Kunstflugstaffeln begeistern seit Jahrzehnten Millionen von Zuschauern. Die italienische Frecce Tricolori ist mit zehn Flugzeugen das größte Jet-Kunstflugteam der Welt. In der Schweiz gibt es die Patrouille Suisse, in den USA die Blue Angels und die Thunderbirds. Die kanadische Kunstflugstaffel heißt Snowbirds (Schneevögel) und die Kanadier setzen seit 1971 auf das heimische Modell CT-114 Tutor.
Entworfen und gebaut wurde das zweisitzige Schulflugzeug mit Strahlantrieb von Canadair. In der Produktionszeit zwischen 1963 und 1966 wurden 212 Exemplare gebaut. Die kanadische Luftwaffe war mit 190 Exemplaren der größte Abnehmer und hat das Flugzeug bis ins Jahr 2000 zu Schulungszwecken eingesetzt. Kanadas Ex-Premier Justin Trudeau stellte 2021 sogar weitere 30 Millionen Dollar bereit, um die Canadair CT-114 bis 2030 flugfähig zu halten.
Kanada will mindestens neun Pilatus PC-21 - so viel steht fest
Doch das scheint nicht mehr zu reichen. Kanadas Verteidigungsminister David McGuinty erklärte am 19. Mai, die Canadair CT-114 Tutor nach der Flugsaison 2026 stillzulegen. Laut dem Sender CTV News sollen Sicherheitsbedenken an den über 50 Jahre alten Flugzeugen ausschlaggebend sein. Gleichzeitig gab er bekannt, welches Flugzeug für die Snowbirds künftig fliegen soll. Die Kunstflugstaffel der Royal Canadian Air Force setzt künftig auf den PC-21 von Pilatus Aircraft.
Laut einer Mitteilung der kanadischen Luftwaffe soll die Modernisierung Anfang der 2030er-Jahre abgeschlossen sein. Wie viele Flugzeuge konkret bestellt werden, ist unklar. Die Regierung spricht davon, die «unverwechselbare Neun-Flugzeug-Formation» wiederaufleben lassen zu wollen. Der Pilatus PC-21, der bei der kanadischen Luftwaffe als CT-157 Siskin II bezeichnet wird, soll sowohl als Trainings- als auch als Showflugzeug für die Snowbirds dienen. Die Kunstflugstaffel macht bis zur Indienststellung der neuen Flugzeuge Pause.
Pilatus PC-21 ist bei zahlreichen Luftwaffen im Einsatz
Der Pilatus PC-21 ist, anders als die CT-114, ein Turboprop-Trainingsflugzeug. Angetrieben wird es von einem Pratt & Whitney Canada-Triebwerk mit 1600 PS. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von rund 685 km/h ist es darauf ausgelegt, Pilotinnen und Piloten auf den Umstieg auf Kampfjets vorzubereiten. Der Erstflug fand im Juli 2002 statt. Mehrere Luftwaffen weltweit setzen den PC-21 bereits ein, darunter Australien, Frankreich, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Spanien.
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