Falscher Standort: Mehrere Crews meldeten Probleme.

Über dem IrakPassagierflugzeuge werden durch gefälschte GPS-Signale in die Irre geleitet

Manipulierte GPS-Signale machten verschiedene Crews in den letzten Tagen navigationsunfähig. Der Standort der Zwischenfälle ist besonders besorgniserregend.

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«Wie spät ist es und wo sind wir?» - diese Frage hat bestimmt schon der ein oder andere Passagier gestellt, nachdem er während eines Fluges von einem Nickerchen erwacht ist. Doch die Cockpitcrew sollte über diese Informationen eigentlich im Bilde sein. Doch diese Frage stellten erst kürzlich tatsächlich die Piloten einer Boeing 777, die im Luftraum von Baghdad unterwegs war.

Das berichtet die Luftraumvereinigung Ops Group. Man habe in den vergangenen Wochen zwölf Berichte über sogenanntes GPS-Spoofing erhalten, schreibt die Gruppe. Da heißt: Die GPS-Daten von Flugzeugen, die sich in der Luft befanden, wurden derart manipuliert, dass sie teilweise nicht mehr navigationsfähig waren.

Verschiedene Flugzeugtypen betroffen

Konkret: Die Position, welche der Crew in Cockpit angezeigt wird, ist falsch. Tatsächlich befindet sich das Flugzeug deutlich davon entfernt. In mehreren Fällen sei das Inertial Reference System IRS, welches bei der Bestimmung der geografischen Position hilft, komplett ausgefallen.

Die meisten Berichte erreichten die Ops Group in den vergangenen sieben Tagen. Betroffene Flugzeuge waren Boeing 777, 747 und 737, Embraer E190 und Legacy 600, Gulfstream 650, Challenger 650, Global Express und eine Falcon 8X. Die Besatzungen waren nach dem Ausfall der Navigation gezwungen, bei den Flugsicherungen die nötigen Daten zu erfragen.

Nahe einer aktiven Konfliktzone

Die Ops Group betont, dass es sich dabei nicht um das sogenannte GPS Jamming handelt, bei dem das Signal ausfällt. Beim Spoofing werden die Daten gezielt manipuliert. Wie genau das möglich ist, kann man sich aktuell nicht erklären.

Besorgniserregend ist laut dem Bericht auch der Standort, an dem die Mehrheit der Fälle auftrat. Die Flugroute Airway UM688 befindet sich über dem Irak, in der Nähe der iranischen Grenze, oberhalb einer aktiven Konfliktzone. «Jede unbeabsichtigte Abkehr in den iranischen Luftraum ohne Flugplan riskiert Maßnahmen des iranischen Militärs», schreibt die Ops Group.

Risikobewertung angeraten

Alle Airlines und Crews, welche die betroffene Flugroute nutzen, sind daher dringend angewiesen, eine Risikobewertung vorzunehmen. Die Flugbesatzung sollte auf die Möglichkeit gefälschter GPS-Signale und die wahrscheinlichen Auswirkungen auf die Flugzeugsysteme vorbereitet sein und einen Plan haben, sollte es dazu kommen.

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