Die Bombardier Global 6000 nach der Landung in Hamburg: Wird nicht mehr lange OE-LHC heißen.

Trainingsflugzeug für Pegasus-ProgrammBundeswehr kauft sich Businessjet aus Österreich

Die Bundeswehr beschafft sich gerade drei Aufklärungsflugzeuge auf Basis des Businessjetmodells Bombardier G6000. Zusätzlich hat sie nun eine gebrauchte G6000 fürs Training der Pilotinnen und Piloten gekauft. Der Jet ist gerade in Hamburg angekommen.

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Im Dezember 2025 flogen zwei Bombardier Global 6000 von Wichita in den USA nach Hamburg in Deutschland. Es handelte sich um die ersten beiden von insgesamt drei neuen Signalaufklärungsflugzeugen für die deutsche Bundeswehr. Sie werden derzeit von Lufthansa Technik und dem Rüstungskonzern Hensoldt umgebaut.

Zu diesem Umbau gehören die Integration des Systems zur luftgestützten Signalaufklärung (SIGINT), der Einbau der Kabine sowie die Integration zusätzlicher Militär- und Kommunikationssysteme. Lufthansa Technik wird zudem die zivile und die militärische Zertifizierung der Flugzeuge übernehmen. All dies gehört zum sogenannten Pegasus-Programm der Bundeswehr. Die Abkürzung steht für Persistent German Airborne Surveillance System oder Deutsches System zur kontinuierlichen Luftüberwachung.

Aufklärungsflugzeuge statt -drohnen

Die drei Aufklärungsflugzeuge auf Basis des kanadischen Geschäftsreisefliegers sollen bei der Bundeswehr eine Lücke schließen, die seit 2010 besteht. Damals wurden die Aufklärer vom Typ Breguet 1150 M Atlantic außer Dienst gestellt, die damals schon mehr als 40 Jahre alt waren. Zunächst setzte Deutschland auf eine Drohne als Nachfolgelösung und beschaffte eine modifizierte Northrop-Grumman RQ-4 Euro Hawk. Doch das Projekt scheiterte. Und so sollen nun die drei Bombardier G6000 die Bundeswehr in die Lage versetzen, militärischen Funkverkehr und Radaremissionen aus großer Entfernung zu erfassen.

Die Flugzeuge brauchen im Gegensatz zu Drohnen aber Pilotinnen und Piloten, die sie steuern - und die müssen trainieren. Das ist auch der Grund, warum Ende Juli eine weitere Bombardier Global 6000 in Hamburg angekommen ist, die nach der Landung vor die Hallen von Lufthansa Technik rollte, wie zuerst das Portal EDDH Airport berichtete.

«Für das Projekt Pegasus als Schulungsluftfahrzeug»

Das Flugzeug kam aus Hannover, trug das Kennzeichen OE-LHC und gehörte bisher zur Flotte des österreichischen Business-Aviation-Unternehmens Skyside. Das VIP-Flugzeug hat eine Luxusausstattung mit edlen Sesseln und einem Sofa, das auch als Bett dienen kann.

Der Verwendungszweck des Jets wird bald aber nicht mehr der komfortable Transport von VIP-Gästen sein - sondern das Training von Crews. Denn die Bundeswehr hat die Global 6000 gekauft. «Das Luftfahrzeug wurde für das Projekt Pegasus als Schulungsluftfahrzeug für Piloten beschafft», bestätigt ein Sprecher des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr auf Anfrage von aeroTELEGRAPH.

Lackierung des Trainingsflugzeuges wohl nicht in Hamburg

Auf weitere Details geht die Bundeswehr nicht ein. Laut den Informationen von EDDH Airport soll die Bombardier Global 6000 nach einigen Wochen bei Lufthansa Technik Hamburg wieder verlassen und andernorts neu lackiert werden. Das taktische Kennzeichen werde wohl 14+30 lauten.

Auf die Frage, ob die neu erworbene Global 6000 nach ihrer Mission als Pegasus-Trainingsflugzeug womöglich eine Global 5000 als VIP- und Regierungsflugzeug der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums ablösen könnte, ging der Sprecher nicht ein.

Aufklärungsflugzeuge werden in Schleswig-Holstein stationiert

Neben Bombardier, Lufthansa Technik und Hensoldt sind rund 30 weitere Firmen an Entwicklung und Umbau der drei Bombardier Global 6000 beteiligt, die als Aufklärungsjets dienen werden. Deren Übergabe an die Bundeswehr ist ab 2027 geplant, einsatzfähig sollen sie ab 2028 sein. Stationiert wird die Flotte beim Taktischen Luftwaffengeschwader 51 «Immelmann» auf dem Fliegerhorst Schleswig-Jagel im Bundesland Schleswig-Holstein.

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