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Neue Pläne in Italien

Die mysteriöse Frau hinter den Wow-Air-Plänen

Zuerst war der Neustart in Island geplant, nun eine Tochter in Italien. Wer ist Michele Roosevelt Edwards, die Wow Air wieder in die Luft bringen will?

Wow Air

Flieger von Wow Air: Viele Ankündigungen, wenig Konkretes.

Im vergangenen Sommer überraschte Michele Ballarin die gesamte Branche. Die Amerikanerin kündigte an, die Markenrechte und weitere Aktiva der untergegangenen Wow Air gekauft zu haben. Schon im Oktober wollte sie mit der Neuauflage der isländischen Billigairline starten.

Doch seither ist kein lila Flieger wieder abgehoben. Das kümmert Ballarin wenig, die inzwischen Roosevelt Edwards heißt. Sie schmiedet bereits neue Pläne. Jetzt kündigt sie plötzlich die Gründung von Wow Italy an.

«Rom und Sizilien» – aber mit was?

In «naher Zukunft», werde man den Passagier- und Frachtbetrieb aufnehmen, heißt es bei Facebook. Zudem werden in Zusammenhang mit Wow Italy Rom und Sizilien genannt. Was genau die Idee dahinter ist, sagt Roosevelt Edwards nicht.

Wer ist diese Frau, die so umtriebig am Neustart von Wow Air arbeitet? Die 65-jährige Roosevelt Edwards tritt als Besitzerin von US Aerospace Associates auf. Über die Firma mit Sitz im Bundesstaat Virginia ist allerdings so gut wie nichts bekannt. Was sie genau macht und wie viele Angestellte sie hat, ist nicht in Erfahrung zu bringen.

Schutzwesten für Somalia

Die 65-Jährige Amerikanerin kam früh zu Geld. Mit 26 heiratete sie einen 61-jährigen Immobilieninvestor. Sie nahm dessen Namen Golden an, ließ sich aber wieder scheiden. Ein Versuch, als Republikanerin in den Kongress zu kommen, scheiterte. Sie begann Kinderkleider zu produzieren und heiratete später den Chef eines New Yorker Nobelrestaurants. Erneut änderte sie ihren Namen auf Ballarin, bevor sie kürzlich nach der nächsten Hochzeit zu Michele Roosevelt Edwards wurde.

In den Nullerjahren bekam Roosevelt Edwards eine neue Lebensaufgabe. Sie begann Schusssichere Westen nach Somalia zu verkaufen. Sie lernte dabei das Land lieben und den ehemaligen Staatspräsidenten kennen, wie die Washington Post in einem ausführlichen Porträt einmal schrieb. Sie startete später deshalb immer wieder in Initiativen zugunsten des Landes am Horn von Afrika.

Charme und missionarischer Eifer

Einmal wollte sie helfen, von Piraten gekaperte Schiffe zu befreien. Einmal plante sie die Umsiedlung von Flüchtlingen in neue Häuser oder einmal den Aufbau einer neuen nationalen Infrastruktur samt Airline für Somalia. Gelungen ist Roosevelt Edwards nichts davon.

Menschen würden ihrem Charme und ihrem missionarischen Eifer verfallen, heißt es bei der Washington Post. Sehr oft seien sie am Ende aber desillusioniert, weil nichts zustande komme. Ein ehemaliger Offizier der Marine der USA, der mit Roosevelt Edwards zusammengearbeitet hat, meinte zum Blatt: «Das Problem bei Michele ist, Fakt von Fiktion zu trennen. Was stimmt und was stimmt nicht?»



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