Winglet und Börsenkurs von Lufthansa Group in den letzten zwölf Monaten: Abwärtstrend.

Schwacher AktienkursWarum beurteilt die Börse Lufthansa so skeptisch?

Der deutsche Konzern macht wieder Gewinn. Viel Gewinn. Doch an der Börse laufen seine Aktien schlecht. Warum eigentlich wird Lufthansa Group von der Börsengemeinde so kritisch beurteilt?

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

An Silvester 2017 konnten die Aktionärinnen und Aktionäre von Lufthansa Group gleich doppelt feiern. Nicht nur brach ein neues Jahr an, der Kurs ihrer Aktien war kurz zuvor auf einen Rekordwert von mehr als 22 Euro geklettert. Viel ist seither passiert. An der Deutschen Börse wird das Papier des Konzerns aktuell für nur noch 5.75 Euro gehandelt.

Seit dem Rekord hat Lufthansa Group also fast drei Viertel ihrer Marktkapitalisierung verloren. Weniger als sieben Milliarden Euro ist der ganze Konzern inzwischen wert. Wie wenig das ist, zeigt ein Vergleich des Börsenwerts mit der Flotte. Für jedes der 643 Flugzeuge, welche die Gruppe selbst besitzt,  zahlt man also im Durchschnitt nur gerade 11 Millionen Euro. Und der ganze Rest - Gebäude, Marken, Streckenrechte und so weiter gibts quasi kostenlos obendrauf.

Lufthansa-Aktie lief schlechter als Durchschnitt

Einzige Genugtuung ist, dass es der Konkurrenz von Lufthansa Group seit dem Ende der Corona-Krise mitunter noch schlechter besser lief. Seit Anfang 2022 sank der Aktienkurs des deutschen Konzerns um sieben Prozent, der der französisch-niederländischen Konkurrentin Air France-KLM aber um 52 Prozent. Im Durchschnitt verloren die Aktien von Fluggesellschaften im MSCI World Airlines Index allerdings nur rund zwei Prozent.

Doch es gibt auch andere Beispiele. British-Airways- und Iberia-Mutter IAG konnte in den letzten zweieinhalb Jahren um 17 Prozent zulegen und Ryanair um 8 Prozent. Und auch die Prognosen der Börsenfachleute für Lufthansa Group sind nicht gerade gut. So ist der Anteil der Analysten und Analystinnen zuletzt merklich zurückgegangen, welche die Aktie zum Kauf empfehlen. Die einflussreiche Investmentbank JP Morgan hat sogar eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen.

ITA-Einlenken, Tarifabschlüsse, Wirtschaftsflaute

Warum also beurteilt die Börse Lufthansa Group so negativ? Es dürfte ein Cocktail aus verschiedenen Elementen sein. Unter anderem musste der deutsche Konzern bei der Übernahme von ITA Airways deutlich größere Konzessionen machen als erhofft. Das reduziert die Attraktivität zumindest kurzfristig. Zuletzt musste er nach Streiks zudem diverse Tarifabschlüsse unterzeichnen, welche die Kosten erhöhen. Das sehen Investorinnen und Investoren nicht gerne.

Zudem gilt Deutschland als kranker Mann in Europa. Die wirtschaftliche Stimmung im Land ist gedrückt. Das Ifo Institut hat kürzlich zwar seine Wachstumsprognosen für Deutschland für das Jahr 2024 verdoppelt. Aber auch ein Plus von 0,4 Prozent ist nicht besonders imposant. 2025 erwartet es immerhin 1,5 Prozent. Die EU-Kommission ist sogar noch pessimistischer und erwartet für die BRD 2025 nur ein Konjunkturplus von 1 Prozent. Damit ist sie klar das Schlusslicht innerhalb der Europäischen Union.

Auch hausgemachte Probleme und Fehler

Zudem erholt sich der Luftverkehrsmarkt in Deutschland deutlich langsamer als anderswo in der Welt. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL hielt kürzlich fest, dass die Bundesrepublik noch weit weg von den Zahlen vor der Pandemie liegt. Das Land wird bis zum Sommer nur 85 Prozent der Passagierzahlen von 2019 erreichen. Ein schwächelnder Heimmarkt ist nie gut für eine Fluggesellschaft.

Der Konzern hat aber auch Fehler in der Pandemie gemacht. Angesichts der gefährlichen Liquiditätslage hat man das Angebot mitunter zu stark heruntergefahren. Und das ermöglichte es der weniger radikalen Konkurrenz, Kundinnen und Kunden von sich zu überzeugen. Manch einer kam nicht mehr zurück. Zudem wurden wohl auch da und dort zu viele Stellen gestrichen, die nun mühsam wieder aufgebaut werden - was auf die Servicequalität drückt.

Mehr zum Thema

Lufthansa City Airlines' Airbus A320 ber Birmingham: Erstes Ziel.

Lufthansa City Airlines startet mit Airbus A320 Neo als Einzelkämpfer

Bei der Landung in München: Airbus A350 von Lufthansa.

Lufthansa bittet Fluggäste für Umweltkosten zur Kasse - zwischen 1 und 72 Euro

Airbus A350 von Lufthansa: Fliegt auch in die USA.

Lufthansa muss in den USA Millionen-Strafe zahlen

Airbus A321 Neo mit Retrolackierung in Lissabon: Gehört wohl bald teilweise Lufthansa Group.

Lufthansa setzt sich offenbar gegen Air France-KLM durch und wird neue Eigentümerin von Tap

Video

Die D-AIHW von Lufthansa: Der Airbus A340-600 machte die Derière.
Jetzt ist es vorbei mit Airbus A340-600 bei Lufthansa. Zum Abschied des letzten Exemplares des Vierstrahlers blicken wir auf fünf Besonderheiten zurück, die ihn zu einem der faszinierendsten Langstreckenjets machten.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
airbus a321 p2f qantas
Einst beförderten sie Fluggäste für China Southern: Jetzt erweitert Qantas mit umgebauten A321 ihre Frachterflotte und fliegt mit den Airbus-Jets für die australische Post. Es ist die Ablösung für die BAE 146-300.
Timo Nowack
Timo Nowack
Blick aus dem Airbus A340-600 von Lufthansa: Jetzt ein Bild der Vergangenheit.
Nach 23 Jahren hat Lufthansa ihren letzten regulären Flug mit einem Airbus A340-600 absolviert. Am Steuer saß Lufthansa-Airlines-Vorstand Francesco Sciortino. Es war ein emotionaler Abschied von einem Flugzeug, das für viele etwas Besonderes war - aber einfach nicht mehr mit den moderneren Modellen mithalten kann.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin