Letzte Aktualisierung: um 17:10 Uhr
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Angola fehlt das Geld

TAAG darf sich doch keine Dreamliner kaufen

Eigentlich wollte die angolanische Nationalairline sich neue Flugzeuge bei Boeing anschaffen. Den Kauf von Dreamlinern verbietet die Regierung nun - den Staatsfinanzen zuliebe.

aeroTELEGRAPH

Boeing 777 von TAAG Angola Airlines: Muss sie verkauft werden?

Es war offenbar einfach zu schön, um wahr zu sein. Im vergangenen Oktober hatte TAAG-Chef Rui Carreira noch erklärt, man werde sich Boeing 787-Dreamliner anschaffen und zusätzlich noch elf Mittelstreckenjets kaufen. Dafür erhielt die Nationalairline im Januar auch das Okay des Staatspräsidenten. Doch der zog die Genehmigung nun wieder zurück, berichtet die Nachrichtenagentur Lusa.

Bevor neue Flugzeuge angeschafft würden, müssten vertiefte Studien zur Restrukturierung der Airline durchgeführt werden, heißt es im Schreiben von Präsident João Lourenço. Daher ziehe die Regierung die Genehmigung zur Unterzeichnung von Kaufverträgen für 15 Flugzeuge erst einmal zurück. Dabei ging es offenbar um Verträge mit Boeing und mit Bombardier. Bis 2022 hätten die Flieger laut dem Bericht an TAAG Angola Airlines ausgeliefert werden sollen.

Boeing 777 verkaufen?

Das ist aber nicht alles. Offenbar wies der Präsident das Verkehrs- und das Finanzministerium an, den Verkauf von zwei erst in den vergangenen Jahren erworbenen Boeing 777 zu prüfen, um an Geld zu kommen. Wie angolanische Medien schreiben, hat die Anordnung des Präsidenten mit Auflagen des Internationalen Währungsfonds IWF zu tun. Dieser sei der Ansicht, dass der Kauf neuer Flugzeuge für TAAG Angola Airlines die Verschuldung des Landes, die bereit über 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts beträgt, in nicht akzeptable Höhen schrauben würde.

Eigentlich hatte TAAG Angola Airlines gehofft, durch eine Modernisierung der Flotte irgendwann endlich in die Gewinnzone zu fliegen. Diese Begründung stand auch in der Genehmigung für den Kauf von Mitte Januar. Nun muss die Nationalairline andere Wege finden. Der Verkehrs- und der Finanzminister sind nun aufgefordert, alle bereits getätigten Transaktionen und Verträge rückgängig zu machen – ohne dabei dem Ruf Angolas zu schaden, heißt es in dem Papier laut der Zeitung Observador.

Weg von der Schwarzen Liste

Dafür gibt es eine andere gute Nachricht. Die EU hat TAAG Angola Airlines von der Liste der in Europa nur mit Beschränkungen zugelassenen Fluggesellschaften gestrichen. Diese hatten zehn Jahre lang gegolten.

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