Flieger von Air Berlin am Flughafen Köln/Bonn: Womit reisen jetzt die Ministerialbeamten?

Shuttle Bonn - BerlinBundesbeamte haben ein Air-Berlin-Problem

Bis heute reisen viele Bundesbeamte zwischen Bonn und Berlin hin und her. Mit Air Berlin verschwindet nun jedoch der Luftfahrtpartner. Aushelfen sollen Videokonferenzen.

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Es war kein kleiner Umzug: Im Juli 1999 rollten 24 Züge mit Umzugsgut des Bundestages von Bonn nach Berlin, darunter etwa 36.000 Bücher sowie 11.000 Meter Akten. Am 1. September nahmen das Parlament und die Regierung Deutschlands dann offiziell die Arbeit am neuen Regierungssitz auf. Auch wenn die ehemalige Hauptstadt in der Wahrnehmung der meisten Deutschen heute keine große Rolle mehr spielt: Auch 2017 haben noch alle Bundesministerien Sitze in beiden Städten - neun mit Hauptsitz in Berlin, sechs in Bonn.

Damit fallen auch etliche Dienstreisen an. «Im Jahr 2015 wurden 33.307 Dienstreisen zwischen den Standorten Berlin und Bonn durchgeführt, davon 20.678 teilungsbedingt», heißt es in einem Bericht der Bundesregierung. Oft kommt dabei auch das Flugzeug zum Einsatz. Das könnte nun zum Problem werden: Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, hat die nun insolvente Air Berlin bisher einen großen Teil der Ministerialbeamten befördert, auf Grundlage eines Vertrages mit dem Bundesverkehrsministerium.

Weniger fliegen, mehr Videokonferenzen

Nun muss das Ministerium die Zusammenarbeit laut dem Bericht neu ausschreiben. Vor Herbst 2018 werde aber wohl kein Beamter in diesem Rahmen abheben. Daher sollen die Beschäftigten die Dienstreisen auf das «notwendige Maß» beschränken, zitiert der Spiegel aus einer Dienstanweisung. Angesichts wegfallender Flüge wird den Beamten in dem Papier auch zur «Durchführung des Dienstgeschäfts über Video- und Telefonkonferenz» geraten sowie zur Reise mit der Bahn.

Langfristig ist die Zahl der teilungsbedingten Dienstreisen deutlich gesunken: Im Jahr 1997 waren es noch 111.300, im Jahr 2013 nur noch 20.200. In den vergangenen Jahren blieb die Zahl aber auf einem konstanten Niveau. So forderte die Linksfraktion im Bundestag, die Zweiteilung zwischen Berlin und Bonn endgültig aufzuheben, da die Kosten nicht zu rechtfertigen seien, insbesondere die der Dienstreisen in Höhe von rund 4,7 Millionen Euro. Der Antrag wurde im Juni 2017 mit den Stimmen aller anderen Fraktionen abgelehnt.

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