Boeing B 777-300ER von Air France: Die Airline schnitt schlecht ab.

Prügel für Piloten von Air France

Eine Studie einer amerikanischen Uni zur Sicherheit stellt der französischen Fluglinie offenbar schlechte Noten aus.

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Eigentlich wollte Air France die Studie veröffentlichen. Schließlich waren die Franzosen die ersten in ganz Europa, die sich dem ausführlichen Test unterzogen - um die Diskussionen um die Sicherheit der Airline im Nachgang zum Absturz von AF447 über dem Atlantik ein für alle mal zu beenden. Am Ende wurden die Resultate des sogenannten Line Opération Safety Audit der Universität Austin in Texas jedoch dann doch nur rund hundert auserlesenen Piloten und Gewerkschaftern vorgestellt. Sie alle mussten sich verpflichten, vom Inhalt nichts an die Öffentlichkeit zu tragen. «Wir sind nicht gut», fasste ein Cockpitmitarbeiter die Resultate gegenüber dem Magazin Le Nouvel Observateur dann doch zusammen. Und er fuhr fort: «Das ist ein Schlag mit der Keule».

Für den Line Opération Safety Audit flogen 40 verschiedene Piloten von Air France auf 420 Flügen ihrer Kollegen mit und überprüften die Anwendung der Vorschriften und die Fertigkeiten der Besatzung. In den USA haben sich bereits rund 60 Airlines diesem Test unterzogen, in Europa vor Air France noch keine einzige. Doch das Resultat macht vielen nun Angst. «Ich kann mir nicht vorstellen, was herausgekommen wäre, wenn das externe Experten gemacht hätten» sagte der Pilot im Nouvel Observateur weiter. Die Kernaussage der Studie der amerikanischen Aviatikspezialisten: Die Mehrheit der Piloten von Air France ist exzellent. Aber die Franzosen beschäftigen offenbar auch mehr ungenügend qualifizierte Piloten als die europäische Konkurrenz. «Die Mehrheit der Truppen ist überdurchschnittlich. Aber es gibt große Abweichungen vom Mittel» sagte Air-France-Sicherheitsdirektor Eric Schramm dem Magazin.

Über dem Durchschnitt

Die Airline weist die Kritik des Nouvel Observateur allgemein aber weit von sich. Man habe die Studie nie publizieren wollen, sie sei lediglich eine interne Auswertung. Zudem könne man aufgrund des Inhalts keine Rückschlüsse auf die Sicherheit der Airline ziehen. Die Air Transport Rating Agency in Genf attestiert den Franzosen denn auch, eine der zehn sichersten Airlines der Welt zu sein (aeroTELEGRAPH berichtete).

Unter dem Personal von Air France ist die Verunsicherung seit dem fatalen Crash von Rio - Paris riesig. Damals schon war man beunruhigt, weil interne Kreise bei Airbus die Häufigkeit von Vorfällen bei Air France für vier bis fünf Mal höher hielten als üblich, wie das Magazin L'Express berichtet. Gleichzeitig verzeichnete die französische Airline in zehn Jahren gleich drei große Unglücke: Den Absturz von AF447 (2009), die Explosion der Concorde in Paris (2000) und das Überschießen der Landebahn in Toronto (2008). Die Führung der Airline habe sich der Illusion hingegeben, dass das alles nur dumme Zufälle gewesen seien.

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