First, Business, Premium EconomyBei Lufthansa sind plötzlich die teuersten Plätze zuerst weg

Früher füllte sich bei Lufthansa zuerst die Economy Class, während in First und Business noch Plätze frei waren. Inzwischen hat sich das Muster umgekehrt. Auf der Langstrecke macht der Konzern mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit Premium - und sieht zugleich Schwächen in der Economy.

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Früher war das Muster bei Lufthansa ziemlich eindeutig: Zuerst füllte sich die Economy Class. In First und Business waren dagegen selbst wenige Tage vor dem Abflug oft noch Plätze frei. Doch damit ist es vorbei. «Jetzt ist es andersrum», sagte Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr am Montag (28. September) bei einer Veranstaltung vor Journalistinnen und Journalisten in Frankfurt.

«Die First, die Business, Premium Economy verkaufen sich zuerst», so der Lufthansa-Group-Chef. In der Economy Class sieht Lufthansa dagegen derzeit teilweise eine Schwäche. Vor allem auf Verbindungen von Deutschland in Richtung USA etwa blieben auch einmal Sitze leer.

Auf der Langstrecke macht Lufthansa mehr als die Hälfte des Umsatzes mit Premium

Spohr spricht von einem «aktuell noch ungebrochenen Premium-Boom». Und der macht sich nicht nur daran bemerkbar, welche Kabinenklasse zuerst voll wird. Ein großer US-Wettbewerber erziele inzwischen mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit den Premiumklassen, sagte der Lufthansa-Chef. «Da sind wir auf der Langstrecke auch.» Auf der Kurzstrecke sei Lufthansa aber noch nicht so weit.

Das kommt dem Konzern entgegen. Lufthansa hat viele ihrer Angebote an vergleichsweise teuren Standorten wie Deutschland und der Schweiz. Noch vor zehn Jahren habe in der Branche vor allem das Thema Billigflug dominiert, so Spohr. Heute entwickele sich der Markt stärker in eine Richtung, die besser zur Positionierung des Konzerns passe.

Hälfte der Flotte von Lufthansa bis Ende des Jahres mit neuen Kabinen

Daher steckt Lufthansa viel Geld in genau diese Kundschaft. Bis Ende des Jahres soll die Hälfte der klassischen Lufthansa-Flotte mit neuen Kabinen ausgestattet sein. Bei Allegris beobachtet der Konzern laut Spohr nicht nur gute Bewertungen von Kabine und vor allem auch Service. Die Passagiere seien auch bereit, für die verschiedenen Möglichkeiten bei der Sitzwahl zusätzlich zu bezahlen.

Auch der Airbus A350-1000 passt in diese Entwicklung. Lufthansa erwartet das erste Exemplar im November. Der Jet bekommt eine vergleichsweise große Business Class und damit zusätzliche Kapazität in genau jenem Bereich, in dem die Nachfrage derzeit besonders stark ist.

Premiumnachfrage trotz globalen Krisen hoch

Dabei wird Fliegen gerade teurer. Spohr geht inzwischen davon aus, dass die zusätzlichen Treibstoffkosten in diesem Jahr höher ausfallen werden als die zuvor von ihm genannten 1,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig könne Lufthansa höhere Preise am Markt durchsetzen.

Gerade im Premiumsegment sei die Nachfrage trotz der Preissteigerungen «erstaunlich robust». Selbst die geopolitischen Unsicherheiten ändern daran bislang wenig. Kriege und Krisen führten in der Luftfahrt normalerweise dazu, dass Menschen beim Reisen zurückhaltender würden, erklärte Spohr. Diesen Effekt könne Lufthansa derzeit nicht erkennen.

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