Business Class von Qantas: Anthony Albanese flog dort mit.

Vorwürfe in EnthüllungsbuchUpgrades bei Qantas-Chef erschnorrt - Australiens Premier unter Druck

Alan Joyce verließ Qantas nicht im Guten. Jetzt ist ein Enthüllungsbuch über die Airline unter seiner Führung erschienen. Und das lässt auch den Regierungschef des Landes nicht gut aussehen.

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Alan Joyce ist inzwischen in Ungnade gefallen. So sehr, dass dem Ex-Qantas-Chef Monate nach seinem vorzeitigen Abgang noch rückwirkend der Lohn gekürzt wurde. Der Grund: «Ereignisse, die Qantas und ihrem Ruf schadeten und den Beziehungen zu Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie anderen Interessengruppen erheblichen Schaden zufügten», erklärte die Airline damals.

Jetzt ist der Airline-Manager wieder in den Medien - und wieder gibt es Kritik. Allerdings steckt dieses Mal auch Australiens Premierminister Anthony Albanese mit drin. Denn ein Enthüllungsbuch erhebt den Vorwurf, dass der Politiker sich in seiner Zeit als Transportminister und als Oppositioneller Upgrades erschnorrt hat.

Exklusive Lounge für Wirtschaft und Politik

Das Buch des Journalisten Joe Aston trägt den Titel: Die Chairmans Lounge: Wie Qantas uns für dumm verkaufte. Die Chairmans Lounge, welche dem Buch den Titel gibt, gibt es wirklich. Und nur ein exklusiver Kreis aus Wirtschafts- und Politik-Akteuren erhält Zugang. Neben Gratis-Essen wie Club Sandwiches und Meeresfrüchten gibt es dort noch einen Vorteil, der sie von anderen Flughafen-Lounges unterscheidet: Gratis-Upgrades.

Je nach Verfügbarkeit können diese vor Ort über eine Hotline gebucht werden. Außerdem erhalten Mitglieder auch einen Login bei der Airline, über den sie Flüge buchen können. Genutzt wird das regelmäßig und von allen, die Zugang haben. Doch Autor Aston wirft Anthony Albanese vor, weit mehr getan zu haben, als die Vorteile der Chairmans Lounge zu genießen - also einen Business-Class-Sitz zu bekommen, sollte er frei sein.

Upgrades direkt vom Chef?

Albanese soll Alan Joyce direkt über seine Reisepläne informiert haben, damit der Airline-Chef ihm das Upgrade auch garantiert buchen konnte. Es geht um Upgrades auf 22 Flügen zwischen den Jahren 2009 und 2019. Außerdem soll Albanese die Lounge-Mitgliedschaft auch für seinen Sohn erbeten haben. Kritisiert wird das vor allem, weil er zu dieser Zeit als Transportminister wesentlich für die Regulierung des Luftverkehrs zuständig war. Und Joyce war damals der Chef der De-facto-Nationalairline.

Albanese weist die Vorwürfe von sich. Er habe sich an die Regeln gehalten und sei «völlig transparent» gewesen, so der Politiker laut dem Nachrichtensender BBC. Er erinnere sich an zwei Gespräche mit Joyce über Flüge, bei denen es nicht um persönliche Reisen gegangen sei. «Von den 22 Flügen fanden 10 ... [im Jahr 2013] über einen Zeitraum von einem Monat statt, in dem sowohl Qantas als auch Virgin Upgrades für Flüge anboten, die von der Australian Labor Party bezahlt wurden.» So habe man sichergestellt, dass dem Steuerzahler keine Kosten für eine interne Angelegenheit entstehen.

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