Airbus A320 von Cham Wings wird im Januar 2021 entladen: Humanitäre Fracht bei heikler Airline.

Cham WingsEU hebt Sanktionen gegen umstrittene Airline auf

Cham Wings wird von den USA der Unterstützung des syrischen Regimes verdächtigt. Die EU hat nun ihre Sanktionen gegen die Fluglinie aufgehoben. Ganz anders sieht es bei deren Eigentümer aus.

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Die EU hat ihre Sanktionen gegen die private syrische Fluggesellschaft Cham Wings diese Woche aufgehoben. Sie hatte der Airline zuvor vorgeworfen, vergangenes Jahr Flüchtlinge nach Belarus geflogen zu haben, damit das Regime in Minsk diese als Druckmittel gegen Europa verwenden kann.

Trotz der Aufhebung der Sanktionen ist Cham Wings auch in Europa weiterhin nicht ohne Makel. Die Europäische Union hat am Donnerstag (21. Juli) neue Sanktionen gegen syrische Personen ausgerufen. Einer der Betroffenen ist Issam Shammout, ein Verbündeter von Präsident Bashar al-Assad. Shammout habe geholfen, Söldner für Russland zu rekrutieren, um im Ukraine-Krieg zu kämpfen. Er ist Eigentümer von Cham Wings.

In den USA immer noch sanktioniert

In den USA steht die Fluglinie immer noch unter Sanktionen. Cham Wings habe «mit Vertretern der syrischen Regierung zusammengearbeitet, um Kämpfer nach Syrien zu transportieren», schrieb das Finanzministerium der Vereinigten Staaten 2016 in einer Sanktionsanordnung, die bis heute gilt. Zudem habe die Fluggesellschaft den syrischen Militärgeheimdienst bei der Beförderung von Waffen und Ausrüstung für das syrische Regime unterstützt.

Damit nicht genug. Der Flug von Cham Wings von Damaskus nach Dubai sei «eine der Hauptrouten, die der syrische Militärgeheimdienst zur Geldwäsche in der gesamten Region nutzte», so das Finanzministerium in Washington. Dabei hätten die Beamten alle beteiligten Parteien bezahlt, «um sicherzustellen, dass sie weiterhin Geschäfte mit dem Assad-Regime machen würden», heißt es weiter.

WHO charterte Flieger von Cham Wings

Ausgerechnet diese Fluggesellschaft hatte auch ie Weltgesundheitsorganisation WHO im Januar 2021 gechartert, um humanitäre Hilfe wie beispielsweise Medikamente nach Libyen zu fliegen. Der Flug ging von Dubai nach Benghazi.

«Aufgrund der Lage vor Ort sind die Möglichkeiten für Luftfrachtlieferungen nach Libyen minimal, und in diesem Fall wurde die medizinische Fracht der WHO von der Fluggesellschaft Chams Wings transportiert, die nicht den Sanktionen der Vereinten Nationen unterliegt», sagte ein WHO-Sprecher damals gegenüber dem Portal Middle East Eye.

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