Superjet von Rossiya: Bei einem ging etwas schief.

RossiyaSuperjet machte 39 Flüge ohne wichtiges Teil in Triebwerken

Ein Superjet der russischen Airline Rossiya musste im März wegen einer Feuermeldung im Triebwerk umkehren. Bei der Untersuchung kam ein Versäumnis aus dem Januar zutage.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Für Inspektionen kann ein Flugzeugtriebwerk nicht jedes Mal auseinandergenommen werden. Um dennoch den Zustand von Teilen im Inneren beurteilen zu können, werden Endoskope benutzt, in der Luftfahrt oft auch Boroskope genannt. Ihr Schlauch wird ins Triebwerk eingeführt und liefert Bilder, beispielsweise von den Turbinenschaufeln.

Bei der Inspektion der Powerjet-SaM146-Triebwerke eines Superjet von Rossiya haben Techniker allerdings etwas vergessen. Am 24. Januar untersuchten sie die Triebwerke des Jets mit dem Kennzeichen RA-89172 per Boroskop. Danach dachten sie aber nicht daran, den Verschluss für die Anschlussstelle wieder einzusetzen, über die das Boroskop eingeführt wurde. Das berichtet der Luftfahrt-Nachrichtenkanal Aviatorshina unter Berufung auf einen Bericht der russischen Luftfahrtbehörde Rosaviatsiya.

Verschlüsse fehlten in beiden Triebwerken

Demnach führte der Superjet 39 Flüge ohne die Verschlüsse durch. Dann, am 4. März, gab es nach dem Start in St. Petersburg einen Feueralarm für das linke Triebwerk. Die Crew entschied sich umzukehren, aktivierte die erste Stufe des Löschsystems des Triebwerks und landete schließlich sicher mit nur einem Triebwerk wieder in St. Petersburg.

Bei der folgenden Untersuchung kam heraus, dass die Verschlüsse in beiden Triebwerken fehlten. Darüber hinaus wurden in beiden Triebwerken ausgebrannte Stellen und zum Teil Ablösungen von Material zur Hitzedämmung festgestellt.

Versäumnisse auch bei der Dokumentation

Der Untersuchungsbericht nennt als Grund für den Vorfall im Flug, «Temperatureinwirkung auf das empfindliche Element des Brandüberhitzungssensors durch einen Heißluftstrahl aufgrund des Versäumnisses, den Boroskopverschluss von Anschluss S14 nach Abschluss der Arbeiten am Triebwerk zu installieren». Das Wartungsteam der Fluggesellschaft habe die Entfernung der Teile auch nicht wie vorgeschrieben dokumentiert.

Rossiya erklärte, man habe den Vorfall untersucht und gegen verantwortliche Mitarbeiter und Führungskräfte Disziplinarmaßnahmen ergriffen. Die direkt Beteiligten seien von ihren Aufgaben entbunden worden und müssten sich nun zunächst neu qualifizieren.

Handbuch des Superjets soll ergänzt werden

Rosaviatsiya wies die Airline an, Maßnahmen zur ordnungsgemäßen Lagerung der Verschlüsse zu entwickeln und ausgebaute Teile korrekt zu dokumentieren. Andere Superjet-Betreiber forderte sie auf, die Installation der Verschlüsse außerplanmäßig zu prüfen. Hersteller Yakovlev muss das Superjet-Handbuch ergänzen, auch mit Bildmaterial.

Das Video zeigt - bei einem anderen Triebwerk -, wie solche Verschlüsse installiert werden:

Mehr zum Thema

Superjet 100 von Rossiya Airlines rutscht von Landebahn

Superjet 100 von Rossiya Airlines rutscht von Landebahn

Superjet beim Testflug: Das Programm ist gestartet.

Russischerer Superjet startet Testflüge für Zertifizierung

Superjet und MS-21 werden unter Marke Yakovlev fliegen

Superjet und MS-21 werden unter Marke Yakovlev fliegen

Embraer E190 von Wideroe: Mit diesem Flugzeugtyp wurden die Russinnen und Russen Richtung Heim geflogen.

Widerøe fliegt Russen im Spitzbergen-Eklat zurück nach Hause

Video

Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
aeroTELEGRAPH-Herausgeber Stefan Eiselin zum Unglück von Flug SR1111: «»
Rauch im Cockpit, ausfallende Instrumente und schließlich ein nicht mehr kontrollierbares Flugzeug: Der Absturz von Flug SR111 von Swissair kostete 229 Menschen das Leben. Die Erkenntnisse aus der Katastrophe führten später zu neuen Sicherheitsregeln – und wirken bis heute nach.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Testflug für die Autoland-Zertifizierung für den Pilatus PC-12: Die Testcrew musste nicht eingreifen.
Knopf drücken, und der Rest passiert von selbst. Pilatus zeigt erstmals, wie Autoland den PC-12 Pro sicher auf die Piste bringt. Easa und FAA haben das System nun für das Flugzeug zugelassen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies