Evtol von Eve: Soll klassische Linienflüge ergänzen.

Embraer-Tochter EveWas können Evtols, was Taxis und Hubschrauber nicht können?

Man nennt sie Flugtaxis. Aber Evtols sollen eher klassische Linienflüge ergänzen als Hubschraubern und Uber Konkurrenz machen. Was Embraer mit der Tochter Eve plant.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Sie sind weder Hubschrauber noch Flugzeug, sondern etwas dazwischen. Im Jargon nennt man sie Evtols. Die Abkürzung steht für electric vertical take-off and landing. Gemeint sind damit elektrisch betriebene Fluggeräte, die senkrecht starten und landen können, sich auf Reiseflughöhe dann aber horizontal fortbewegen.

Um sie ist in den vergangenen Jahren eine riesige neue Industrie entstanden. Fast 500 Unternehmen arbeiten daran, solche Fluggeräte schon in wenigen Jahren in die Luft zu bringen. Ganz vorne mit dabei ist Embraer. Die Tochter Eve entwickelt ein Evtol, das schon 2026 fliegen soll.

Eve muss nicht überall bei null beginnen

Acht Rotoren sollen dereinst das Evtol von Eve beim Start auf eine Höhe von rund 300 Meter hieven. Dann wird das Fluggerät mit Platz für vier Gäste, Hand-und Aufgabegepäck von zwei Propellern angetrieben und fliegt in fixen Korridoren zum Ziel. Alle Motoren sind elektrisch, dadurch wird es nicht nur viel leiser als Hubschrauber, sondern auch emissionsfrei. Zudem ist es im Betrieb rund sechs Mal billiger - da es viel einfacher konstruiert ist.

«Die Konkurrenz ist groß», gibt André Stein zu. «Doch wir haben dank der Partnerschaft mit Embraer einen riesigen Vorteil. Wir müssen nicht überall bei null beginnen, sondern können auf viel Know-how zurückgreifen», so der Chef der börsennotierten Embraer-Tochter in São José dos Campos vor Journalistinnen und Journalisten.

Meiste Strecken 30 Kilometer lang

Die Evtols von Eve werden keine Flugtaxis sein, die man per App bestellt, und sie sollen nicht Hubschraubern oder Drohnen Konkurrenz machen. «Sie werden auf festen Routen nach einem Flugplan fliegen», so Stein. Sie sind also Ergänzungen zum klassischen Flugverkehr. Ein Beispiel dafür ist eine Verbindung vom Stadtzentrum zum Flughafen. «Im Taxi dauert die manchmal fast so lang wie der Flug selbst, hier können wir helfen», sagt der Manager.

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von rund 200 Kilometern pro Stunde soll das Evtol von Eve rund 100 Kilometer weit fliegen. «Die meisten Routen werden aber eher 30 Kilometer lang sein», so Stein. Denkbar sei auch, dass man am Tag Menschen und nachts Fracht transportiere. Alleine für Deutschland rechnet er bis 2035 mit einem Bedarf an 450 Evtols, die jährlich fast acht Millionen Gäste befördern.

Fluggesellschaften als mögliche Betreiber

Eve wird allerdings kein Betreiber sein, sondern nur die Fluggeräte und die dazugehörende Technologie liefern. Dabei werden die Fluggeräte in einer zentralen Fabrik gefertigt, dann aber demontiert und in einem Endmontagezentrum nahe beim Kunden wieder zusammengebaut. Betreiber werden unter anderem Hubschrauberunternehmen oder Fluggesellschaften wie United sein, die bereits eine Absichtserklärung für 400 Eve Evtols unterzeichnet hat.

Eve hat schon fast 2800 Absichtserklärungen erhalten, neben United auch von Japan Airlines, Kenya Airways, Wideroe, Skywest oder Republic Airways. Embraer erwartet vom Unternehmen 2030 einen Umsatz von 4,5 Milliarden Dollar - fast so viel wie das gesamte Stammhaus aktuell erwirtschaftet.

Es gibt noch viel zu tun

Stein ist sich aber bewusst, dass Eve bis zur Umsetzung der Absichten erst liefern muss. Die Geräte müssen zugelassen werden. Zudem braucht es eine Infrastruktur - unter anderem eine neue Reglung im unteren Luftraum. Und es braucht die Akzeptanz der Bevölkerung.

Mehr zum Thema

Beispiel Bahnhof Köln: So könnte ein Vertiport dort aussehen.

So könnte ein Flughafen für Flugtaxis in Köln und anderswo aussehen

<span lang="EN-US">So wird der City Airbus </span>Next Gen aussehen, der ab 2023 fliegen soll.

Airbus plant Flugtaxi so leise wie ein Haarföhn

Testflieger von Joby Aviation: Über die Schäden ist noch nichts bekannt.

Prototyp von ANA-Flugtaxi-Partner stürzt ab

ticker-embraer

Embraer erreicht neuen Rekord beim Auftragsbestand

Video

lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a340 600 lufthansa abschied duesseldorf
Der erste von vier Airbus A340-600 von Lufthansa hat Düsseldorf wieder verlassen. Der lange Vierstrahler winkte zum Abschied.
Timo Nowack
Timo Nowack
Airbus A350 von Finnair in Melbourne: Der Weihnachtsmann fliegt selbstverständlich mit der finnischen Nationalairline nach Australien.
15.200 Kilometer, ein Zwischenstopp in Bangkok und ein neuer Kontinent im Streckennetz: Finnair hat ihre erste Australien-Verbindung eröffnet. Weshalb die Wahl auf Melbourne fiel, warum auch Fracht eine wichtige Rolle spielt und weshalb selbst der Iran-Krieg die Airline nicht von ihren Plänen abbrachte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin