Ein Rollstuhlfahrender an einem Flughafen: Simulierende Reisende stellen Fluggsellschaften und Flughäfen vor Probleme.

MobiliätseinschränkungenWenn 55 Gäste im Rollstuhl ein- und 30 von ihnen zu Fuß aussteigen

Es kommt immer wieder vor, dass Personen Behinderungen simulieren, um als Erste ins Flugzeug zu steigen. Flughäfen und Fluggesellschaften stellt das vor Herausforderungen.

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Fluggesellschaften arbeiten immer an Maßnahmen, das Boarding so kurz wie möglich zu halten. Flugzeuge bringen nur Geld, wenn sie in der Luft sind. Lufthansa testete beispielsweise kurz das Window-Middle-Aisle-System. Zuerst sollten Passagiere mit einem Fensterplatz einsteigen, gefolgt von denen auf Mittelplätzen und zuletzt denen mit einem Gangplatz. Durchgesetzt hat sich das nicht.

Durchgesetzt hat sich der Einstieg nach Gruppen. Je niedriger sie ist (etwa bei Kundinnen und Kunden mit Vielfliegerstatus oder in einer Premiumklasse), desto schneller erreichen Reisenden ihre Plätze. Eine Ausnahme sind Gäste mit kleinen Kindern und mit einer Behinderung. Sie dürfen das Flugzeug noch früher besteigen.

30 wundersame Heilungen im Flug

Menschen mit einem Handicap haben neben dem Boarding aber auch weitere Vorteile, teilweise können sie schneller durch die Sicherheitskontrolle. In den USA ist es in diesem Zusammenhang zu einem interessanten Fall gekommen, wie das Portal View from the Wing berichtet. So haben 55 Personen auf einem Flug von Southwest Airlines beim Einstieg im Rollstuhl gesessen und spezielle Unterstützung in Anspruch genommen, unter anderem das vorzeitige Einsteigen.

Das ist bei der Fluggesellschaft ein echter Vorteil, da Southwest keine festen Plätze ausgibt. Beim Ausstieg hätten nur 25 Personen das Flugzeug auch wieder im Rollstuhl verlassen. Die übrigen 30 wären zu Fuß ins Terminal gelaufen, so der Bericht.

Fehlendes Personal als Problem

Der Verdacht liegt nah, dass die verbliebenen 30 Reisenden ihre eingeschränkte Mobilität entweder nur simulierten oder zumindest ausnutzen, um die Vorteile beim Check-in  bekommen. Doch es könnte auch eine andere Erklärung geben. Lange Wartezeiten kommen immer wieder vor, in denen sich gerade ältere Menschen setzen müssen. Nach einem Flug ist der Drang nach Bewegung dann hoch. Dennoch: In diesem Fall die Anzahl von Menschen, die das Flugzeug wieder laufend verlassen konnten, doch ungewöhnlich hoch.

Fluggesellschaften und Flughäfen stellt das vor Probleme. Besonders die Unterstützung für Personen mit eingeschränkter Mobilität (PRM - people with reduced mobility) ist an Flughäfen oft nicht immer vollständig möglich, da es wie in allen Bereichen an Personal fehlt. Die Airports müssen zudem rechtzeitig die Infrastruktur bereitstellen, um Personen mit eingeschränkter Mobilität in oder aus dem Flugzeug zu begleiten. Das umfasst neben Personal euch entsprechende Hubwagen oder Rollstühle.

Eine Frage der Solidarität

Flughäfen und Fluggesellschaften wie Lufthansa, Condor und Tuifly bitten beispielsweise Rollstuhlfahrende, sich bis spätestens 48 Stunden vor Abflug online oder telefonisch für eine Unterstützung anzumelden. «Bei kurzfristigen Anmeldungen kann eine ideale Betreuung nicht mehr sichergestellt werden», heißt es auf der Homepage der Lufthansa.

Ein Sprecher eines deutschen Flughafens beton, dass alles daran gesetzt werde, dass Personen, die spontan Hilfe benötigen, diese auch bekommen. Gleichzeitig appelliert er auch an Reisende, diese Unterstützung nicht mutwillig auszunutzen, denn damit schade man Menschen, die wirklich auf die Unterstützung angewiesen seien. Auch an seinem Flughafen sind schon Wunderheilungen vorgekommen.

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