Vorfälle über dem Irak: Sie häufen sich.

Immer mehr FälleGestörte GPS-Signale: Flugzeug kam 150 Kilometer von Strecke ab

Die Berichte von Flugzeugen, die über dem Irak gefälschte GPS-Signale erhalten, häufen sich. Auch die Luftfahrtbehörde der USA hat inzwischen eine Warnung ausgesprochen, weil Flieger stark vom Kurs abkamen.

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

Eigentlich war es schon unheimlich genug. Gefälschte GPS-Daten führten Zivilflugzeuge über dem Irak vom Kurs ab – teilweise waren sie navigationsunfähig und mussten von der Flugsicherung Vektoren zur Orientierung anfragen. Seitdem die Flugplanungsvereinigung Ops Group diese Warnung am Montag (25. September) herausgegeben hat, häufen sich die Berichte über die Vorfälle.

Waren es am Montag noch zwölf Berichte über sogenanntes GPS-Spoofing, sind es inzwischen bereits 20. «Im Luftraum von Baghdad haben wir sowohl GPS im Flugzeug als auch auf beiden iPads verloren», berichtet etwa die Crew einer Embraer Legacy 650. Darüber hinaus habe auch das Inertial Reference System IRS, welches bei der Bestimmung der geografischen Position hilft, nicht mehr funktioniert.

Fast ohne Freigabe in den iranischen Luftraum

Der Autopilot drehte ebenfalls durch. Als die Crew schließlich bei der Flugsicherung Daten zu ihrer Position anforderte, stellte sie fest, dass sie etwa 150 Kilometer abseits der geplanten Strecke flog. «Wir wären fast ohne Freigabe in den iranischen Luftraum geflogen», berichten die Piloten.

Der Standort, an dem die Mehrheit der Fälle auftrat, bleibt gleich: Die Flugroute UM688 befindet sich über dem Irak, in der Nähe der iranischen Grenze, oberhalb einer aktiven Konfliktzone. «Jede unbeabsichtigte Abkehr in den iranischen Luftraum ohne Flugplan riskiert Maßnahmen des iranischen Militärs», schreibt die Ops Group.

Auch FAA warnt

Die Crew einer Bombardier Challenger berichtet, sie hätten «alles verloren, was mit Navigation zu tun hat, und das IRS zeigte, dass wir um 70 bis 90 nautische Meilen abgedriftet waren. Auch eine falsche Bodengeschwindigkeit wurde wohl angezeigt». Man brauchte bis zur Landung in Doha Navigationsdaten von der Flugsicherung.

Auch die Luftfahrtbehörde der USA warnt mittlerweile vor einem Sicherheitsrisiko für Zivilflugzeuge durch GPS-Spoofing. Die Ops Group erklärt, dass es sich dabei nicht um das sogenannte GPS Jamming handelt, bei dem das Signal ausfällt. Beim Spoofing werden die Daten gezielt manipuliert. Wie genau das möglich ist, kann man sich aktuell nicht erklären.

Beteiligung einer Drohne?

Dass auch das IRS beeinträchtigt wird, ist ebenfalls eine Besonderheit, da es eigentlich unabhängig funktioniere, schreibt die Ops Group. Geheimdienstexperten vermuten, dass dahinter auch die Beteiligung einer Drohne stecken könnte.

Die Federal Aviation Administration FAA empfiehlt Crews, «einen zusätzlichen Schwerpunkt auf die Aufrechterhaltung der kontinuierlichen Kommunikation mit den zuständigen Flugsicherungsbehörden zu legen, die Leistung der Flugzeugausrüstung genau auf Diskrepanzen oder Anomalien zu überwachen und darauf vorbereitet zu sein, ohne GPS-Navigationssysteme zu arbeiten.»

Mehr zum Thema

Falscher Standort: Mehrere Crews meldeten Probleme.

Passagierflugzeuge werden durch gefälschte GPS-Signale in die Irre geleitet

Qantas: Chinesische Kriegsschiffe stören GPS von Flugzeugen

Qantas: Chinesische Kriegsschiffe stören GPS von Flugzeugen

Ein Kriegsschiff der chinesischen Marine: China soll aktuell GPS- und Funkverbindungen im Pazifik stören.

Wenn elektronische Kriegsführung zivile Flugzeuge trifft

Bildschirmfoto 2025-12-16 um 155349

Iran wartet Flugzeuge aus Venezuela

Video

Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Tu-214 in einer Halle: S7 Airlines steht kurz vor der Bestellung von 100 Exemplaren.
Russlands Fluglinien brauchen dringend neue Flugzeuge. Die beiden größten des Landes, Aeroflot und S7 Airlines, reagieren nun mit Großbestellungen - sie wollen 190 Tupolev Tu-214 und Yakovlev MS-21 ordern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
vueling airbus a320 mann auf flugzeug
Sicherheitsvorfall am Flughafen Valencia. An dem spanischen Airport ist am Wochenende ein junger Mann auf ein Flugzeug von Vueling geklettert.
Timo Nowack
Timo Nowack