Start einer 737 Max: Bisher hat Boeing 219 Exemplare ausgeliefert.

BoeingAbbau von 737-Max-Stau dauert sechs Jahre

Wie lange braucht Boeing, um den Stau bei der 737-Max-Produktion abzuarbeiten? Eine Analyse geht von einem Abbau bis 2026 aus - frühestens.

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Boeing hat viele Probleme und Herausforderungen rund um die 737 Max. Dazu gehören Klagen und Schadensersatzforderungen. So ziehen etwa zwei Betreiber der Businessjetvariante vor Gericht. F&L Aviation IV und Brilliant Aviation wollen Boeing unter anderem dazu bringen, die 737 Max zurückzunehmen. Sie argumentieren, sie hätten die Flieger nie gekauft, hätten sie von der Existenz der Flugsteuerungssoftware MCAS gewusst.

Eine andere Herausforderung für den amerikanischen Flugzeughersteller wird es, die seit Januar gestoppte Produktion der 737 Max wieder hochzufahren und die bereits produzierten und geparkten Exemplare auszuliefern. Das kann der Hersteller tun, sobald die Behörden weltweit grünes Licht geben und das Modell wieder abheben darf. Von 2020 bis 2023 sollten 2682 Boeing 737 Max ausgeliefert werden. Das macht rund 570 Jets pro Jahr plus die etwa 400, die seit dem Grounding produziert aber nicht ausgeliefert wurden, wie das Portal Leeham News errechnet hat.

Mindestens bis 2026

Zum Vergleich: Im Jahr 2018 hatte der Flugzeugbauer 580 Boeing 737 an Kunden übergeben, bei einer Zahl von 806 insgesamt ausgelieferten Flugzeugen. Das Problem: Er wird es gemäß Leeham gerade schaffen, 1827 der Flieger bis Ende 2023 auszuliefern. Demnach wird Boeing 855 Exemplare der 737 Max nicht rechtzeitig an die Kunden übergeben können.

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass es mindestens bis zum Jahr 2026 dauern wird, bis der Stau ganz abgearbeitet ist. Und selbst das nur unter der Annahme, dass vor 2025 keine neuen Orders reinkommen, die um die Produktionsplätze konkurrieren.

Viele Piloten benötigt

Boeing muss unter anderem die rund 400 geparkten Flugzeuge fit für den Flugbetrieb machen. Auch sind genügend Piloten nötig, um die Testflüge mit den Maschinen durchzuführen. Die Kunden benötigen ebenfalls genügend Cockpitcrews, welche die 737 Max fliegen dürfen - dazu werden nach neuesten Empfehlungen Simulatortrainings nötig sein.

Zugleich wird der Hersteller die Betreiber personell unterstützen, die bereits über 737 Max verfügen. 100 bis 150 Stunden Vorbereitung sind pro Flieger für den Neustart nötig, etwa um Flüssigkeiten zu wechseln, Triebwerke zu überprüfen, das Softwareupdate für das MCAS auszuspielen und zu testen. All das betrifft nur die geparkten Flugzeuge. Auch das Hochfahren der Produktion bei Boeing selber und bei den Zulieferern, die zuletzt teilweise viele Mitarbeiter entlassen mussten, wird kein einfaches Unterfangen.

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