B757: Zu knapp berechnet für einige Strecken.

Tankstopps wegen Gegenwind

Kleinere Flieger zwischen Europa und der US-Ostküste - Das soll billiger sein. Doch das Wetter macht die Vorteile zunichte.

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Eigentlich sollte es eine Sparmaßnahme sein. United Continental setzt auf Flügen zwischen einigen europäischen Städten und Zielen an der amerikanischen Ostküste kleinere Flugzeuge ein. Das soll die Auslastung erhöhen, Kerosin sparen und außerdem braucht die Airline auf den Strecken eine kleinere Kabinencrew. In der Theorie ist das eine schlaue Entscheidung, die zu tieferen Kosten führt. Doch offenbar hat die Fluggesellschaft das Wetter nicht mit in ihre Pläne einkalkuliert. Dutzende Flüge von Continental musste auf Strecken zwischen Europa und der Ostküste ungeplante Zwischenstopps einlegen. Der Grund: Der starke Gegenwind führte dazu, dass die kleinen Jets mehr Treibstoff verbrauchten als geplant und die Tankfüllung nicht mehr bis zum Ziel reichte, wie das Wall Street Journal berichtet.

Die kleineren Flieger haben eine geringere Reichweite. Mit der schaffen sie es bei normalen Verhältnissen knapp bis ans Ziel. Die Boeing 757, die Continental auf den Nordatlantik-Strecken mittlerweile einsetzt, schaffen etwa 7400 Kilometer. Die Strecke von Stuttgart nach Newark etwa, die unter anderem betroffen war, misst 7290 Kilometer. Da bleibt wenig Raum für unerwartet Ausweichmanöver. Der Reservetreibstoff, den die Flieger nutzen, reicht nur für etwa 45 Minuten. Bei richtig starkem Gegenwind kann es auch riskant sein, sich darauf zu verlassen.

Wenig Raum für Anpassungen

Wie United Continental laut dem Wall Street Journal mitteilte, mussten im vergangenen Monat 43 von 1100 Flügen mit den 169-sitzigen B757 unerwartet Tankstopps einlegen. Die Winde sind in diesem Jahr offenbar außergewöhnlich stark, so die Erklärung. Im Schnitt schaffen sie es im Dezember auf 30 Knoten. Im Monat davor waren es 47, an den schlimmsten 15 Tagen sogar 60 Knoten. Auch US-Airways setzt B757 auf einigen Strecken nach Philadelphia ein. Von 112 Flügen mussten im Dezember vier auftanken. American Airlines meldete «einige» Zwischenstopps, Delta hatte bislang keine Probleme.

Zwar stellen die Zwischenlandungen kein Sicherheitsrisiko dar. Doch für die Passagiere sind sie dennoch ärgerlich. Und auch für die Airlines könnte sich die Entscheidung für die kleineren Flieger als Schuss in den Ofen erweisen. Verärgerte Passagiere können Kompensation verlangen, wenn sie zum Beispiel ihren Anschluss verpassen. Doch es gibt auch Profiteure. Die meistens kleinen Flughäfen wie Gander oder Goose Bay in Kanada, an denen die 757 wieder auftanken, verdienen ordentlich daran. Lande- und Servicegebühren können ihnen Zehntausende Dollars einbringen.

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