Florian Fritsch, Boeing 737 von Jet Airways: Der Schwabe stieg vom Rettungssanitäter zum Investor auf und wird jetzt Airline-Eigentümer.

Florian FritschDeutscher Investor schnappt sich Jet Airways

Insolvenzverwalter und Gläubiger haben dem Verkauf der insolventen Fluggesellschaft zugestimmt. Beim siegreichen Konsortium dabei ist auch der deutsche Investor Florian Fritsch.

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Er war Rettungssanitäter, Feuerwehrmann und Motorsportler. Der «Reiz am Abenteuer» ziehe sich «wie ein roter Faden» durch sein Leben, sagt Florian Fritsch über sich selbst. Das gilt auch in seinem heutigen Job als Investor. Die Risikobereitschaft sei in Deutschland und Europa zu klein, sagt der 42-jährige Deutsche. Genau das brauche man aber, wenn man Erfolg haben wolle.

Jetzt hat der Mann aus Albstadt auf der Schwäbischen Alb ein neues Abenteuer begonnen, bei dem er durchaus Risikobereitschaft beweist. Er will zusammen mit Partnern Jet Airways wieder in die Luft bringen. Die Gläubigerversammlung der insolventen indischen Fluggesellschaft hat einem Konsortium den Zuschlag gegeben. Dem gehört die Londoner Finanzgesellschaft Kalrock Capital an, die von Fritsch kontrolliert wird. Mit an Bord ist auch der indischstämmige Investor Murari Lal Jalan, der heute in Dubai lebt.

Jet Airways soll Flugzeuge verkaufen und neue kaufen

Das Konsortium hat gemäß dem TV-Sender CNBC-TV18 insgesamt 8,66 Milliarden Rupien oder umgerechnet 100 Millionen Euro für Jet Airways geboten. Allerdings fließt nur ein Teil in bar. Die Gläubiger  der Fluglinie – unter ihnen die State Bank of India – erhalten auch Schuldverschreibungen und Beteiligungsrechte. Am Ziuel angelangt wollen die neuen Besitzer nicht lange fackeln.

Schon in den kommenden Wochen wollen sie ein neues Luftverkehrsbetreiberzeugnis (Englisch: Air Operator Certificate oder kurz AOC) beantragen.  Zudem planen Kalrock und Lal Jalan, verloren gegangene Slots zurückverlangen. Ihr Ziel: Aus Jet Airways wieder eine Fluggesellschaft machen, die ein großes Langstreckenangebot bietet. Flugzeuge, die sich noch immer in Besitz des Unternehmens befinden, etwa Boeing 737, 777 und Airbus A330, sollen verkauft und neue gekauft werden.

Die erste private Fluggesellschaft Indiens

Jet Airways veränderte einst den indischen Markt. Sie war die erste private Fluggesellschaft des Landes der Neuzeit. Dank neuen Fliegern, attraktiven Preisen und gutem Service wurde sie rasch zur größten Anbieterin. Etihad Airways beteiligte sich.

Doch die knallharte Konkurrenz neuerer Anbieter und steigende Kosten brachen ihr 27 Jahre nach der Gründung das Genick. Im April 2019 stellte Jet Airways den Betrieb ein. Seither versuchten die Insolvenzverwalter, neue Investoren zu finden. Im Juli meldeten sie, es gebe vier ernsthafte Interessenten. Durchgesetzt hat sich am Ende Fritsch mit seinem Geschäftspartnern.

«Stop talking – just do it!»

Seine Karriere begann Fritsch als er nach dem Abitur  eine Ausbildung zum Rettungssanitäter machte. Angestellt zu sein, war aber nicht sein Ziel. Er gründete in der Bodenseeregion ein eigenes Krankentransportunternehmen. «Weil ich für den Betrieb ein Gebäude gebaut habe, kam ich eher zufällig zur Immobilienwirtschaft. Ich begann in Immobilienprojekte zu investieren und gleichzeitig mit jungen Unternehmern zusammenzuarbeiten», erzählte er einmal der Zeitung Liechtensteiner Vaterland.

Inzwischen wohnt Fritsch in der Schweiz und ist als Business-Angel unterwegs und investiert in Immobilien, Jungfirmen und nicht börsennotierte Unternehmen. «Ich helfe jungen Gründern, Ideen in gewinnbringende Geschäftsmodelle zu verwandeln und ihre Visionen zu verwirklichen», erklärte er dem Blatt. Und sein Motto lautet: «Stop talking – just do it!»

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