Airbus A321 Neo in Aeroflot-Farben: Ersatzteile gibt es kaum.

Folgen der SanktionenAirbus-Chef schaut mit Sorge auf Ersatzteillage in Russland

Russischen Airlines fehlen nicht nur Flugzeuge, sondern auch Ersatzteile. Bei Airbus beobachtet man das mit Sorge.

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Ausgeliefert wird schon seit bald einem Jahr nichts mehr nach Russland. Wegen der Sanktionen des Westens infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erhalten die Airlines des Landes weder Flugzeuge noch Ersatzteile. Für Airbus ist das ein weniger großes Problem als für die ursprünglich eingeplanten Kunden. Die Nachfragen nach neuen Fliegern ist groß, der Flugzeugbauer wird sie auch so los - wie etwa einige für Aeroflot bestimmte Airbus A350 an Air India. Andere gingen an Turkish Airlines. 

Dennoch beobachtet auch die Konzernleitung in Toulouse, was mit den von Airbus gebauten Fliegern im Land geschieht. «Wir haben eine gewisse Sichtbarkeit, aber natürlich weniger als vor dem 24. Februar letzten Jahres», so Konzernchef Guillaume Faury diese Woche zu den Medien. «Wir beobachten, dass die russischen Fluggesellschaften trotz der Sanktionen weiter fliegen konnten. Tatsächlich flogen sie in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 mehr als vor Covid.»

«Keine Möglichkeiten zu handeln»

Problematisch ist laut Faury die Situation, was Wartung und Instandhaltung angeht. «Wir hören von Situationen, in denen Teile oder Komponenten fehlen oder einige der Flugzeuge nicht in der Lage sind, weiter zu fliegen», so der Manager. Dennoch spreche man natürlich nicht mit den Fluggesellschaften des Landes. «Wir sind etwas besorgt über die Art und Weise, wie die Flugzeuge betrieben werden, aber wir haben keine wirklichen Möglichkeiten zu handeln», so Faury weiter.

Weil Teile fehlen und gewisse Prozesse gar nicht ohne Hilfe westlicher Firmen durchgeführt werden können, sucht die russische Luftfahrtbranche händeringend nach Lösungen. So versuchen Airlines etwa, die Regierung dazu zu bringen, die Wartungsintervalle westlicher Flugzeuge in Ausnahmefällen zu vergrößern. Laut der Zeitung Isvestiya wollen die Airlines neben den Intervallverlängerungen auch andere Ausnahmeregelungen, wie etwa Erleichterungen bei der Dokumentation des Wartungszustandes.

Schon einen A350 als Ersatzteilspender benutzt

Entschieden hat die Regierung in der Sache noch nicht. Dringend ist es aber allemal. Denn bereits vor Monaten haben die Fluggesellschaften damit begonnen, auch neue Flugzeuge als Ersatzteilspender zu nutzen. Aeroflot etwa schlachtete einen Airbus A350 aus, um andere Flieger des Typs in der Luft zu behalten.

Auch Superjets sind von dem Ersatzteilmangel betroffen - denn obwohl sie Flieger russischer Produktion sind, enthalten sie noch viele westliche Teile. Die Airline Yakutia etwa nutzte daher auch bereits ihrer eigenen Flugzeuge als Ersatzteilspender. Bald soll der Superjet russischer werden. Noch dieses Jahr wolle man die Tests für die russischen PD-8-Triebwerke abschließen, sagte kürzlich Sergey Chemezov, Chef der Irkut-Mutter Rostec.

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