Produktion der 737 Max: Steht seit Januar still.

Beschwerde eines Ex-AngestelltenSparte Boeing bei der 737 Max auf Kosten der Sicherheit?

Ein Angestellter von Boeing reichte interne Beschwerde ein. Drei Mal habe er mit Kollegen Systeme zur Verbesserung der 737 Max vorgeschlagen. Drei Mal sei er abgeblitzt - angeblich aus Kostengründen.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Destination Manager (w/m/d)

DERTOUR Destination Services AG
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse / Fluglotsin (w/m/d)

Studium
Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Top jobs
Langen b. Frankfurt
Deutschland
AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Der 33-jährige C. E. ist Ingenieur und seit neun Jahren bei Boeing angestellt. Dort analysierte er früher Flugunfälle, um daraus Lehren für neue Modelle zu ziehen. Inzwischen arbeitet er im 777X-Programm. Doch die Beziehung zu seinem Arbeitgeber ist nicht mehr die beste.

Im März 2019 - kurz nach dem Absturz der 737 Max von Ethiopian Airlines - reichte C. E. eine interne Beschwerde ein. Schon 2014 hätten er und sein Team den Managern von Boeing diverse Systeme vorgeschlagen, um das neue Flugzeugmodell sicherer zu machen, schreibt die Zeitung Seattle Times. Eines davon hätte potenziell das Unglück in Äthiopien und auch das von Lion Air in Indonesien verhindern können, heißt es im Bericht.

Im Dreamliner standardmäßig eingebaut

Bei der Funktion handelt es sich um die Anzeige des sogenannten Synthetic Airspeed, also einer errechneten Fluggeschwindigkeit relativ zur Luft. In den Boeing 787 ist dieses System standardmäßig eingebaut. Dabei wird das Tempo des Flugzeugs aus Daten der Anstellwinkel-Sensoren und anderer Quellen indirekt berechnet. Die Synthetic Airspeed ist also eine ergänzende Kontrollangabe. Die primären Angaben zur Fluggeschwindigkeit stammen von den Messungen der Pitotsonden.

Mit dem System des Synthetic Airspeed könne man verhindern, dass Daten angezeigt würden, von denen man wisse, dass sie unzuverlässig seien, heißt es in einer Präsentation von Boeing zum Dreamliner. Und genau das wäre auch bei den beiden fatalen Abstürzen der 737 Max ein wichtiger Punkt gewesen. Das System hätte entdeckt, wenn Daten der Anstellwinkel-Sensoren falsch sind.

Manager sagen drei Mal Nein

Das war bei den Unglücken von Ethiopian Airlines und Lion Air ein großes Problem. Das umstrittene Flugsteuerungssystem Maneuvering Characteristics Augmentation System MCAS schaltete sich trotz unterschiedlicher Eingaben von den beiden Sensoren ein und drückte die Nase des Flugzeuges immer wieder nach unten. Dagegen kämpften die Piloten an - vergeblich, auch weil sie sich nicht bewusst waren, dass dies wegen falscher Daten passierte.

Doch bei zwei Sitzungen sei der Vorschlag abgelehnt worden, so C. E. in seiner Beschwerde. Und ein drittes Mal habe der 737-Max-Projektingenieur Nein gesagt. Immer sei dabei auf die Kostenfolgen bei Boeing und den zusätzlichen Trainingsaufwand bei den Airlines hingewiesen worden. Müssen die 737-Piloten in den Flugsimulator, um sich mit dem System vertraut zu machen, können sie nicht fliegen. Zudem kostet jede Schulungsstunde viel Geld. Beides wäre für Betreiber unattraktiv gewesen.

«Rigorose Prozesse»

Boeing nahm gegenüber der Seattle Times keine Stellung zur Thematik. Der Konzern erklärte aber, man verfüge «über rigorose Prozesse, um sicherzustellen, dass solche Beschwerden gründlich geprüft werden, und um die Vertraulichkeit der Mitarbeiter zu schützen». Diese Woche hat Boeing diverse Maßnahmen beschlossen, um die interne Sicherheitskultur zu verbessern.

Mehr zum Thema

Boeing KC-46A Pegasus: Hat schon ein besseres MCAS.

Boeing hatte bereits ein sichereres MCAS

Boeing 737 Max 8 im Flug: Viele Passagiere sind zurzeit skeptisch.

Boeing 737 Max überforderte Piloten

Boeing-Werk in Renton: So voll war es dort schon im Juni.

Boeing will monatlichen Auslieferungsrekord brechen

Video

Airbus A400M der Roal Air Force nach der Landung in Jan Mayen: Mit dem Transporter wurden Nato-Kontingente in die Arktis verlegt.
US-Marines, britische Royal Marines und norwegische Soldatinnen und Soldaten üben auf Jan Mayen. Airbus A400 M und Lockheed C-130 brachten für die Manöver neben Truppen auch Material auf die abgelegene Arktisinsel.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Jetblue führt eine neue Business-Class auf Inlandsflügen ein: Blue First soll noch 2026 starten.
Mit Blue First nähert sich die US-Airline immer mehr der Konkurrenz an. Die neue Kabine von Jetblue bietet eine Business Class im Inland mit breiten Sesseln, eigenem Cocktail-Menü und Bento-Box.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Kabine des Airbus A321 XLR von United: Bald nach Toulouse unterwegs.
Lufthansa sorgt mit Flug LH2222 nach Toulouse seit Jahren für unterhaltsame Ansagen. Nun greift United Airlines die Idee auf: Die neue Verbindung von Washington nach Toulouse bekommt ausgerechnet die Flugnummer UA222.
Laura Frommberg
Laura Frommberg