Letzte Aktualisierung: um 11:49 Uhr

Virgin Atlantic

Doppelt so viele Bewerbungen dank genderneutraler Uniformen

Die britische Fluggesellschaft hat ihre Uniformregeln radikal gelockert. Nun profitiert Virgin Atlantic davon.

Virgin Atlantic

Virgins Uniformen: Alle sollen tragen, worin sie sich wohlfühlen.

Immer mehr Airlines gehen diesen Weg: Klassische Uniformregeln und die Unterteilung in «männlich» und «weiblich» werden zunehmend abgeschafft. Auch große Anbieter wie United oder Alaska Airlines haben sich dafür entschieden, genderneutrale Alternativen anzubieten.

In Europa gab zuletzt Virgin Atlantic bekannt, nicht mehr auf klassische Geschlechterrollen zu setzen. Die Airline erlaubt jetzt dem Kabinenpersonal, den Cockpitbesatzungen und dem Bodenpersonal, die Uniform ihrer Wahl zu tragen, «unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Geschlechtsidentität oder ihrem Geschlechtsausdruck», so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

100 Prozent mehr Bewerbungen

Auch sichtbare Tätowierungen sind der Kabinenbesatzung nun gestattet. Diese Lockerung gab zuletzt auch in Deutschland die Ferienairline Condor bekannt. Darüber hinaus kündigte Virgin Atlantic an, allen Reisenden zusätzliche Pronomenausweise zu geben und Flüge mit einer anderen Option als männlich oder weiblich zu buchen. Der Schritt hat sich für die Airline offenbar gelohnt.

Laut Geschäftsführer Shai Weiss sind die Bewerbungen für Jobs in der Kabine um 100 Prozent gestiegen, nachdem die Fluggesellschaft die Änderung im September bekannt gab. Die Änderung sei aber auch sonst eine «enorme» Hilfe gewesen, um Bewerbungen für eine Vielzahl von Positionen im Unternehmen zu erhalten, so Weiss zur Zeitung The Telegraph. In Zeiten von Personalmangel ist das ein großer Vorteil.

Erst seit drei Jahren keine Make-up-Pflicht mehr

Die neuen Uniformregeln sind für Virgin insofern ein Riesenschritt, dass die Airline erst vor drei Jahren die Make-up-Pflicht für Frauen abgeschafft und ihnen die Wahl gegeben hat, eine Hose zu tragen. Zuvor durften Flugbegleiterinnen das zwar auch schon – sie mussten es aber offiziell beantragen.