Containerschiff und Boeing 777 F: Die Kombination liegt im Trend.

MSC, Maersk, CMA CGMWarum Schifffahrtsriesen jetzt in die Luftfahrt investieren

Nur Schiffe sind nicht mehr genug: Die größten Containerreedereien der Welt investieren in die Luftfahrt. Viele der Gründe dafür finden sich in den vergangenen zwei Jahren.

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Sie sind die größten Container-Reedereien der Welt: Mediterranean Shipping Company MSC, A. P. Møller-Maersk und CMA CGM. Alle drei haben riesige Flotten, MSC mit rund 650 Schiffen, Maersk mit etwa 740 und CMA CGM mit circa 570. Doch ihre Größe und ihre starke Position in der eigenen Branche sind nicht die einzigen Gemeinsamkeiten.

Denn alle drei Reedereien investieren derzeit in die Luftfahrt. MSC will gemeinsam mit Lufthansa die italienische Ita Airways übernehmen. Maersk hat mit Star Air eine Tochter, der sie nun zwei neue Boeing 777 F spendiert, um die alternde 767-Flotte zu verjüngen. Zudem kauft sie den deutschen Spediteur Senator, der auch stark im Luftfrachtgeschäft ist.

Vier Airbus A350 F bestellt

Auch CMA CGM verfügt bereits über eine Luftfrachttochter: CMA CGM Air Cargo. In deren Auftrag betreibt Air Belgium seit Februar 2021 vier Airbus A330-200 F. Im Frühjahr 2022 sollen zwei Boeing 777 F hinzukommen sowie ein eigenes Luftverkehrsbetreiberzeugnis (im Englischen Air Operator Certificate oder AOC). Und als Krönung des Ganzen orderte der französische Konzern Ende 2021 vier Airbus A350 F.

Aber warum investieren die Schifffahrtsriesen aktuell in die Luftfahrt? Zum einen haben sie eh ein Interesse daran, zu umfassenden Logistikkonzern zu werden, die im Wasser, an Land und in der Luft liefern können. Zum anderen hat sich dieser Trend in den vergangen zwei Jahren auch aufgrund der Covid-19-Pandemie noch einmal verstärkt.

Besser breiter aufgestellt

Während viele Menschen aufgrund von Corona-Regeln ihr Geld nicht mehr für Reisen, Konzerte und andere Freizeitaktivitäten ausgeben können, bestellen sie Waren im Online-Handel, um es zuhause gemütlicher und unterhaltsamer zu haben. Viele dieser Dinge werden von Asien nach Europa und in die USA transportiert - auf Containerschiffen.

Die Nachfrage ließ die Preise für Containertransporte in die Höhe schießen. So machen die Reedereien so große Profite wie nie zuvor und haben viel Geld für Investitionen. Sie kaufen neue Schiffe und investieren in Hafenterminals. Aber die vergangenen beiden Jahre haben auch gezeigt, dass es eine gute Idee ist, sich breiter aufzustellen.

Gesperrte und überfüllte Häfen

Das wurde etwa deutlich, als im März 2021 das Containerschiff Ever Given den Suezkanal tagelang blockierte und somit für heftige Störungen und Verzögerungen im Schiffsverkehr sorgte. Im Zuge der Covid-19-Pandemie wurden in China auch Häfen gesperrt, weil Arbeiter dort infiziert waren. In den USA kommen die Arbeiter etwa im Hafen von Los Angeles bis heute aufgrund hoher, Corona-bedingter Krankenstände nicht mehr hinterher beim Abtransport der Container - und die Schiffe müssen warten.

Reedereien, die eigene Flugzeuge haben, verfügen in solchen Situationen zumindest für die wichtigsten Lieferungen über eine Alternative. Und auch ohne solche Krisenfälle ist es ein Plus für die Schifffahrtsfirmen, den Kunden auch schnellere Transporte per Flugzeug anbieten zu können, ohne selber Flieger zu chartern. Und zu guter Letzt ist Luftfahrtfracht derzeit eh ein lukratives Geschäft, als einziges Segment in der Branche. So ist damit zu rechnen, dass 2022 weitere Investitionen großer Reedereien in die Luftfahrt folgen.

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