GTF Advantage: Das verbesserte Triebwerk wurde an einer Boeing 747 getestet.

Pratt and Whitney Was das neue Triebwerk für den Airbus A320 Neo alles kann

Pratt & Whitney will mit einer neuen Generation des GTF-Triebwerks mehr Marktanteile bei der A320-Neo-Familie erobern. Ein Überblick über über Vorteile und Verbesserungen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Pratt & Whitney hat für 2024 eine neue Version des Triebwerks für die Airbus-A320-Neo-Familie angekündigt, das GTF für Geared Turbofan oder auch PW1100G heißt. Der Name: GTF Advantage. Doch welche Vorteile bringt die neue Motoren-Generation genau und wie erreicht der Hersteller das? Eine Übersicht:

Geringerer Verbrauch

Das GTF Advantage reduziert den Treibstoffverbrauch laut Pratt & Whitney um 1 Prozent. Was für Laien im ersten Moment vielleicht nach einem geringen Unterschied klingt, ist in den Luftfahrt ein enormer. Umso mehr, dass die Jets der A320-Neo-Familie bei den Betreibern meist in vergleichsweise großen Stückzahlen zur Flotte gehören und oft im Dauereinsatz sind. Beispielsweise betreibt Lufthansa schon jetzt mehr als 40 Airbus A320 Neo/A321 Neo. Bei Wizz Air sind es bereits 36. Und die Zahlen steigen.

Mehr Schub und Reichweite

Während das GTF in der Basisversion mit 24.000 bis 33.000 Pfund Schub angeboten wird, erreicht das Advantage bis zu 34.000 Pfund. Auf Meereshöhe stehen vier Prozent mehr Schub zur Verfügung, in heißer und hoher Umgebungen acht Prozent mehr. «Wenn man an Mexiko City denkt, wo der zusätzliche Schub einen Reichweitenvorteil von 700 Seemeilen auf einem hoch gelegenen Flughafen bieten kann, eröffnen sich unseren Kunden mehr Städtepaare und mehr Flexibilität», zitiert das Portal Air Insight den Pratt-and-Whitney-Manager Tom Pelland. Das sei gerade wichtig für die reichweitenstarken Varianten des A321 Neo, also den A321 LR und A321 XLR, etwa für Transatlantikstrecken.

100 Prozent nachhaltiges Kerosin

Während heutige Triebwerke meist nur eine Beimischung von 50 Prozent nachhaltigem Flugtreibstoff (im Englisch Sustainable Aviation Fuel oder kurz SAF) zulassen, wird das GTF Advantage mit 100 Prozent nachhaltigem Flugtreibstoff funktionieren. Das ist ein wichtiger Vorteil auf dem Weg der Fluggesellschaften, ihre Emissionen zu drücken.

Größere Robustheit

Das Design des Triebwerks «wurde gegenüber Schäden im Bereich der Blisk-Rotoren, wie sie im Betrieb des Triebwerks auftreten können, robuster gemacht», erklärt Stefan Weber, Leiter Entwicklung und Technologie beim deutschen Unternehmen MTU Aero Engines, das an der Optimierung des GTF beteiligt war. Auch bei der schnell laufenden Niederdruckturbine habe man die Robustheit gegenüber Verschleiß erhöht.

Der technische Hintergrund

Pratt & Whitney hat den Luftdurchfluss durch den Triebwerkskern erhöht. «Dadurch, dass wir mehr Luft in den Kern leiten und die Strömungsrichtung der Luft ändern, konnten wir numerische Strömungsdynamik oder andere Techniken einsetzen, um die Verdichterschaufeln und die Turbinen für maximale Effizienz zu optimieren», zitiert Air Insight Pratt & Whitney-Manager und -Ingenieur Geoff Hunt. MTU verweist auf Optimierungsarbeiten an Hochdruckverdichter und schnelllaufender Niederdruckturbine. «Beim Hochdruckverdichter liegt der Fokus auf einer weiteren Verbesserung des Wirkungsgrades, der einen nennenswerten Beitrag zur Reduktion des spezifischen Kraftstoffverbrauchs und vor allem zur Reduktion der Temperaturen im Heißteil liefert», so Stefan Weber.

Die große offene Frage

Das GTF treibt in der Variante PW1100G-JM Airbus A319 Neo, A320 Neo und A321 Neo an. Aber das ist nicht alles. Es kommt auch beim Airbus A220 zum Einsatz als PW1500G, bei Embraers E2-Jets als PW1700G und PW1900G und bei der russischen MS-21 als PW1400G-JM. Der in der Entwicklung gestoppte Mitsubishi Spacejet sollte mit PW1200G fliegen. Doch der Triebwerksbauer hat das Advantage bisher nur für die Neo-Familie vorgestellt. Ob es in Zukunft etwa auch für A220 oder Embraer E2 ein Advantage geben könnte, bleibt unklar. Auf eine Frage dazu von aeroTELEGRAPH antwortete Pratt & Whitney bisher nicht.

Mehr zum Thema

Pratt and Whitney präsentiert neue Triebwerksversion für A320-Neo-Familie

Pratt and Whitney präsentiert neue Triebwerksversion für A320-Neo-Familie

Korean Air wählt Triebwerke von Pratt Whitney für Airbus A321 Neo

Wizz Air setzt auf Triebwerke von Pratt and Whitney

Wizz Air setzt auf Triebwerke von Pratt and Whitney

ticker triebwerk

AIP Capital und Bridgepoint erweitern ihr Triebwerksportfolio im Milliardenwert um GFH Bank

Video

Die D-AIHW von Lufthansa: Der Airbus A340-600 machte die Derière.
Jetzt ist es vorbei mit Airbus A340-600 bei Lufthansa. Zum Abschied des letzten Exemplares des Vierstrahlers blicken wir auf fünf Besonderheiten zurück, die ihn zu einem der faszinierendsten Langstreckenjets machten.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
airbus a321 p2f qantas
Einst beförderten sie Fluggäste für China Southern: Jetzt erweitert Qantas mit umgebauten A321 ihre Frachterflotte und fliegt mit den Airbus-Jets für die australische Post. Es ist die Ablösung für die BAE 146-300.
Timo Nowack
Timo Nowack
Blick aus dem Airbus A340-600 von Lufthansa: Jetzt ein Bild der Vergangenheit.
Nach 23 Jahren hat Lufthansa ihren letzten regulären Flug mit einem Airbus A340-600 absolviert. Am Steuer saß Lufthansa-Airlines-Vorstand Francesco Sciortino. Es war ein emotionaler Abschied von einem Flugzeug, das für viele etwas Besonderes war - aber einfach nicht mehr mit den moderneren Modellen mithalten kann.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin