Alan Joyce: Die Ire prägte Qantas über 15 Jahre.

QantasDer tiefe Fall des Alan Joyce

15 Jahre lang stand der Ire an der Spitze von Qantas. Jetzt ist Alan Joyce verfrüht abgetreten. Er hat als Chef der australischen Gruppe viel geleistet, immer wieder aber auch Geschirr zerschlagen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Vor fünf Monaten kündigte Qantas einen Wechsel an der Spitze an. Im November werde Vanessa Hudson den Vorstandsvorsitz übernehmen. Aufsichtsratspräsident Richard Goyder lobte den abtretenden Alan Joyce damals in den höchsten Tönen. «Dieser Übergang findet zu einer Zeit statt, in der die Qantas-Gruppe extrem gut aufgestellt ist. Wir haben eine klare Strategie, eine starke Bilanz und eine Rekordrentabilität.»

Damit nicht genug. Ein Großteil des Verdienstes für die glänzende Zukunft gebühre Joyce, fuhr Goyder fort. «Er hat sich als Chef mehr als genug Herausforderungen gestellt und sie außergewöhnlich gut gemeistert». Jetzt ist der Manager weg - zwei Monate früher als geplant, fast schon über Nacht und wohl nicht ganz freiwillig. Und die Stimmung hat gedreht.

«Emergency Exit»

Qantas kämpft mit einem ramponierten Image. Und Joyce scheint zumindest für die Öffentlichkeit alles zu verkörpern, was bei der Fluggesellschaft in den vergangenen Monaten schief lief. In den Medien wurde sein abrupter Abgang deshalb auch schon als «Emergency Exit» betitelt.

Dabei war Joyce bei Qantas einst das Wunderkind. Vor 23 Jahren trat der gebürtige Ire nach Jobs bei Aer Lingus und Ansett als Netzwerkchef bei der australischen Fluggesellschaft an, drei Jahre später war er Chef der Billigtochter Jetstar und nochmals fünf Jahre später übernahm er den Posten des Chefs der Gruppe.

Alles für die Aktionäre?

Als der Sohn einer Putzfrau und eines Fabrikarbeiters aus einem Vorort von Dublin 2008 sein Amt antrat, fand er eine Fluggesellschaft mit einer viel zu hohen Kostenbasis vor. Das machte sie anfällig auf die neue Billigkonkurrentin Virgin Australia. Das änderte Joyce und machte Qantas zu einem finanziell gesunden Unternehmen. Auch durch die Pandemie steuerte er den Konzern bestens.

Doch Joyce schuf sich mit seinem Fokus auf die Kosten auch den Ruf eines Managers, dem die Angestellten und die Kundschaft egal sind und der nur auf das Wohl der Aktionärinnen und Aktionäre schaut. Das zeigte sich ein erstes Mal drei Jahre nach Amtsantritt. Bei Qantas war ein Streit um die Löhne und Arbeitsbedingungen ausgebrochen. Der Chef reagierte auf eine Streikdrohung, indem er ankündigte, die gesamte Flotte zu grounden. Die Regierung musste einschreiten und verbot den Streik und den Flugstopp.

Hohe Abgangsentschädigung

Dass Joyce wenig später einen Bonus von 2 Millionen australischen Dollar bekam, besserte die Stimmung nicht. Während der Pandemie verweigerte Qantas kranken Mitarbeitenden die Zahlung von Krankengeld und argumentierte, während einer Freistellung habe man kein Anrecht darauf. Der Streit liegt nun vor dem höchsten australischen Gericht.

Zuletzt schrieb Qantas Negativschlagzeilen, weil die Airline Tickets für Flüge verkaufte, die sie bereits annulliert hatte. Dafür wurde sie von der nationalen Verbraucherschutzbehörde sogar angeklagt. Dass kurz danach bekannt wurde, dass Chef Joyce eine Abgangsentschädigung von bis zu 24 Millionen australischen Dollar (14 Millionen Euro) erhält, machte das Ganze nur noch schlimmer.

Mehr zum Thema

Airbus A330 von Qantas: Die Airline hat aktuell ein paar Imageprobleme.

Qantas entschuldigt sich in Affäre um Tickets für annullierte Flüge

Airbus A330 von Qantas: Der Kapitän reagierte sofort.

Qantas bestellt zwölf Boeing 787 und zwölf Airbus A350

Die Premium Economy im Airbus A350 ULR: Hier hat Qantas in ...

So sehen Economy und Premium Economy in den Airbus A350 von Qantas aus

ticker-qantas

Qantas warnt vor längeren Project-Sunrise-Flügen ohne Midway

Video

Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
aeroTELEGRAPH-Herausgeber Stefan Eiselin zum Unglück von Flug SR1111: «»
Rauch im Cockpit, ausfallende Instrumente und schließlich ein nicht mehr kontrollierbares Flugzeug: Der Absturz von Flug SR111 von Swissair kostete 229 Menschen das Leben. Die Erkenntnisse aus der Katastrophe führten später zu neuen Sicherheitsregeln – und wirken bis heute nach.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Testflug für die Autoland-Zertifizierung für den Pilatus PC-12: Die Testcrew musste nicht eingreifen.
Knopf drücken, und der Rest passiert von selbst. Pilatus zeigt erstmals, wie Autoland den PC-12 Pro sicher auf die Piste bringt. Easa und FAA haben das System nun für das Flugzeug zugelassen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies