Airbus A320 von S7 Airlines in Moskau: Die Flieger sind mit Sanktionen belegt.

Sanktionen USA drängen Türkei zu Verbot von Flügen aus Russland

Die Türkei ist das wichtigste Reiseziel ab Russland und ein wichtiges Transitland. Das gefällt den USA gar nicht. Jetzt macht Washington Druck auf Ankara.

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Seit Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine angriff, ist das Land zum Westen hin isoliert. Überflugsverbote und Sanktionen hindern die Einwohnerinnen und Einwohner daran, viele früher beliebte Ziele zu erreichen.

Einige verbleiben dennoch. Das mit Abstand wichtigste Ziel ist dabei die Türkei. Rund ein Viertel der internationalen Flüge entfielen vergangenes Jahr auf Ziele im Land. Sowohl russische als auch türkische Fluggesellschaften fliegen zwischen den Ländern. Die Türkei nimmt auch als Transitland eine wichtige Rolle ein, da Reisende in Istanbul umsteigen, um in andere Länder zu gelangen.

Türkei soll Sanktionen einhalten

Das missfällt den USA. Laut der Zeitung Wall Street Journal übt die Regierung in Washington massiven Druck auf den Nato-Partner Türkei aus. Sie fordert, dass keine russischen Airlines mehr in die Türkei fliegen dürfen.

Das Land solle es auch unterlassen, Flugzeuge russischer Airlines aus amerikanischer Produktion zu warten. Auch die Versorgung mit Ersatzteilen amerikanischer Herkunft seien laut den 2022 erlassenen Sanktionen verboten, warnen die USA. Die Türkei ist seit 1952 Mitglied des Verteidigungsbündnisses Nato und damit ein Partner der Vereinigten Staaten.

Drohung mit Haftstrafen

Als Reaktion auf den Angriff auf die Ukraine hatte die Regierung von Präsident Joe Biden im Februar letzten Jahres Ausfuhrkontrollen eingeführt, die Russland den Einsatz von in den USA hergestellten Flugzeugen untersagen. Die Exportkontrollen verbieten, dass in den Vereinigten Staaten hergestellte Flugzeuge oder solche, die zu mehr als 25 Prozent aus amerikanischen Teilen bestehen, nach Russland oder Belarus fliegen.

Im vergangenen Monat drohten daher Beamte aus den USA der Türkei mit Haftstrafen, Geldstrafen und dem Entzug von Exportprivilegien für Personen und Unternehmen, wenn sie gegen die Sanktionen verstoßen. Dies berichtet die russische Nachrichtenagentur Ria. Die stellvertretende amerikanische Handelsministerin Thea Roseman Kendler soll die Position Washingtons schon im Dezember an türkische Offizielle übermittelt haben.

Aeroflot fliegt seit Mai wieder

Die Zahl der Flüge aus Russland in die Türkei hat sich seit Kriegsbeginn mehr als verdreifacht. Das Angebot in angrenzende Länder oder zu Destinationen, bei denen kein Flugverbot besteht, wie Ägypten, oder zu Zielen am Persischen Golf blieb dagegen stabil.

Aeroflot hatte im Mai den Flugverkehr in die Türkei wieder aufgenommen, nachdem die meisten internationalen Flüge im März nach der Invasion eingestellt worden waren. Russlands zweitgrößte Fluggesellschaft, S7, sowie Azur Air, Utair und die belarusische Belavia flogen im vergangenen Jahr ebenfalls in die Türkei, auch mit Boeing-Flugzeugen.

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