Airbus A220-300: Zurzeit noch die größte Variante der ehemaligen C-Series.

Größere A220-VarianteAirbus denkt über A220-500 nach

Der europäische Flugzeugbauer erwägt die Entwicklung eines größeren A220. Solche Überlegungen hatte es schon zu C-Series-Zeiten bei Bombardier gegeben.

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Als A220-100 und A220-300 noch CS100 und CS300 hießen und zu Bombardier gehörten, gab es immer wieder Spekulationen über größere Varianten der C-Series. Der kanadische Flugzeugbauer hatte sich die Namen CS500 und CS900 schützen lassen. Und er hatte immer wieder angedeutet, sich einen Ausbau der Flugzeugfamilie vorstellen zu können.

Der damalige Swiss-Chef Harry Hohmeister sagte 2013 noch vor dem Eintreffen der ersten CS100 bei der Lufthansa-Tochter: «Wenn die Maschine so gut ist, wie Bombardier verspricht, dann wäre eine CS500 oder CS900 vernünftig für uns.» Das machte der Konkurrenz Angst. Boeing wollte eine größere C-Series verhindern, damit aus Bombardier nicht wie einst aus Airbus ein gefährlicher Konkurrent werden kann.

Weiterentwicklung «sehr wahrscheinlich»

Im Endeffekt fehlten den Kanadiern die finanziellen Mittel für eine Weiterentwicklung. So sagte C-Series-Programmchef Rob Dewar 2017 im Interview mit aeroTELEGRAPH auf die Frage nach CS500 und CS900: «Wir verfolgen diese Pläne nicht aktiv.» Mittlerweile ist aus der C-Series der A220 geworden und das Thema, eine größeren Variante zu entwickeln, ist zurück.

Guillaume Faury, Chef von Airbus' Verkehrsflugzeugsparte und designierter Konzernchef, sagte laut dem Fachmagazin Flightglobal, es sei «sehr wahrscheinlich», dass dies geschehen werde. Jedoch könne man erst investieren, wenn man die jetzige A220-Produktion hochgefahren habe und der Jet wirtschaftlich rentabel sei. «Wir sind noch nicht an diesem Punkt», sagte Faury in Mobile im Bundesstaat Alabama, wo Airbus mit dem Bau eines neuen A220-Werkes beginnt. Aber: «Wir sehen sehr großes Potenzial», so der Manager, der Tom Enders an der Konzernspitze nachfolgen soll.

So groß würde wohl ein A220-500

Bei der Entwicklung eines Flugzeuges mit dem potenziellen Namen A220-500 müsste Airbus darauf achten, die eigene A320-Familie nicht weiter zu kannibalisieren. Der A320 Neo hat eine maximale Kapazität von 194 Plätzen und fasst in einer standardmäßigen Zwei-Klassen-Konfiguration 165 Sitze. So groß dürfte eine neue A220-Variante also wohl nicht ausfallen. Anderseits müsste sie größer sein als der A220-300 und der A319 Neo, die beide jeweils eine maximale Kapazität von 160 Plätzen haben. Zum Vergleich: Boeings 737 Max 7 bringt es auf höchstens 172 Sitze, die Max 8 auf 210.

Airbus hatte sich trotz der Übernahme der C-Series entschieden, den A319 im Angebot zu behalten. «Er ist ideal in schwierigen Bedingungen wie hoch gelegenen Flughäfen oder heißes Klima», sagte Airbus-Marketingmanager Antonio Da Costa dazu im Sommer 2018. Außerdem hat der kleinste Jet der A320-Familie mit 6850 Kilometern eine größere Reichweite als der A220-300 mit 5920 Kilometern. Dennoch ist der A319 Neo ein Ladenhüter mit Bestellungen für gerade einmal 55 Exemplare.

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