In Europa Business Class zu fliegen bedeutet meist vor allem eines: Der Mittelsitz bleibt frei. Dazu kommen ein besserer Service sowie kostenlose Getränke und Mahlzeiten. An den Sitzen selbst ändert sich in der Regel wenig. Sie sind identisch mit denen in der Economy Class. So auch bei Lufthansa.
Anders sieht es in den USA aus, wo mit Schmalrumpfflugzeugen auch transkontinentale und damit längere Strecken geflogen werden. Dort kommen auf Inlands- und Mittelstrecken häufig Business-Class-Sitze mit deutlich mehr Komfort zum Einsatz. Ein Grund sind die oft längeren Flugzeiten, die mit europäischen Standards nur bedingt vergleichbar sind.
Tochter von Lufthansa: Eurowings testet echte Business-Class-Sitze
Doch auch europäische Airlines fliegen mit der immer besseren Leistung der neuen Flugzeuge immer weiter. Und so ändert sich dadurchauch etwas. Etwa bei Eurowings. Dort hat man erst gerade einen neuen Business-Class-Sitz in den vorderen Reihen eingeführt, der an die Sitze in den USA erinnert. Mehr Platz, stärker verstellbare Rückenlehnen und Beinstützen sollen den Komfort erhöhen. Das Produkt trägt den Namen «Premium Biz» und wird derzeit getestet.
Nun deutet sich an, dass auch Lufthansa selbst einen ähnlichen Schritt gehen will. Konzernchef Carsten Spohr stellte intern in Aussicht, echte Business-Class-Sitze auf ausgewählten Mittelstrecken einzuführen. «Wir werden dasselbe mit Lufthansa Classic machen, was wir mit Eurowings gemacht haben», sagte Spohr laut der Zeitung Handelsblatt auf einer internen Veranstaltung in Kairo. Geplant sei, solche Sitze in einige Flugzeuge einzubauen. «Ich denke, wir werden mit zwei Sitzreihen starten.»
Auch ITA Airway setzt auf echte Business-Class-Sitze
Die Herausforderung liegt dabei im höheren Platzbedarf und Gewicht der Sitze. Dadurch lassen sich weniger Plätze einbauen, was höhere Erlöse erfordert. Entsprechend kommen nur bestimmte Strecken infrage. Auch ITA Airways, an der die Lufthansa Group Anteile hält, bietet auf einigen Strecken echte Business-Class-Sitze an. Doch nicht sehr erfolgreich, wie Spohr ebenfalls verriet. Nach Angaben von Konzernchef Carsten Spohr verlieren die entsprechenden Routen derzeit Geld. Gemeinsam mit dem ITA-Management werde deshalb geprüft, wie sich die Strecken optimieren lassen.
365 Tage Luftfahrtjournalismus – fair, fundiert und unabhängig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon für den Preis eines Getränks am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren