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Start im Frühjahr 2024

Air Malta ist tot – es lebe Malta Airlines

Ende März 2024 geht die alte Nationalairline unter und eine neue geht an den Start. Was die Regierung mit Malta Airlines als Ersatz für Air Malta plant.

In der Nacht vom 30. März auf den 31. März 2024 stirbt eine Nationalairline und es wird eine neue geboren. Denn mit dem Ende des Winterflugplans wird Air Malta den Betrieb einstellen und die neue Malta Airlines starten. Diesen Plan hat die Regierung am Montag (2. Oktober) vorgestellt.

Der Plan ist das Resultat rund 30-monatiger Verhandlungen zwischen Malta und der Europäischen Kommission. Ursprünglich wollte die Regierung frische Mittel in die kriselnde Air Malta investieren. Doch das lehnte Brüssel ab, da die Fluggesellschaft in den letzten zehn Jahren bereits zu viel Staatshilfe erhalten hat.

Regierung investiert 350 Millionen Euro

Da der Inselstaat im Mittelmeer aber eine Nationalairline will, um den wichtigen Tourismus zu fördern, entschied sich die Regierung für eine Neugründung. Dafür investiert sie 350 Millionen Euro. 50 Millionen in der Form von Startkapital und 300 Millionen in der Form von Sacheinlagen wie Hangars, Gebäuden und Flugzeugen.

Ob Malta Airlines wirklich unter diesem Namen fliegen wird, ist noch unklar. Denn die Marke Air Malta gehört der Regierung. Die neue Fluggesellschaft könnte sich um sie bewerben – es müsste allerdings eine öffentliche Ausschreibung geben, wie die Zeitung Malta Independent berichtet. Zwischenzeitlich hatte für die neue Fluglinie auch Valletta Air im Raum gestanden.

Berlin, Düsseldorf, München, Wien und Zürich

Geplant sind für Malta Airlines acht Flugzeuge – gleich viele wie bereits Air Malta besitzt. Drei davon werden der Fluggesellschaft gehören, drei geleast werden. Die Fluggesellschaft soll insgesamt 17 Ziele bedienen – deutlich weniger, als ihre Vorgängerin vor der Pandemie anflog. Damals steuerte Air Malta 37 Destinationen an.

Das Streckennetz steht bereits. Malta Airlines wird nach Amsterdam, Berlin, Brüssel, Catania, Düsseldorf, London-Gatwick, London-Heathrow, Lyon, Madrid, Mailand-Linate, München, Paris-CDG, Paris-Orly, Prag, Rom, Wien und Zürich fliegen. Ab 2026/27 könnte Kopenhagen hinzukommen. Um Heathrow wieder ansteuern zu können, wird die neue Fluglinie die Slots zurückkaufen, die Air Malta an Malta Med Air abgetreten hat.

Suche nach strategischem Partner

Gemäß dem Abkommen zwischen der EU und Malta muss die Regierung ab 2027 einen strategischen Partner für die neue Fluggesellschaft suchen. Oder sie muss sie teilprivatisieren. Der Staat will aber dabei die Mehrheit behalten, wie Premierminister Robert Abela bei der Bekanntgabe der Pläne erklärte.

Mit Malta Medair besitzt der Staat eine zweite Fluggesellschaft. Sie betreibt eine Flotte von zwei Airbus A320, die vor allem für Wet-Lease-Aufträge eingesetzt werden. Was aus ihr werden soll, ist noch nicht klar.