Airbus A320 im Weizenfeld: Die Airline trug laut dem Piloten eine Mitschuld.

Nach Kritik an der CrewWeizenfeld-Kapitän beschuldigt Ural Airlines

Nach der Notlandung eines Airbus A320 in einem Weizenfeld kritisierten die Ermittler die Piloten. Der Kapitän schlägt jetzt zurück - und lässt kein gutes Haar an der Airline.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Principal Engineer - Flight Physics Simulation

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Erst wurden sie als Helden gefeiert, dann beschuldigt. Die Piloten von Ural Airlines, die im vergangenen September einen Airbus A320 auf einem Weizenfeld nahe Novosobirsk landeten, gerieten nach anfänglicher Euphorie in die Kritik. Auch wenn ein technisches Problem am Anfang stand, sollen laut einem mittlerweile wieder zurückgezogenen Bericht der Behörde Rosaviatsia Fehler der Piloten dazu geführt haben, dass das riskante Manöver nötig wurde.

Die Airline forderte den Kapitän und den Ersten Offizier danach zur Kündigung auf.  Die beiden Männer weigerten sich aber, das zu tun.  Jetzt hat der Kapitän des Flugs bei einer Befragung durch die Ermittler Klartext gesprochen. Und er kritisiert dabei die Arbeitgeberin deutlich.

Schlechter Umgang mit Crews nach Zwischenfällen

Seiner Meinung nach waren nicht die Fehler und die Ausbildung der Besatzung, sondern «die Politik der Fluggesellschaft und die Einstellung des Managements gegenüber den Piloten» für den Vorfall verantwortlich, heißt es in einem Papier von Rosaviatsia, das der Telegram-Kanal Aviatorshina veröffentlicht hat.

Der Kapitän kritisiert dabei, dass die Airline schlecht damit umgehe, wenn Crews nach Zwischenfällen einen Bericht erstellen. In der Folge würde das Management sie derart scharf kritisieren, dass man es sich beim nächsten Mal zwei Mal überlege, ob man Probleme offenlege.

Druck und zu lange Dienstzeiten

Auch sei der Druck des Managements so groß, dass teils Entscheidungen getroffen würden, welche nicht die besten für die Sicherheit der Passagiere seien. So auch im Fall der Notlandung im Weizenfeld. Eigentlich, so der Pilot, sei es noch möglich gewesen, in Omsk zu landen. Doch weil beim Anflug auf die Stadt ein Hydraulikproblem auftrat, entschied man sich, nach Novosibirsk auszuweichen. Das aber nicht aus Sicherheitsgründen, sondern, weil die Airline in Omsk keine Techniker habe und eine Landung dort zu Mehrkosten geführt hätte, wie der Kapitän nun sagte.

Auch würden Crews regelmäßig Dienstzeiten überschreiten. Das führe zu Übermüdung und Überforderung. Nach der Notlandung im Weizenfeld habe er die Flugzeiten des vorangegangenen Fluges angepasst, um zu vertuschen, dass er nicht genügend Ruhezeit bekommen habe, so der Mann.

Mehr zum Thema

Ural Airlines zerlegt Airbus A320 im Weizenfeld

Ural Airlines zerlegt Airbus A320 im Weizenfeld

Der Airbus A320 auf dem Weizenfeld:

Russische Behörde zieht Bericht über Weizenfeld-Landung zurück

Die Crew von Ural Airlines nach der Notlandung.

Was vor der Landung im Weizenfeld im Cockpit des Airbus A320 geschah

ticker-russland

Russische Airlines und Flughäfen sollen sich besser auf Luftraumsperrungen wegen Drohnen vorbereiten

Video

Bangkok Suvarnabhumi aus der Luft: Der Flughafen soll seine Kapazität verdoppeln.
Der Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi soll künftig 120 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen, doppelt so viele wie heute. Dafür sind ein neues Südterminal und eine vierte Piste geplant. Und schon zuvor soll es eine Erweiterung geben.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Bildschirmfoto 2026-11-04 um 125453
Ein Learjet 60 stürzte fast senkrecht auf eine Straße in Florida, neun Menschen starben. Jetzt wurden Teile des Höhenruders gefunden - bis zu 6,1 Kilometer vom Wrack entfernt.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
learjet absturz florida 01
Die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat sich zum tödlichen Absturz des Bombardier Learjet 60 in Florida geäußert. Das sind die Erkenntnisse über die letzten Minuten des Unglücksfluges, der in ein Wohngebiet stürzte.
Timo Nowack
Timo Nowack