in Zürich landet. Dort gibt es für die D-ABPU erneut eine Wasserfontäne. Und die Fluggäste werden nach dem Aussteigen von einem Jodelchor und einem Alphornbläser begrüßt.

Der Originalflug von Lufthansa landete woanders

Auch ganz am Ende ist etwas anders als beim allerersten Flug von Luft Hansa. Denn die Fokker-Grulich F.II landete 1926 nicht dort, wo der Dreamliner mit der Jubiläumslackierung ankommt. Denn der heutige Flughafen Zürich existierte damals noch gar nicht. Die Piloten der deutschen Fluglinie setzten damals am Flughafen Dübendorf auf, der als Wiege der Schweizer Luftfahrt gilt. Heute jedoch wird er nur noch von historischen Flugzeugen, der Schweizerischen Rettungsflugwacht, Armeeflugzeugen und -hubschraubern sowie Spezialflugzeugen für Vermessungsflüge genutzt.

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