Endmontage des Superjets in Venedig: Wie geht es mit dem Werk weiter?

PlanSuperjet wird künftig in Arabischen Emiraten gebaut

Eine Finanzfirma aus Dubai hat dem russischen Flugzeugbaukonzern UAC die Anteile an der italienischen Superjet International abgekauft. Sie will künftig den Jet auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten bauen. Doch es bleiben Fragezeichen.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Der Flugzeugbau ist für die Vereinigten Arabischen Emirate kein Neuland. Das Unternehmen Strata baut in einem Werk in Al Ain etwa 150 Kilometer südlich von Abu Dhabi diverse Bauteile, die später in Airbus A330 und A350, ATR 42 und 72, Boeing 777, 777X und 787 oder Pilatus PC-24 eingebaut werden. Seit Kurzem stellt es auch Seitenleitwerke für Dreamliner her.

Jetzt sollen in den Vereinigten Arabischen Emiraten bald mehr als nur Teile gebaut werden. Die Beteiligungsgesellschaft Markab Capital aus Dubai hat beschlossen, im Land eine Fabrik zu bauen, die Flugzeuge herstellen wird. 80 Millionen Euro investiert sie dafür. Aus dem Werk – der Standort ist noch nicht bestimmt – sollen in einer ersten Phase 10 bis 15 Flugzeuge pro Jahr rollen.

Hoffnung auf einen Befreiungsschlag

Die Flugzeuge made in UAE werden nicht irgendwelche Flugzeuge sein. Denn Markab Capital hat dem russischen Hersteller UAC die Anteile an Superjet International abgekauft, wie sie am Dienstag (28. Februar) bekannt gab. Das Unternehmen mit Sitz in Tessera bei Venedig ist für Marketing, Vertrieb, Endmontage und Auslieferung der Exemplare des russischen Fliegers für die Märkte Europa, Nord- und Südamerika, Ozeanien, Afrika und Japan zuständig.

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine war es faktisch gelähmt. Denn die italienischen Behörden froren seine Vermögenswerte ein. Unter anderem wurden auch fünf Superjet 100 beschlagnahmt. Mit dem Verkauf von 49 Prozent der Anteile an Markab Capital hofft UAC auf einen Befreiungsschlag.

Drei Varianten des Superjet 100

«Diese Vereinbarung hat einen großen Wert für unser Unternehmen, da die Unterbrechung der industriellen und kommerziellen Beziehungen mit UAC es dem Unternehmen ermöglichen wird, nicht mehr durch die Beschränkungen belastet zu werden, die sich aus den von der Europäischen Union festgelegten Sanktionsvorschriften ergeben», kommentiert Camillo Perfido, Chef von Superjet International. Allerdings - so fügt er an - gehe der Plan nur auf, wenn die Behörden in Italien ihn genehmigen.

Markab werde nicht nur in den Vereinigten Arabischen Emriraten investieren, so Perfido. 110 Millionen Euro seien für Venedig vorgesehen. Seine Prognosen gehen von mindestens 240 Flugzeugen in verschiedenen Versionen aus. Superjet International will den Superjet 100 als Passagierflugzeug, Businessjet und Frachter anbieten. Als Absatzmarkt hat das Unternehmen vor allem die arabische Welt und Indien im Visier.

Viele offene Fragen

Allerdings bleiben einige Fragen unbeantwortet. Gemäß dem Plan wird künftig Markab Capital 49 Prozent an Superjet International halten. Über das Unternehmen und seine Aktionäre ist kaum etwas bekannt - wer sind sie? Als Minderheitsaktionäre verbleiben Leonardo mit 10 Prozent sowie das Römer Beratungsunternehmen Studio Guidotti & Associati Dottori Commercialisti e Avvocati mit 41 Prozent - für wen ist es aktiv? Und wie werden künftig die Verbindungen zwischen dem russischen Hersteller UAC und Superjet International geregelt sein?

Mehr zum Thema

Superjet 100: Bald mehr Reichweite.

Irkut verpasst dem Superjet mehr Reichweite

Irkut-MS-21-Testflieger mit dem PD-14: Jetzt gibt es keine Alternative mehr zum russischen Triebwerk.

So viele Superjets und MS-21 will Russland bis 2030 bauen

Nase des Sukhoi Superjets: Die Flieger müssen untersucht werden.

Iran bekommt noch keine Boeing-Jets und ordert bei Sukhoi

Der Flugverlauf: Flug RCH4555 war rund 1:15 Stunde unterwegs.

Mysteriöser Flug: Boeing C-17A Globemaster der USA landet in Moskau

Video

«Habe a nice trip»: Liebe Botschaft vor Abflug.
Manchmal braucht es für einen besonderen Abschied nicht mehr als Wasser und ein bisschen Kreativität. Das bewies nun ein Mitarbeiter von Japan Airlines.
Redaktion
airbus a380 flightlab 2 jayn
Airbus hat einen A380 aus Abu Dhabi zurück nach Europa geholt und ihm in Irland eine neue Lackierung verpasst. Bevor er für Triebwerkstests umgerüstet wird, absolvierte der Riesenflieger nun einen tiefen Überflug über den Flughafen Toulouse-Blagnac.
Timo Nowack
Timo Nowack
Designentwurf der Hydra: Der Entwurf von Studierenden der TU Berlin hat die DLR Design Challenge gewonnen.
Schlägt man ihr einen Kopf ab, wachsen zwei nach. Zumindest bei der Hydra aus der Sage. Beim gleichnamigen Flugzeugkonzept der TU Berlin lässt sich der Antriebsstrang einfach austauschen. Damit haben die Studierenden nun einen renommierten Wettbewerb gewonnen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies