Leitwerk eines Airbus A220 von Air Baltic: Die Fluggesellschaft muss sparen.

SparkursBei Air Baltic verschwinden Spucktüten vom Sitz und Müllbeutel aus dem Cockpit

Air Baltic muss sparen. Und das sogar bis ins kleinste Detail. Das bekommen Reisende und Crews gleichermaßen zu spüren.

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Es ist kein Gegenstand, zu dem man als Reisender gerne greift. Doch für manche ist er eben doch essenziell: die Spucktüte in der Sitztasche. Bei Air Baltic wird man ihn dort künftig allerdings nicht mehr finden. Die lettische Fluggesellschaft streicht ihn ab dem 1. Oktober aus der Standardausstattung am Sitz. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf ein internes Dokument. Das zeigt: Air Baltic spart auch bei den allerkleinsten Dingen, nachdem sie Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet hat. Jeder Cent zählt.

Ganz verschwinden die Beutel nicht aus den Flugzeugen. Rund 50 Stück sollen künftig im hinteren Teil der Kabine lagern und nur noch auf Nachfrage ausgegeben werden. Die meisten Airbus-Flugzeuge von Air Baltic können laut Bloomberg rund 150 Passagiere befördern. Gespart wird auch an anderer Stelle: Desinfektionsgel und Kosmetiktücher verschwinden aus den Toiletten, Müllbeutel aus dem Cockpit. Air Baltic erklärt, die Änderungen entsprächen den Sicherheits- und Regulierungsvorschriften sowie der üblichen Praxis in der Branche.

Crews von Air Baltic dürfen nicht mehr in Lounges

Auch die Crews bekommen den Sparkurs zu spüren. Wo Reinigungsleistungen an Flughäfen reduziert werden, soll das Kabinenpersonal in einigen Flugzeugen selbst Abfall entfernen. Zudem sollen Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter nach den Mahlzeiten die Tabletts der Cockpitcrew einsammeln. Bereits seit vergangener Woche dürfen Besatzungen die Wartezeiten zwischen Flügen nicht mehr in Business Lounges verbringen. Denn für jeden Besuch muss die Airline Geld zahlen.

Air Baltic hat vergangene Woche in New York Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Auch ihre Flottenpläne hat die Airline zusammengestrichen: Statt der früher für 2031 vorgesehenen 100 Airbus A220 sollen es nur noch 40 sein. «Jeder Ausgabenbereich muss sorgfältig geprüft werden», heißt es laut Bloomberg in einem internen Schreiben der Airline. Dazu gehörten auch Leistungen und Annehmlichkeiten, an die sich die Crews gewöhnt hätten.

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