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Auslieferungen und Bestellungen 2022

Airbus vs. Boeing – wer schlug sich 2022 wo am besten?

Die beiden großen Flugzeugbauer gaben am selben Tag ihre Zahlen zu Lieferungen und Bestellungen bekannt. Airbus behält die Krone auch 2022 auf und gibt sich optimistisch. Doch in einer Kategorie gewann Boeing klar.

aeroTELEGRAPH

Airbus A350: Bei Langstreckenjets lagen die Europäer deutlich hinter Boeing.

Airbus hat es sich an der Spitze fast schon bequem gemacht. Er freue sich darauf, dass Airbus sich an der Position auch im kommenden Jahr behaupten werde, so Verkaufschef Christian Scherer im Gespräch mit Medien anlässlich der Bekanntgabe von Bestellungen und Auslieferungen für das Jahr 2022. Tatsächlich lag Airbus in beiden Bereichen deutlich vor dem Konkurrenten aus den USA. Das vierte Mal in Folge.

Kein Wunder. Boeing kämpft seit den Abstürzen von zwei Boeing 737 Max in den Jahren 2018 und 2019 und dem darauffolgenden Grounding mit Problemen. Die Anpassungen am Mittelstreckenjet kosteten den Flugzeugbauer Zeit und viel Geld. Ebenso wie das Grounding. Auch Probleme mit der 787 sorgten bei Boeing für Verzögerungen und geringere Einnahmen.

Erfolg bei Mittelstreckenfliegern mit größerer Reichweite

Weil dies Boeing zwang, die Entwicklung eines neuen Flugzeuges erst einmal auf die lange Bank zu schieben, sieht Airbus sich mit dem Airbus A321 LR und dem XLR, der im zweiten Quartal 2024 erstmals ausgeliefert werden soll, gut aufgestellt. Kunden würden nicht mehr warten wollen, bis etwas Neues auf den Markt kommt, so der Verkaufschef.

Boeing brachte es 2022 auf 480 ausgelieferte Flugzeuge. Der Löwenanteil 2022 entfiel auf die Boeing 737. Insgesamt 387 Exemplare des Mittelstreckenjets gingen an Kunden. Der Konkurrent brachte es auf 663 Auslieferungen. Auch bei den Auftragszahlen lag Airbus vorn – allerdings knapper. Boeing sammelte netto Bestellungen von 774 Flugzeugen ein, Airbus schloss 2022 mit 820 Nettoaufträgen ab.

Netto im Minus auf der Langstrecke

In einem wichtigen Segment allerdings schnitt Airbus deutlich schlechter als Boeing ab: Netto resultierten bei Boeing Bestellungen für 213 Großraumflieger: 114 Dreamliner, 33 777X-Frachter, 35 777-Frachter und 31 Boeing 767, von denen zehn zehn Frachter und 21 Air-Force-Tankflugzeuge sind.

Bei Airbus stand in diesem Segment unter dem Strich ein Minus von 55 Flugzeugen. Vor allem der Airbus A330 Neo lieferte keine gute Bilanz ab. Air Asia X annullierte bereits im Frühjahr Bestellungen für 63 Airbus A330-900. Insgesamt standen dort 19 Bestellungen 84 Stornierungen gegenüber. Beim Airbus A350 waren es vor allem von Airbus selbst stornierte Bestellungen von Qatar Airways, die für das Minus sorgten. Der Flugzeugbauer und die Airline befinden sich seit einer Weile im Zwist über Lackschäden am Airbus A350.

Trotzdem optimistisch

Christian Scherer gab sich optimistisch. «Wir werden auch weiterhin Verkäufe des Airbus A330 sehen», sagte der Verkaufschef. Die Stornierungen, die es dieses Jahr gegeben habe, hätten alle im Rahmen der Erwartungen gelegen. Zufrieden zeigte er sich mit den Verkäufen des Airbus A350 F. 24 Bestellungen sammelte Airbus 2022 für den Konkurrenten der 777X-Frachtversion ein. Vier davon bestellte ein anonymer Kunde im Dezember.

Der Konkurrenzflieger von Boeing, die Cargovariante der 777X, sammelte 33 neue Bestellungen ein. Inklusive Umwandlungen der Passagier- auf die Frachtversion brachte Boeing es auf 50 Bestellungen.