Vorfälle über dem Irak: Sie häufen sich.

Immer mehr FälleGestörte GPS-Signale: Flugzeug kam 150 Kilometer von Strecke ab

Die Berichte von Flugzeugen, die über dem Irak gefälschte GPS-Signale erhalten, häufen sich. Auch die Luftfahrtbehörde der USA hat inzwischen eine Warnung ausgesprochen, weil Flieger stark vom Kurs abkamen.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Eigentlich war es schon unheimlich genug. Gefälschte GPS-Daten führten Zivilflugzeuge über dem Irak vom Kurs ab – teilweise waren sie navigationsunfähig und mussten von der Flugsicherung Vektoren zur Orientierung anfragen. Seitdem die Flugplanungsvereinigung Ops Group diese Warnung am Montag (25. September) herausgegeben hat, häufen sich die Berichte über die Vorfälle.

Waren es am Montag noch zwölf Berichte über sogenanntes GPS-Spoofing, sind es inzwischen bereits 20. «Im Luftraum von Baghdad haben wir sowohl GPS im Flugzeug als auch auf beiden iPads verloren», berichtet etwa die Crew einer Embraer Legacy 650. Darüber hinaus habe auch das Inertial Reference System IRS, welches bei der Bestimmung der geografischen Position hilft, nicht mehr funktioniert.

Fast ohne Freigabe in den iranischen Luftraum

Der Autopilot drehte ebenfalls durch. Als die Crew schließlich bei der Flugsicherung Daten zu ihrer Position anforderte, stellte sie fest, dass sie etwa 150 Kilometer abseits der geplanten Strecke flog. «Wir wären fast ohne Freigabe in den iranischen Luftraum geflogen», berichten die Piloten.

Der Standort, an dem die Mehrheit der Fälle auftrat, bleibt gleich: Die Flugroute UM688 befindet sich über dem Irak, in der Nähe der iranischen Grenze, oberhalb einer aktiven Konfliktzone. «Jede unbeabsichtigte Abkehr in den iranischen Luftraum ohne Flugplan riskiert Maßnahmen des iranischen Militärs», schreibt die Ops Group.

Auch FAA warnt

Die Crew einer Bombardier Challenger berichtet, sie hätten «alles verloren, was mit Navigation zu tun hat, und das IRS zeigte, dass wir um 70 bis 90 nautische Meilen abgedriftet waren. Auch eine falsche Bodengeschwindigkeit wurde wohl angezeigt». Man brauchte bis zur Landung in Doha Navigationsdaten von der Flugsicherung.

Auch die Luftfahrtbehörde der USA warnt mittlerweile vor einem Sicherheitsrisiko für Zivilflugzeuge durch GPS-Spoofing. Die Ops Group erklärt, dass es sich dabei nicht um das sogenannte GPS Jamming handelt, bei dem das Signal ausfällt. Beim Spoofing werden die Daten gezielt manipuliert. Wie genau das möglich ist, kann man sich aktuell nicht erklären.

Beteiligung einer Drohne?

Dass auch das IRS beeinträchtigt wird, ist ebenfalls eine Besonderheit, da es eigentlich unabhängig funktioniere, schreibt die Ops Group. Geheimdienstexperten vermuten, dass dahinter auch die Beteiligung einer Drohne stecken könnte.

Die Federal Aviation Administration FAA empfiehlt Crews, «einen zusätzlichen Schwerpunkt auf die Aufrechterhaltung der kontinuierlichen Kommunikation mit den zuständigen Flugsicherungsbehörden zu legen, die Leistung der Flugzeugausrüstung genau auf Diskrepanzen oder Anomalien zu überwachen und darauf vorbereitet zu sein, ohne GPS-Navigationssysteme zu arbeiten.»

Mehr zum Thema

Falscher Standort: Mehrere Crews meldeten Probleme.

Passagierflugzeuge werden durch gefälschte GPS-Signale in die Irre geleitet

Qantas: Chinesische Kriegsschiffe stören GPS von Flugzeugen

Qantas: Chinesische Kriegsschiffe stören GPS von Flugzeugen

Ein Kriegsschiff der chinesischen Marine: China soll aktuell GPS- und Funkverbindungen im Pazifik stören.

Wenn elektronische Kriegsführung zivile Flugzeuge trifft

Zerstörter Flieger von Mahan Air: Insgesamt wurden im Krieg gemäß der Regierung in Teheran 100 zivile Flugzeuge getroffen.

Iran meldet 100 beschädigte oder zerstörte zivile Flugzeuge

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack