Boeing 787 von Lufthansa: Die meisten Flugzeuge belieben am Donnerstag (12. Februar) am Boden.

Lufthansa streicht 800 FlügeStreik legt Lufthansa lahm und der Konflikt verschärft sich immer weiter

Ein doppelter Arbeitskampf zwingt Lufthansa, größtenteils am Boden zu bleiben. Rund 800 Flüge sind gestrichen. Gewerkschaften werfen dem Konzern Erpressung vor. Lufthansa verweist auf fehlende finanzielle Spielräume.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Eine Minute nach Mitternacht fiel der Startschuss: Das Cockpitpersonal von Lufthansa und Lufthansa Cargo hat die Arbeit niedergelegt. Gleichzeitig ist auch das Kabinenpersonal der Lufthansa und der Lufthansa Cityline in den Warnstreik getreten. Unklar ist, wie viele Flüge tatsächlich ausfallen. Lufthansa hat «umfangreiche» Flugausfälle angekündigt. «Insgesamt wurden bei Lufthansa, Lufthansa Cityline und Lufthansa Cargo heute knapp 800 Flüge annulliert, betroffen sind rund 100.000 Fluggäste», teilte die Airline gegenüber aeroTELEGRAPH mit.

Betroffen sind Flüge von und nach Frankfurt und München sowie Langstreckenflüge der Airline. Alle deutschen Flughäfen informieren auf ihrer Website. Reisenden wird empfohlen, sich vor der Anreise zum Flughafen über den aktuellen Lufthansa-Flugstatus zu informieren. Fluggäste, die von Flugstreichungen aufgrund des Streiks betroffen sind, werden von der Lufthansa per E-Mail oder über die Lufthansa-App benachrichtigt.

Vorstand von Lufthansa spricht von fehlenden finanziellen Spielräumen

Die Konzernspitze kritisiert den Ausstand scharf. Personalvorstand Michael Niggemann bezeichnete die Streiks als «völlig unnötige Eskalation». Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) fordert höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten des Cockpitpersonal. «Wir können eine Top-Versorgung nicht verdoppeln», so Niggemann. Pilotinnen und Piloten gehen bereits heute mit durchschnittlich 8.400 Euro monatlich – inklusive gesetzlicher Rente – in den Ruhestand.

Auch die Forderungen der Kabinengewerkschaft Ufo nach einem Sozialplan für die Beschäftigten der Lufthansa Cityline, die der Konzern schließen will, kritisierte Niggemann. Er betonte, man habe großzügige Übernahmeangebote bei anderen Gesellschaften unterbreitet. Zudem sei ein neuer Manteltarifvertrag (MTV) für das Kabinenpersonal der Lufthansa, den die Ufo fordert, «unmöglich».

Ufo spricht von Erpressung durch Lufthansa

Niggemann verwies darauf, dass die Lufthansa Classic dadurch weitere Kostensteigerungen von rund 10 Prozent entstehen würde. Gleichzeitig liegt die Produktivität der Besatzungen bei der Kerngesellschaft bereits heute 10 bis 20 Prozent hinter dem Wettbewerb. Für zusätzliche Forderungen des Personals fehlt der finanzielle Spielraum. Eine Lösung der Konflikte könne es nur am Verhandlungstisch geben – nicht durch Streiks.

Die Kabinengewerkschaft Ufo wirft der Lufthansa in einer internen Nachricht an ihre Mitglieder, die aeroTELEGRAPH vorliegt, «Erpressung» vor. «Die Lufthansa-Kabine wird einmal mehr als viel zu teuer und unproduktiv dargestellt – und damit erpresst», heißt es. Die Ufo fordert einen «im Detail besseren Manteltarifvertrag», während die Airline auf einem «grundsätzlich schlechteren» bestehe. Das sei für die Gewerkschaft nicht akzeptabel.

Manteltarifvertrag ist seit 14 Monaten offen

Die Gewerkschaft Ufo wirft der Lufthansa «endlose Hinhalte-Taktiken» vor. Der neue Manteltarifvertrag sei seit 14 Monaten offen. «In dieser Zeit haben wir versucht, friedliche Lösungen für die Probleme im Konzern zu finden – ohne Erfolg», heißt es. Im Ergebnis gab es immer neue Termine, aber am Ende aber stets dasselbe – nichts. «Der Arbeitgeber hat sich geweigert, zu unseren Forderungen Stellung zu beziehen».

Die Geduld der Gewerkschaft ist am Ende. «Wir lassen uns nicht länger hinhalten – jetzt müssen Taten folgen». Fristen werden gesetzt und ernst genommen. «Grotesk ist der Vorwurf, wir seien zu keiner inhaltlichen Tarifarbeit bereit. Konstruktiver und lösungsorientierter als die Ufo der letzten Jahre kann man kaum sein.», so die Ufo Tarifabteilung und LH-Tarifkommission.

Schön, dass Sie hier sind! Unsere Redaktion kennt die Branche, ihre Akteure und Zahlen – seit vielen Jahren. Wenn Sie uns unterstützen wollen, zahlen Sie weniger als für ein Getränk am Flughafen. Zudem lesen Sie werbefrei und stärken die unabhängige Berichterstattung. Jeder Beitrag zählt. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-lufthansa

Lufthansa verkleinert Angebot nach Dresden und Leipzig

Der Airbus A321 Neo von Lufthansa bei der Evakuierung: Starker Geruch nach Kerosin.

Drei Leichtverletzte bei Evakuierung eines Airbus A321 Neo von Lufthansa

angela zaunert freuher lufthansa

«Egal wie kurz der Flug war – der Passagier bekam etwas»

ticker-lufthansa

Lufthansa stellt Strecke Frankfurt - Bremen ein

Video

Westjet Boeing 787
Reisende werfen der kanadischen Fluglinie vor, ihnen Entschädigungen vorzuenthalten. Der Verdacht: Wechselt Westjet im letzten Moment Flugzeuge ein, die sich bereits in der Wartung befinden, um dann den Flug zu annullieren? Eine kanadische Behörde ermittelt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A321 Neo von Lufthansa bei der Evakuierung: Starker Geruch nach Kerosin.
Kurz nach dem Start Richtung München musste ein Airbus A321 Neo der deutschen Fluglinie umkehren. Nach der sicheren Landung in Athen wurde der Jet von Lufthansa evakuiert. Drei Menschen wurden leicht verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Evakuierung des AIrbus A321 Neo von Frontier Airlines: Viele nehmen ihr Gepäck mit.
Nach dem tödlichen Zwischenfall auf der Startbahn in Denver geriet auch die Evakuierung des Airbus A321 Neo in den Fokus. Erneut haben zahlreiche Passagiere trotz Rauchentwicklung ihr Handgepäck mitgenommen. Nun ermitteln die Behörden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies