Letzte Aktualisierung: 9:45 Uhr

Lufthansa verärgert

Streik wird am Dienstag sechs Airports lahmlegen

Verdi rief zuerst das Sicherheitspersonal in Frankfurt ganztägig zum Streik auf. Dann weitete die Gewerkschaft ihren Protest aus.

Fraport AG Fototeam Stefan Rebscher

Kontrollen in Frankfurt: Nicht einfach mit Ersatzpersonal zu besetzen.

Nach dem Streik ist vor dem Streik: Nach den Arbeitsniederlegungen in Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart am Donnerstag ruft Verdi nun die Beschäftigten der Flughafensicherheit in Frankfurt zum Warnstreik auf. Am Dienstag (15. Januar) sollen sie von 2 bis 20 Uhr dagegen protestieren, dass die Arbeitgeber in Tarifverhandlungen «noch immer kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt haben», schreibt die Gewerkschaft in einer Mitteilung.

Der Flughafenbetreiber Fraport warnt die Passagiere: «Die Sicherheitskontrollen außerhalb des Transitbereichs werden nicht besetzt sein.» Weiter heißt es: «Fluggäste, die ab Frankfurt reisen, werden so während der gesamten Streikdauer keine Möglichkeit haben, ihren Flug zu erreichen.» Da die Kontrollstellen nach dem Luftsicherheitsgesetz nur von speziell ausgebildetem Personal betrieben werden dürften, könne man auch kein anderes Personal zur Verstärkung an den Kontrollstellen einsetzen, erklärt der Flughafen.

Lufthansa attackiert Verdi

Ein Fraport-Sprecher sagte: «Angesichts der weiterhin laufenden Verhandlungen haben wir kein Verständnis für einen derart umfassenden Streik.» Man appelliere an die Tarifpartner, eine Lösung zu finden. Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser kritisierte, Verdi eskaliere «diese Tarif­auseinandersetzung unverhältnismäßig und in einem inakzeptablen Ausmaß». Diese Serie von Arbeitsniederlegungen, von der am Montag auch Berlin-Tegel und -Schönefeld betroffen waren, könne man sicherlich nicht mehr als Warnstreiks be­zeichnen.

Lufthansa bietet Reisenden mit einem Flug ab Frankfurt an, kostenlos auf ein Datum zwischen dem 11. und dem 20. Januar umbuchen. Flugstreichungen will Deutschlands größte Airline am Sonntagnachmittag auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Passagiere, die ihre Reise in Frankfurt am Dienstag beginnen würden, hätten während des Streiks keine Möglichkeit, ihre Flüge zu erreichen, so Lufthansa. In Frankfurt umsteigende Fluggäste betreffe dies ausdrücklich nicht. Fraport rechnet jedoch auch dort mit Verzögerungen.

Kampf für 20 Euro Stundenlohn

Der Hintergrund der Streiks: Die Gewerkschaft fordert vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen eine Erhöhung des Stundenlohns im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro brutto. Verdi drohte schon, den Streik eventuell auszuweiten. Inzwischen ist klar: Auch Erfurt, Dresden, Leipzig/Halle, Bremen und Hannover werde bestreikt.



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