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Wenn EU Nein sagt

Air Malta droht die Auflösung

Maltas Regierung hat einen Plan B für den Fall, dass sie Air Malta finanziell nicht mehr unterstützen darf. Sie kopiert dabei Italien.

Tobias Gudat

Airbus A320 Neo von Air Malta: Unklare Zukunft.

Air Malta braucht Hilfe. Die nationale Fluglinie des südeuropäischen Inselstaates schreibt seit Jahren hohe Verluste. Daher will die Regierung der Airline mit einem Hilfspaket von 290 Millionen Euro unter die Arme greifen. Jedoch braucht sie dafür grünes Licht von der EU.

Im vergangenen Jahr scheiterte Malta in Brüssel im ersten Anlauf mit dem Plan. Da die Fluglinie 2012 schon ein Mal Staatshilfe erhalten hatte, stehen die Chancen auch im zweiten Anlauf nicht gut. Aktuell laufen dazu die Gespräche zwischen der maltesischen Regierung und der EU-Kommission. Doch offenbar gibt es einen Plan B.

Neue Fluggesellschaft mit weniger Personal

Die Regierung in Valletta hat laut dem investigativen Nachrichtenportal The Shift ein alternatives Vorgehen ausgearbeitet. Demnach würde sie Air Malta Ende Oktober auflösen und parallel eine neue Fluggesellschaft an den Start bringen. Es ist ein ähnliches Vorgehen, wie es in Italien mit Alitalia und ihrer Nachfolgefluglinie ITA Airways getan hat.

Laut den Informationen des Portals ist vorgesehen, alle Mitarbeitenden von Air Malta zu entlassen und einen Teil wieder bei der neuen Airline einzustellen – allerdings zu schlechteren Bedingungen auf dem Niveau von Billigfluglinien. So soll ein Neuanfang mit weniger Personal und Schulden möglich werden. Noch nicht entschieden ist dem Bericht zufolge, ob Air-Malta-Schwester Malta Med Air bei den Plänen eine Rolle spielen wird.

Ziele in Deutschland, Schweiz, Österreich

Air Malta betreibt eine Flotte von drei Airbus A320-200 und vier A320 Neo. Sie fliegt – Stand August 2022 – in Deutschland Düsseldorf und Berlin an, in der Schweiz Genf und Zürich und in Österreich Wien. Das maltesische Finanzministerium wollte sich gegenüber The Shift nicht äußern. Auf Anfrage des Luftfahrtdaten-Portals CH Aviation lehnte auch Air Malta eine Stellungnahme ab.