Uniformen der Kabinencrew von Swiss: Sind die Regeln noch zeitgemäß?

KabinenpersonalSwiss prüft Lockerung des Dresscodes

Der Kabinenpersonalverband von Swiss findet die aktuellen Kleidungs- und Schminkvorschriften sexistisch. Er diskutiert mit der Fluggesellschaft über Änderungen.

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Virgin Atlantic kündigte im März an, die Make-up-Pflicht für das weibliche Kabinenpersonal abzuschaffen. Norwegian musste im Mai zurück krebsen, als sie den Frauen unter den Flugbegleitern flache Schuhe und den Männern Schminke verbieten wollte. Und nun wehrt sich bei Swiss der Kabinenpersonalverband Kapers gegen den aktuellen Dresscode.

In einem Artikel mit dem Titel «Geisha der Lüfte – Uniform und Sexismus» fragt Kapers im aktuellen Mitgliedsmagazin: «Fühlen wir uns wirklich wohl in unseren Röcken, wenn wir niederknien, mit dem Hintern nach oben, um einen Sitz zu reparieren (…)?».«Kriegen wir mitten im Sommer genügend Luft in einem seit fünf Minuten gekühlten Flugzeug, schweißgebadet in Uniformjacke und Strümpfen?»

Schnürschuhe jetzt erlaubt

Warum seien Lippenstift und Schminke Pflicht, fragt Kapers weiter, zitiert die Zeitung Schweiz am Wochenende aus dem Bericht. «Werden damit die Träume unserer Passagiere angeregt? Werden mit diesem Barbiepuppen-Image unsere extrem tiefen Saläre gerechtfertigt, indem man uns der Kaste ‹hübsches Ding, grad gut genug zum Lächeln› zuteilt?» Uniformen und deren Bedeutung müssten überdacht werden.

Kapers-Präsident Denny Manimanakis erklärte gegenüber der Zeitung, man habe nach langem Kampf erreicht, dass Frauen wie die männlichen Kollegen Schnürschuhe tragen dürften. In aktuellen Gesprächen mit der Swiss-Führung diskutiere man zudem über Kosten. Denn heute müsste das weibliche Kabinenpersonal auf eigenen Kosten Lippenstift tragen. Ebenso Strümpfe, falls die Wahl auf einen Rock als Arbeitskleidung fällt. Wolle die Fluggesellschaft daran festhalten, so müsse sie die Kosten für Lippenstift und Strümpfe künftig übernehmen oder diese Dinge zur Verfügung stellen, so Manimanakis.

Swiss diskutiert mit Verband

Ein Swiss-Sprecher erklärte: «Als offener und zeitgemässer Arbeitgeber respektieren wir die Individualität unserer Arbeitnehmer.» Nichtsdestotrotz gebe es für Berufsgruppen mit direktem Kundenkontakt Vorgaben. «So ist heute gemäß gültigem Uniformreglement das Tragen von Lippenstift oder getöntem Lipgloss in Rot- oder Brauntönen für das weibliche Kabinenpersonal Pflicht.» Allerdings prüfe man in regelmäßigen Abständen das Reglement und passe es bei Bedarf an. «Derzeit diskutieren wir gemeinsam mit unserer Kabinengewerkschaft über eine mögliche Anpassung gewisser Punkte dieses Reglements, unter anderem über die Schminkpflicht.» Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

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