Die Jets von Syphax heben vorerst nicht mehr ab.

Das kurze Leben von Syphax

Die private tunesische Airline stellt ihren Betrieb nach wenigen Tagen ein. Sie spricht von Sabotage.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Eigentlich sah es nach einer Lösung aus. Vor Wochenfrist gab das Transportministerium bekannt, dass alles geregelt sei. Die neu gegründete Syphax Airlines könne wie geplant am 29. April erstmals abheben. Doch die Lösung auf dem Papier beruhigte die Gewerkschaften der Staatsairline Tunisair offensichtlich in keiner Weise. Der allerste Fug der neuen Konkurentin ab dem Flughafen Djerba nach Paris wurde von den Mitarbeitern des Bodenabfertigers Tunisair Handling absichtlich um drei Stunden verzögert. Die 150 Passagiere wurden einfach nicht eingecheckt. Zugleich wurde ein Flug daran gehindert, in Tunis zu landen, wie lokale Medien berichten. Nun greift Syphax-Chef und -Gründer Mohamed Frikha gleich zum ultimativen Mittel. «Ich habe beschlossen, das Projekt definitiv zu stoppen. Die Kunden werden entschädigt», sagte er gegenüber dem Sender Radio Sfax.

Die Arbeitnehmervertreter haben Angst die neue Airline könnte bei Tunisair Stellen vernichten. Doch Frikha betonte immer wieder, sein Projekt sei nicht gegen die staatseigene Airline gerichtet. Mit nur zwei Fliegern könne man Tunisair gar nicht konkurrenzieren, man biete nur rund fünf Prozent des gesamten Kapazität ab Tunesien an. Vielmehr wolle man französische Airlines wie Aigle Azur oder Air France konkurrenzieren, welche im nordafrikanischen Land stark sind.

Tunisair verteidigt sich

Tunisair aber wehrt sich gegen die Vorwürfe der Sabotage. Man habe Syphax alle nötige Unterstützung zukommen lassen, schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung. Sie spricht von einer Hetzkampagne in den Medien und sozialen Netzwerken. Tunisair Handling habe mit der neuen Fluglinie aufgrund eines Businessplanes im März einen Vertrag geschlossen. Damals sei nur von Flügen ab dem Flughafen Sfax die Rede gewesen. Nun habe das Management von Syphax erkannt, dass das nicht rentabel sei und habe Flüge von Tunis nach Paris ins Programm aufgenommen - ohne mit Tunisair Handling zu sprechen. Später habe man mit dem Transportminister einen Kompromiss gefunden, der auch Flüge ab Tunis nach Paris vorsah. Syphax habe aber die darin gemachten Auflagen - namentlich die vorherige Eingabe des Flugplans - nicht eingehalten.

Täglich wollte Syphax Airlines von ihrer Basis am Flughafen Sfax-Thyna mit ihren zwei Airbus A319 nach Paris fliegen, fünf Mal wöchentlich von Tunis-Carthage nach Paris, je drei Mal wöchentlich von Sfax nach Marseille, Lyon, Nizza und Rom sowie je zwei Mal nach Casablanca und Istanbul. Ob der Entscheid wirklich definitiv ist, wird sich erst noch zeigen. Vor allem jüngere Bürger stehen hinter Syphax Airlines, die für ein neues Tunesien steht.

Mehr zum Thema

ticker-iata

Luftfahrtverbände fordern einheitliche Passagierdatensysteme in Afrika

ticker-news

Afrikanische Entwicklungsbank plant Milliardenprogramm für Luftfahrt

Visualisierung einer Boeing 747 von Can Am: Gelingt der Aufbau einer Jumbo-Jet-Flotte?

Deutscher will USA, Kanaren und Afrika mit neuer Airline verbinden - mit Boeing 747 mit reiner Business Class

Airbus A330 von Brussels Airlines: Crews mit Zentralafrika-Einsätzen dürfen nicht mehr in die USA.

Wer nach Kinshasa flog, darf nicht mehr nach New York: Neue Regeln der USA fordern Brussels Airlines heraus

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier