Boeing 737 Max von Ethiopian AirlinesWas bisher über Unglücksflug ET302 bekannt ist

157 Menschen starben beim Absturz einer brandneuen Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines. Die bisher bekannten Fakten zum Crash von Flug ET302.

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Es ist ein trauriges Déjà-vu: Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max von Lion Air vergangenen Oktober ist am Sonntag (10. März) eine fast vollbesetzte und ebenfalls neue Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines verunglückt. Alle 157 Menschen an Bord verstarben. Einige Fakten zum Absturz sind schon bekannt. Die Übersicht:

Der Verlauf: Flug ET302 startete um 8.38 Uhr Ortszeit auf Piste 07R des Addis Abeba Bole International Airport. Ziel war Nairobi. Die Boeing 737 Max 8 flog danach zuerst geradeaus in Richtung Osten. Dabei stieg sie gemäß Aufzeichnungen von Flightradar 24 nicht stetig, es kam zu Phasen eines Aufstiegs und solchen eines Abstiegs. Kurz nach dem Start hatten die Piloten denn auch ein technisches Problem gemeldet. Sie bekamen in der Folge vom Kontrollturm die Erlaubnis, umzukehren. Nach rund sechs Minuten Flugzeit brach der Kontakt zum Cockpit jedoch ab.

Die Unglücksstelle: Der Unglücksort liegt bei Bishoftu, rund 40 Kilometer südöstlich von Addis Abeba. Am Boden zeigt sich ein riesiger, mehrere Meter tiefer Krater. Auf der Fläche sind Wrackteile und Gegenstände der Passagiere verteilt. Das deutet auf einen Aufschlag bei hoher Geschwindigkeit hin. Die Unglücksstelle liegt südlich des Ortes des letzten Funkkontaktes.

Die Piloten: Das Flugzeug wurde von Flugkapitän Y. G. (äthiopisch-kenianischer Bürger) und Kopilot A.M. gesteuert. Der Kapitän besaß mehr als 8200 Flugstunden Erfahrung und arbeitet seit 2010 bei Ethiopian Airlines. Der Kopilot hatte 200 Stunden Erfahrung.

Das Wetter: Die meteorologischen Verhältnisse in Addis Abeba waren im Zeitpunkt des Unglückes gut.

Die Opfer: An Bord von Unglücksflug ET302 befanden sich 149 Passagiere. Sie hatten 35 verschiedene Nationalitäten, eine Person war staatenlos. Die meisten Opfer stammen aus Kenya (32) und aus Kanada (18). Auch fünf Deutsche und drei Österreicher gehören zu den Verstorbenen. Die Besatzung bestand aus acht Männern und Frauen.

Das Flugzeug: Die verunglückte Maschine trug die Registrierung ET-AVJ. Die Boeing 737 Max 8 war am 15. November 2018 an Ethiopian Airlines ausgeliefert worden. Sie kam bis zum Unglück auf rund 1200 Einsatzstunden. Am 4. Februar unterlief sie den letzten größeren Check. Bevor sie in Richtung Nairobi startete, war sie von Johannesburg nach Addis Abeba geflogen. Dabei gab es keinerlei außergewöhnliche Vorkommnisse oder Probleme. Auch die Techniker und Piloten meldeten vor dem Start nichts.

Die Fluggesellschaft: Ethiopian Airlines wurde 1945 mit Hilfe von TWA gegründet und bekam 1965 ihren heutigen Namen. Sie hat sich in den vergangenen Jahren einem strammen Wachstumskurs verschreiben und nutzt Addis Abeba als Drehkreuz für Umsteigeflüge in Richtung Afrika und Naher Osten. Die Fluggesellschaft ist seit 2010 Mitglied im Bündnis Star Alliance, dem auch Lufthansa und ihre Töchter angehören. Die Flotte besteht aus etwas über 100 Flugzeugen.

Die Boeing 737 Max: Das Modell ist eine Modernisierung des Kurz- und Mittelstreckenklassikers. Die erste Boeing 737 Max wurde im Mai 2017 in Dienst gestellt. Damals erhielt die malaysische Malindo Air als erste Fluggesellschaft der Welt ein Exemplar. Heute sind weltweit über 350 Boeing 737 Max im Einsatz. Der Absturz von Flug ET302 ist der zweite Totalverlust des Modells mit Todesopfern innerhalb von fünf Monaten.

Die Parallelen zu Unglücksflug JT610 von Lion Air: Einige Parallelen zwischen dem Unglück von Flug ET302 und dem von JT610 gibt es. Bei beiden Abstürzen war eine brandneue Boeing 737 Max 8 betroffen. Bei beiden gab es kurz nach dem Start Probleme und ein unkonsistentes Flugprofil. Doch es gibt auch Unterschiede: Beim Crash von Lion Air hatte es bereits auf dem vorangegangenen Flug Probleme gegeben. Zudem war die Maschine vor dem Absturz repariert worden.

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