Boeing B 777-300ER von Air France: Die Airline schnitt schlecht ab.

Prügel für Piloten von Air France

Eine Studie einer amerikanischen Uni zur Sicherheit stellt der französischen Fluglinie offenbar schlechte Noten aus.

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Eigentlich wollte Air France die Studie veröffentlichen. Schließlich waren die Franzosen die ersten in ganz Europa, die sich dem ausführlichen Test unterzogen - um die Diskussionen um die Sicherheit der Airline im Nachgang zum Absturz von AF447 über dem Atlantik ein für alle mal zu beenden. Am Ende wurden die Resultate des sogenannten Line Opération Safety Audit der Universität Austin in Texas jedoch dann doch nur rund hundert auserlesenen Piloten und Gewerkschaftern vorgestellt. Sie alle mussten sich verpflichten, vom Inhalt nichts an die Öffentlichkeit zu tragen. «Wir sind nicht gut», fasste ein Cockpitmitarbeiter die Resultate gegenüber dem Magazin Le Nouvel Observateur dann doch zusammen. Und er fuhr fort: «Das ist ein Schlag mit der Keule».

Für den Line Opération Safety Audit flogen 40 verschiedene Piloten von Air France auf 420 Flügen ihrer Kollegen mit und überprüften die Anwendung der Vorschriften und die Fertigkeiten der Besatzung. In den USA haben sich bereits rund 60 Airlines diesem Test unterzogen, in Europa vor Air France noch keine einzige. Doch das Resultat macht vielen nun Angst. «Ich kann mir nicht vorstellen, was herausgekommen wäre, wenn das externe Experten gemacht hätten» sagte der Pilot im Nouvel Observateur weiter. Die Kernaussage der Studie der amerikanischen Aviatikspezialisten: Die Mehrheit der Piloten von Air France ist exzellent. Aber die Franzosen beschäftigen offenbar auch mehr ungenügend qualifizierte Piloten als die europäische Konkurrenz. «Die Mehrheit der Truppen ist überdurchschnittlich. Aber es gibt große Abweichungen vom Mittel» sagte Air-France-Sicherheitsdirektor Eric Schramm dem Magazin.

Über dem Durchschnitt

Die Airline weist die Kritik des Nouvel Observateur allgemein aber weit von sich. Man habe die Studie nie publizieren wollen, sie sei lediglich eine interne Auswertung. Zudem könne man aufgrund des Inhalts keine Rückschlüsse auf die Sicherheit der Airline ziehen. Die Air Transport Rating Agency in Genf attestiert den Franzosen denn auch, eine der zehn sichersten Airlines der Welt zu sein (aeroTELEGRAPH berichtete).

Unter dem Personal von Air France ist die Verunsicherung seit dem fatalen Crash von Rio - Paris riesig. Damals schon war man beunruhigt, weil interne Kreise bei Airbus die Häufigkeit von Vorfällen bei Air France für vier bis fünf Mal höher hielten als üblich, wie das Magazin L'Express berichtet. Gleichzeitig verzeichnete die französische Airline in zehn Jahren gleich drei große Unglücke: Den Absturz von AF447 (2009), die Explosion der Concorde in Paris (2000) und das Überschießen der Landebahn in Toronto (2008). Die Führung der Airline habe sich der Illusion hingegeben, dass das alles nur dumme Zufälle gewesen seien.

Mehr zum Thema

ticker-air-france

Frankreichs Staatsanwaltschaft fordert Verurteilung von Air France und Airbus wegen Absturz von AF447

Ein Bild, das inzwischen zum Symbol für Unglücksflug AF 447 wurde: Leitwerk des abgestürzten Airbus A330 im Atlantik.

Airbus verteidigt sich vor Gericht gegen Vorwürfe im Fall AF447

Brasilianische Rettungskräfte finden die Heckflosse des A330: Kommt es zehn Jahre später zum Prozess?

Staatsanwaltschaft will Prozess gegen Air France

Der Erstflug des Airbus A330: Am 2. November 1992 hob der neue Langstreckenjet erstmals ab.

Der Start, die dunkelste Stunde und die Zukunft des A330

Video

Absturzstelle: Hier prallte der Jet ins Gebirge.
Der Absturz von Flug MU5735 beschäftigt Ermittlungsbehörden seit mehr als vier Jahren. Jetzt deuten neue Daten darauf hin, dass es im Cockpit der Boeing 737 von China Eastern Airlines vor dem Crash zu einem Kampf um die Kontrolle kam.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der Moment vor der Berührung: Die Boeing 767 von United fliegt extrem niedrig an.
Eine Boeing 767 von United Airlines ist bei der Landung in Newark extrem tief geflogen. Neue Videoaufnahmen zeigen nun von außen, wie das Hauptfahrwerk den Lastwagen auf der Autobahn berührte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Moment der Kollision: Zum Glück verletzte sich der Fahrer nur leicht.
Eine Boeing 767 von United Airlines berührte beim Anflug in Newark einen Lastwagen und einen Lichtmast. Flug UA169 landete dennoch sicher. Brisant: Weder Cockpit noch Flugsicherung registrieren die Kollision zunächst.
Laura Frommberg
Laura Frommberg