Boeing B747 von Aerosur: Seit Wochen keine Auslandsflüge mehr.

Aerosur ohne Flüge

Die bolivianische Fluglinie bot in den letzten Wochen kaum mehr Flüge an. Nun legte sie auch den Restbetrieb auf Eis.

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Nur noch wenige Stunden gab sich die Fluggesellschaft Mitte April. Und noch immer lebt sie. Allerdings ist es mehr ein Dahinsiechen - das Ende von Aersour scheint tatsächlich nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Am Freitag beschloss das Management des privaten Unternehmens, bis heute Sonntag den Betrieb einzustellen. In der Woche zuvor war Aersour gerade noch mit einem Flugzeug auf einer einzigen Strecke geflogen - zwischen der Basis in Santa Cruz de la Sierra und La Paz. Einige Mitarbeitende sind inzwischen in einen Streik getreten und fordern die Zahlungen ihrer Löhne sowie die Einhaltung der Arbeitsverträge, wie die Zeitung La Prensa berichtet.

In den letzten Monaten reduzierte Aersour ihr Angebot bereits laufend. Am 3. Dezember 2011 bot die Fluggesellschaft gemäß Daten der Aufsichtsbehörde Dirección General de Aeronáutica Civil noch 181 Inlandflüge pro Woche an und 69 Flüge ins Ausland. Mitte März flog sie nur noch 142 Flüge in Bolivien selbst und 52 ins Ausland. Ab dem 3. Mai reduzierte sich das Angebot nochmals auf gerade noch 21 Inlandflüge pro Woche. Nun steht die verbliebene Flotte zumindest vorübergehend ganz still. Selbst im Unternehmen selbst glaubt man nicht mehr unbedingt an eine Wiederaufnahme der Tätigkeit. Arbeitnehmervertreter Jorge Toro sagte der Zeitung La Razon: «Die Wahrheit ist, ich glaube nicht, dass wir am Sonntag fliegen werden. Es gibt kein Geld mehr».

Neuer Besitzer - theoretisch

Die Besitzer und das Management von Aerosur hatten zuletzt versucht, ihre Fluggesellschaft an den amerikanischen Minenunternehmer William Petty zu verkaufen. Doch der war nur bereit, das Fluggeschäft zu übernehmen, nicht aber die Schulden. Die bolivianischen Behörden erklärten daraufhin bereits, dass man Aerosur die Lizenz entziehen werde, falls die Schulden nicht beglichen würden.

Die Krise bei Aerosur begann mit einem Streit mit dem Staat. Die Steuerbehörden werfen der Fluggesellschaft vor, alleine zwischen 2004 und 2007 Steuern über 1,3 Milliarden Boliviano (rund 147 Millionen Euro/177 Millionen Franken) nicht beglichen zu haben. Und er verlangt die Nachzahlung der Forderung für das Jahr 2004 von rund 109 Millionen Boliviano. Er begann dann 100 Prozent der Einnahmen einzuziehen, was Aersour quasi handlungsunfähig machte.

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