Evtol von Eve: Soll klassische Linienflüge ergänzen.

Embraer-Tochter EveWas können Evtols, was Taxis und Hubschrauber nicht können?

Man nennt sie Flugtaxis. Aber Evtols sollen eher klassische Linienflüge ergänzen als Hubschraubern und Uber Konkurrenz machen. Was Embraer mit der Tochter Eve plant.

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

Sie sind weder Hubschrauber noch Flugzeug, sondern etwas dazwischen. Im Jargon nennt man sie Evtols. Die Abkürzung steht für electric vertical take-off and landing. Gemeint sind damit elektrisch betriebene Fluggeräte, die senkrecht starten und landen können, sich auf Reiseflughöhe dann aber horizontal fortbewegen.

Um sie ist in den vergangenen Jahren eine riesige neue Industrie entstanden. Fast 500 Unternehmen arbeiten daran, solche Fluggeräte schon in wenigen Jahren in die Luft zu bringen. Ganz vorne mit dabei ist Embraer. Die Tochter Eve entwickelt ein Evtol, das schon 2026 fliegen soll.

Eve muss nicht überall bei null beginnen

Acht Rotoren sollen dereinst das Evtol von Eve beim Start auf eine Höhe von rund 300 Meter hieven. Dann wird das Fluggerät mit Platz für vier Gäste, Hand-und Aufgabegepäck von zwei Propellern angetrieben und fliegt in fixen Korridoren zum Ziel. Alle Motoren sind elektrisch, dadurch wird es nicht nur viel leiser als Hubschrauber, sondern auch emissionsfrei. Zudem ist es im Betrieb rund sechs Mal billiger - da es viel einfacher konstruiert ist.

«Die Konkurrenz ist groß», gibt André Stein zu. «Doch wir haben dank der Partnerschaft mit Embraer einen riesigen Vorteil. Wir müssen nicht überall bei null beginnen, sondern können auf viel Know-how zurückgreifen», so der Chef der börsennotierten Embraer-Tochter in São José dos Campos vor Journalistinnen und Journalisten.

Meiste Strecken 30 Kilometer lang

Die Evtols von Eve werden keine Flugtaxis sein, die man per App bestellt, und sie sollen nicht Hubschraubern oder Drohnen Konkurrenz machen. «Sie werden auf festen Routen nach einem Flugplan fliegen», so Stein. Sie sind also Ergänzungen zum klassischen Flugverkehr. Ein Beispiel dafür ist eine Verbindung vom Stadtzentrum zum Flughafen. «Im Taxi dauert die manchmal fast so lang wie der Flug selbst, hier können wir helfen», sagt der Manager.

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von rund 200 Kilometern pro Stunde soll das Evtol von Eve rund 100 Kilometer weit fliegen. «Die meisten Routen werden aber eher 30 Kilometer lang sein», so Stein. Denkbar sei auch, dass man am Tag Menschen und nachts Fracht transportiere. Alleine für Deutschland rechnet er bis 2035 mit einem Bedarf an 450 Evtols, die jährlich fast acht Millionen Gäste befördern.

Fluggesellschaften als mögliche Betreiber

Eve wird allerdings kein Betreiber sein, sondern nur die Fluggeräte und die dazugehörende Technologie liefern. Dabei werden die Fluggeräte in einer zentralen Fabrik gefertigt, dann aber demontiert und in einem Endmontagezentrum nahe beim Kunden wieder zusammengebaut. Betreiber werden unter anderem Hubschrauberunternehmen oder Fluggesellschaften wie United sein, die bereits eine Absichtserklärung für 400 Eve Evtols unterzeichnet hat.

Eve hat schon fast 2800 Absichtserklärungen erhalten, neben United auch von Japan Airlines, Kenya Airways, Wideroe, Skywest oder Republic Airways. Embraer erwartet vom Unternehmen 2030 einen Umsatz von 4,5 Milliarden Dollar - fast so viel wie das gesamte Stammhaus aktuell erwirtschaftet.

Es gibt noch viel zu tun

Stein ist sich aber bewusst, dass Eve bis zur Umsetzung der Absichten erst liefern muss. Die Geräte müssen zugelassen werden. Zudem braucht es eine Infrastruktur - unter anderem eine neue Reglung im unteren Luftraum. Und es braucht die Akzeptanz der Bevölkerung.

Mehr zum Thema

Beispiel Bahnhof Köln: So könnte ein Vertiport dort aussehen.

So könnte ein Flughafen für Flugtaxis in Köln und anderswo aussehen

<span lang="EN-US">So wird der City Airbus </span>Next Gen aussehen, der ab 2023 fliegen soll.

Airbus plant Flugtaxi so leise wie ein Haarföhn

Testflieger von Joby Aviation: Über die Schäden ist noch nichts bekannt.

Prototyp von ANA-Flugtaxi-Partner stürzt ab

ticker-safran

Safran verkauft Anteil an Kabinenausstatter an Embraer

Video

Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Tu-214 in einer Halle: S7 Airlines steht kurz vor der Bestellung von 100 Exemplaren.
Russlands Fluglinien brauchen dringend neue Flugzeuge. Die beiden größten des Landes, Aeroflot und S7 Airlines, reagieren nun mit Großbestellungen - sie wollen 190 Tupolev Tu-214 und Yakovlev MS-21 ordern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
vueling airbus a320 mann auf flugzeug
Sicherheitsvorfall am Flughafen Valencia. An dem spanischen Airport ist am Wochenende ein junger Mann auf ein Flugzeug von Vueling geklettert.
Timo Nowack
Timo Nowack