Flugzeuge in der Wartungshalle von Ural Airlines: Die Airline will die Lebenszyklen ihrer Flotte deutlich verlängern.

Neues WartungsprogrammUral Airlines will ihre A320 über 20.000 Stunden länger fliegen lassen als von Airbus vorgesehen

Die russische Fluggesellschaft startet ein Programm, um die Lebensdauer ihrer Airbus-Jets deutlich über das eigentliche Lebensende zu verlängern. Künftig will Ural Airline das Know-how auch anderen russischen Airlines anbieten.

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Was haben russische Fluglinien in den vergangenen vier Jahren nicht alles unternommen, um ihre Airbus- und Boeing-Jets trotz der westlichen Sanktionen weiter in der Luft zu halten. Neue Flugzeuge wurden zerlegt und zu Ersatzteilspendern degradiert, Ersatzteile wurden im großen Stil über den Iran oder China auf dem Schwarzmarkt besorgt oder selbst kopiert. Alte Jets aus Sowjetzeiten wurden reaktiviert.

Ural Airlines hat nun ein neues Programm gestartet, um die Betriebsdauer westlicher Flugzeuge zu verlängern. Laut der russischen Airline ist es möglich, die Flugstunden der Airbus A319, A320 und A321 auf über 96.000 zu erhöhen, und damit deutlich über den ursprünglichen Wert. Ein Airbus A320 ist im Allgemeinen für eine Nutzungsdauer von etwa 60.000 bis 75.000 Flugstunden ausgelegt.

Demontieren, inspizieren, reparieren

Doch wie will Ural Airlines das Ziel erreichen? Die Fluglinie plant, ihre Flugzeuge im eigenen Wartungsbetrieb von Spezialisten vollständig zu demontieren, zu inspizieren, zu reparieren und wieder zusammenzubauen. Allerdings besitzt sie keine Lizenzen von Airbus für diese Wartungsarbeiten. «Es gibt derzeit keine vergleichbaren umfassenden Programme im Land», so Ural Airlines.

Ural Airlines zeugt die ausgebauten und wieder aufgewerteten Flugzeugteile.

Die vollständige Überarbeitung eines Flugzeugs ist laut Ural Airlines der nächste logische Schritt. In ihrem Wartungszentrum repariert und überholt sie bereits seit 2023 Fahrwerkssätze und Hydraulikaggregate für die eigene Flotte sowie andere russische Airlines. Ural Airlines fügte hinzu, dass sie auch Werkstätten zur Reparatur von Treibstoff-, Hydraulik- und Pneumatiksystemen plant. Der neue Service soll ab Herbst 2026 verfügbar sein.

Erst Airbus, dann Boeing

Fachleute bewerten die Entwicklung kritisch, berichtet The Moscow Times. Nicht zertifizierte Reparaturen könnten dazu führen, dass die Flugzeuge den internationalen Flugsicherheitsstandards nicht mehr entsprechen. Ohne Zugang zur Technologie der Hersteller steige das Unfallrisiko erheblich, warnen sie.

Ural Airlines betreibt eine Flotte von 51 Airbus-Flugzeugen der A320-Familie und bedient über 120 Ziele in Russland, Zentralasien, dem Kaukasus und dem Nahen Osten. Die Hauptdrehkreuze sind Yekaterinburg und Moskau-Domodedovo. Die Airline plant, ihre Flotte künftig auch auf Boeing-Flugzeuge auszuweiten.

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