Potestschild gegen den Flughafenausbau: Harter Kampf um die Stimmen des Volkes.

Air Dolomiti droht München

Die Münchener entscheiden über die dritte Startbahn. Bei einem Nein weicht die Tochter der Lufthansa etwa nach Zürich aus.

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Die Drohung kommt ziemlich unverblümt. Sollte sich eine Mehrheit der Münchner gegen eine dritte Startbahn aussprechen, «werden wir zwangsläufig andere Hubs im Lufthansa-Verbund ansteuern müssen, um weiterhin wachsen zu können», sagte Michael Kraus gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Ein Teil des Verkehrs könne dann nach Zürich, Wien oder Frankfurt verlagert werden, so der Air-Dolomiti-Chef weiter. 90 Prozent der Flüge wickle seine Fluggesellschaft derzeit pünktlich ab. Ohne den Ausbau sei das künftig nicht mehr möglich. Rund 80 bis 90 Flüge führt die italienische Airline und Lufthansa-Tochter täglich von und nach München in ihrem Flugplan. In den nächsten Jahren wolle man noch öfter in italienische Städte fliegen und auch neue Ziele anderswo ansteuern. Aber ohne neue Piste gehe das einfach nicht.

Kraus' Aussage kommt in einer heißen Phase vor dem Bürgerentscheid vom 17.Juni. Gegner und Befürworter stecken bereits heftig im Abstimmungskampf. Dabei sind die Ressourcen klar verteilt. Das Lager der Gegner, in dem unter anderem die Parteien Grüne, Freie Wähler, Die Linke, Piraten sowie die Organisationen Attac und Bund Naturschutz vertreten sind, geben nach eigenen Angaben 78’000 Euro aus. «Wir wollen auf keinen Fall das Fliegen oder den Münchner Flughafen verteufeln» erklärte die Münchner Grünen-Chefin Katharina Schulze gegenüber der Süddeutschen. Man sei ganz einfach der Meinung, dass zwei Start- und Landebahnen ausreichten. Das Befürworter-Bündnis aus SPD, CSU und FDP sowie Verbänden und Unternehmen hat dagegen rund eine Million zur Verfügung. Es will die Bedeutung des Flughafens für Bayerns Wirtschaft hervorheben.

Es reicht, es reicht nicht...

Der Flughafen selbst behauptet, ohne dritte Startbahn drohe das Chaos. Bereits heute übersteige die Nachfrage die Kapazität. Deshalb könne man neue Strecken teils gar nicht mehr zulassen, obwohl Fluglinien diese gerne anbieten würden. Von den heute 37 Millionen Passagieren werde München Franz Josef Strauss bis 2025 auf 58 Millionen wachsen – sofern das auch möglich wäre, prognostiziert das Management. Die Gegner argumentieren, dass es auch mit nur zwei Pisten durchaus noch Raum für Wachstum gebe. Sie verweisen dabei auf die Zahl der Flugbewegungen, die etwa im ersten Quartal 2012 sanken.

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