Blick aus einem Airbus A330 Neo von Tap auf Lissabon: Nun ist klar, wie die Privatisierung umgesetzt wird.

Auch Lufthansa Group interessiertIn diesen sechs Schritten privatisiert Portugal Tap

Nach Jahren der Vorbereitung macht die portugiesische Regierung ernst: Die Privatisierung der Nationalairline startet offiziell. Mit dem nun vorliegenden Pflichtenheft ist klar, wie der Verkauf von Tap ablaufen soll und bis wann er abgeschlossen sein dürfte.

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

Schon im Juli stellte Portugals Infrastrukturminister Miguel Pinto Luz klar, dass die Regierung die Privatisierung der Nationalairline zügig vorantreiben will. Man habe verschiedene Vorgehensweisen geprüft und Anpassungen am Plan vorgenommen. Doch am Verkauf wolle man festhalten, die Rahmenbedingungen seien aktuell besonders günstig. Schließlich meldete Tap im Frühjahr den höchsten Gewinn ihrer Geschichte und erreichte 2024 mit 15,9 Millionen Fluggästen fast wieder das Vorpandemieniveau.

Anfang September legte Lissabon die Details zum Privatisierungsprozess fest. Mit der Veröffentlichung des Beschlusses Nummer 141-B/2025 im Amtsblatt Portugals sind nun auch alle Einzelheiten öffentlich bekannt. Das sind die Schritte, die bei der Privatisierung von Tap nun anstehen.

Schritt 1: Veröffentlichung der Regeln

Den ersten Schritt ist die Regierung schon gegangen. Der Ministerrat in Lissabon hat das Pflichtenheft veröffentlicht. Es regelt die Details der direkten Veräußerung von bis zu 44,9 Prozent der Tap-Anteile an einen Referenzinvestor sowie die Ausgabe von bis zu fünf Prozent an Mitarbeitende. Zulässig sind nur Airline-Betreiber mit mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz in einem der vergangenen drei Jahre.

Schritt 2: Interessensbekundungen

Bis zum 22. November um 16:59 Uhr können potenzielle Käufer ihr Interesse anmelden und ihre Eignung belegen. Danach hat die staatliche Beteiligungsgesellschaft Parpública 20 Tage Zeit, die Unterlagen zu prüfen und der Regierung einen Bericht vorzulegen.

Schritt 3: Erste Angebote

Binnen 20 Tagen nach Vorlage des Berichts dürfen die geeigneten Interessenten ein erstes, unverbindliches Angebot abgeben. Dafür gilt eine Frist von maximal 90 Tagen. Enthalten sein müssen unter anderem Preis und Angaben zur Finanzierung. Anschließend bewertet Parpública die Offerten und legt der Regierung innerhalb von 30 Tagen eine Einschätzung vor.

Schritt 4: Verbindliche Angebote

Die besten Bewerber werden vom Ministerrat eingeladen, verbindliche Offerten einzureichen. Dafür gilt ein Zeitraum von höchstens 90 Tagen, der auch verkürzt werden kann. Danach erstellt Parpública ein weiteres Gutachten über die Angebote.

Schritt 5: Auswahl und Vertragsunterzeichnung

Die Regierung entscheidet dann, ob sie direkt das beste Angebot annimmt oder noch nachverhandelt. Im Anschluss genehmigt sie die Vertragsentwürfe, die binnen 15 Tagen nach Zustimmung des Käufers unterzeichnet werden müssen.

Schritt 6: Abschluss im Unternehmen

Zum Schluss wird eine Hauptversammlung der Tap einberufen, um alle Beschlüsse zur Umsetzung der Privatisierung sowie der vereinbarten strategischen Pläne zu verabschieden. Damit wäre der Prozess formal abgeschlossen.

Damit liegt der Abschluss - also die Unterzeichnung des Kaufvertrags - innerhalb des im Pflichtenheft vorgesehenen Maximalrahmens von einem Jahr ab Veröffentlichung/Fristbeginn. Nach all diesen Fristen kommt man dabei nämlich auf den 13. September 2026. Eine Verlängerung wäre laut der Regierung möglich.

Der künftige Investor muss seine Beteiligung mindestens fünf Jahre halten. Neben dem Preis zählen bei der Bewertung auch Pläne für Flottenerweiterung, Wartung, nachhaltige Treibstoffe sowie die Einhaltung bestehender Arbeitsverträge.

Und das sind die Interessenten

Mehrere große Konzerne haben bereits ihr Interesse angemeldet. Air France-KLM erklärte, man verfolge den Prozess «sehr aufmerksam». Auch IAG, die Mutter von British Airways und Iberia, wartet auf den nächsten Schritt. Lufthansa-Chef Carsten Spohr traf sich Anfang September mit der portugiesischen Regierung, um die Pläne seiner Gruppe vorzustellen.

2024 erwirtschaftete Tap einen Reingewinn von 53,7 Millionen Euro – das dritte Plus in Serie. Der Umsatz erreichte mit 4,24 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert, befördert wurden rund 16,1 Millionen Passagiere. Auch das Wartungsgeschäft wuchs kräftig. Zum Jahresende stand eine Liquidität von 651,6 Millionen Euro in den Büchern, Anfang 2025 kam eine weitere Kapitaleinlage von 343 Millionen Euro hinzu.

Mehr zum Thema

ticker tap air portugal

Embraer E190 von Tap kreist mit technischen Problemen mehr als zwei Stunden über Norddeutschland

ticker tap air portugal

Tap fliegt neu nach Athen

ticker tap air portugal

Tap baut neues Wartungszentrum für große Checks in Porto

ticker tap air portugal

Tap erneuert Weinkarte an Bord und setzt auf 55 portugiesische Marken

Video

Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Tu-214 in einer Halle: S7 Airlines steht kurz vor der Bestellung von 100 Exemplaren.
Russlands Fluglinien brauchen dringend neue Flugzeuge. Die beiden größten des Landes, Aeroflot und S7 Airlines, reagieren nun mit Großbestellungen - sie wollen 190 Tupolev Tu-214 und Yakovlev MS-21 ordern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
vueling airbus a320 mann auf flugzeug
Sicherheitsvorfall am Flughafen Valencia. An dem spanischen Airport ist am Wochenende ein junger Mann auf ein Flugzeug von Vueling geklettert.
Timo Nowack
Timo Nowack