Das Herz auf dem Leitwerk der Boeing 767 wird mit je 16 Folienteilen auf jeder Seite abgedeckt.

Verlassen des SchutzschirmsIn 35 Tagen will Condor wieder frei sein

Der Ferienflieger wollte seinen Schutzschirm bereits im April verlassen. Im Oktober nimmt Condor einen zweiten Anlauf.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Als ihr Mutterkonzern Thomas Cook vor einem Jahr pleite ging, flüchtete sich Condor in ein Schutzschirmverfahren nach deutschem Insolvenzrecht. So schützte sich der Ferienflieger gegen Forderungen von Thomas Cook und wollte seine Unabhängigkeit vom britischen Konzern erlangen. Dazu fehlt allerdings immer noch der letzte Schritt.

Damit Condor endgültig einen Strich unter das Kapitel Thomas Cook machen kann, müssen die Gläubiger dem Insolvenzplan der Airline mehrheitlich zustimmen. Das taten sie im März auch bereits. Danach sprang mit der polnischen Lot-Mutter PGL aber der geplante Käufer von Condor ab. Und so musste ein zweiter Insolvenzplan her. Der ist nun fertig.

Gläubiger müssen zum zweiten Mal abstimmen

Eine Condor-Sprecherin bestätigt, dass die Fluggesellschaft den Plan im August eingereicht hat. Und das Amtsgericht Frankfurt teilt nun mit, dass am 22. Oktober ein Termin anberaumt ist: zur «Erörterung eines vorgelegten zweiten Insolvenzplans» und zur «Abstimmung über diesen Plan» - sprich: die zweite Gläubigerversammlung.

Da die Versammlung nicht virtuell abgehalten werden konnte, habe man aufgrund der Corona-Pandemie bis zu diesem Termin gewartet, erklärt die Sprecherin. Um die Hygienebestimmungen einzuhalten, wird die Gläubigerversammlung am 22. Oktober im großen Congress Center der Messe Frankfurt abgehalten.

Falscher Zeitpunkt für die Investorensuche

Der zweite Insolvenzplan gleicht laut Condor in großen Teilen dem ersten - nur dass PGL nicht mehr als Käufer darin vorkommt. Einen neuen Käufer hat Condor nicht. Airline-Chef Ralf Teckentrup hatte schon im Juni zu aeroTELEGRAPH gesagt: «Condor jetzt zum Verkauf zu stellen, wäre so, als würde man im November versuchen, ein Cabrio zu verkaufen.»

Stattdessen sieht der Plan laut der Sprecherin eine «treuhänderisch geführte Restrukturierungsgesellschaft» als neue Condor-Eigentümerin vor. Einzige Condor-Gesellschafterin und -Eigentümerin ist tatsächlich bereits die Erdsiek Vermögensverwaltung mit einem auf Restrukturierung spezialisierten Anwalt als Geschäftsführer.

294 Millionen Euro, Rückzahlung in zehn Jahren

Diese Gesellschaft ist eine Übergangslösung, mit deren Hilfe sich Condor von Thomas Cook trennen kann und die Zeit überbrückt, bis sie einen neuen Investor sucht und findet. Doch wie sieht es derweil mit den Finanzen aus? Um das Schutzschirmverfahren als zahlungsfähiges Unternehmen zu verlassen, braucht Condor ausreichend Kapital.

Im Zuge des Schutzschirmverfahrens erhielt Condor staatlich abgesichterte Kredite in Höhe von 380 Millionen Euro, nutzte davon aber nur 256 Millionen. Als Corona-Hilfen bekam Condor erneut staatliche Kredite in Höhe von 550 Millionen Euro. Davon löste sie die 256 Millionen ab und behielt 294 Millionen Euro übrig. «Wir haben mehr als zehn Jahre für die Rückzahlung vereinbaren können», erklärte Teckentrup im Juni.

Aufsichtsrat kann die Arbeit wieder aufnehmen

Zudem kommt der Fluglinie in der Krise zugute, dass sie die Kosten bereits gesenkt hat. «Wir mussten durch unser Schutzschirmverfahren schon im vergangenen September mit der Restrukturierung beginnen», so der Condor-Chef. Unter dem Schutzschirm fielen Verhandlungen mit Gewerkschaften leichter, ebenso Vertragskündigungen, etwa für Condors Hauptquartier in Frankfurt, das sie im August Richtung Neu-Isenburg verließ.

Nehmen die Gläubiger den zweiten Insolvenzplan in 35 Tagen, am 22. Oktober, tatsächlich mehrheitlich an, kann Condor den Schutzschirm verlassen. Sachwalter Lucas Flöther zieht sich dann zurück, dafür kann der Aufsichtsrat wieder die Arbeit aufnehmen. Zudem wird es operative Erleichterungen geben, da nicht jeder Schritt vom Sachwalter freigegeben werden muss.

Mehr zum Thema

Condor-Chef Ralf Teckentrup und Flieger: Tanken gerade günstig.

«Condor steht derzeit nicht zum Verkauf»

Condor-Jet in Australien: Selbst wird der deutsche Staat wohl nicht bei der Airline einsteigen.

So könnte Condor indirekt verstaatlicht werden

Flieger von Condor: Ein Kredit half der Airline durch den Winter.

Condor-Kapitän bringt Masken-Rüpel zur Räson

Flieger on Silver Airways: Hebt nicht mehr ab.

Silver Airways stellt alle Flüge ein

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack